„Wagner Backstage. Bayreuth – Detmold – Beijing“

Detmold. Wie bringt man einen Drachen auf eine Opernbühne? Mit welchen Mitteln schaffen es Theatermacher, ihr Publikum auch in Zeiten von Film und Fernsehen noch immer zu verblüffen? Diesen und anderen Fragen geht die Ausstellung „Wagner Backstage“ nach, die vom 5. April bis zum 22. Mai 2013 zu sehen sein wird. An drei Stationen in der Detmolder Innenstadt – Landesarchiv, Rathaus und Landestheater – können die Besucher einen Blick hinter die Theaterkulissen vom Landestheater Detmold und dem grünen Hügel Bayreuths, sowie einer traditionellen chinesischen Bühne in Peking werfen. Auf jeweils ganz eigene Art und Weise wurden in allen drei Städten bereits Werke von Richard Wagner inszeniert.

Als Ausgangspunkt der Ausstellung dient die Frage: Was ist notwendig, um eine Theaterbühne in einen Schauplatz einer packenden Geschichte zu verwandeln? Für gewöhnlich bleibt den Zuschauern die Bühnentechnik und deren Einbindung in das Bühnenbild verborgen. Doch genau diese Einblicke hinter die Kulissen möchte die Ausstellung „Wagner Backstage“ geben.
Den Kern der Ausstellung rund um die Theaterbühne bildet der Nachlass des gebürtigen Detmolder Bühnentechnikers Walter Huneke (1925–2003). In der Detmolder Abteilung des Landesarchivs NRW werden Dokumente aus dem abwechslungsreichen Leben des rund um den Theater- und Bühnenbau international anerkannten Experten aufbewahrt und jetzt erstmals öffentlich ausgestellt. Während seiner langjährigen Tätigkeit als technischer Direktor der Bayreuther Festspiele war Huneke für die Umsetzung von Bühnenbildern in dem nach den Vorgaben von Richard Wagner 1872 gebauten Theater zuständig. Zeitgenössische Fotografien und weitere Dokumente veranschaulichen, wie Inszenierungen von Der Fliegende Holländer oder Der Ring des Nibelungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts technisch realisiert wurden.

Im Rahmen der Ausstellung öffnet auch das Landestheater Detmold seine Türen. Kurze Filmbeiträge gewähren Einblicke in die Detmolder Produktion des Ring des Nibelungen (2006 – 2013) und zeigen, mit welchen Besonderheiten und technischen Mitteln eine Reisebühne aufwartet. Den Besuchern der Ausstellung bietet sich u.a. die Gelegenheit, den Bühnenaufbau von Siegfried im Zeitraffer zu verfolgen. Zudem informieren der Technische Direktor und die Musikdramaturgin über das bühnentechnische Potential des Landestheaters und eröffnen, welche umfassende Maschinerie nötig ist, um auch in einem kleinen Theater ein Wagner’sches Musikdrama zu inszenieren. Bei Führungen durch die Werkstätten inklusive eines Blickes auf die Hinterbühne können die Besucher das Landestheater selbst einmal „Backstage“ erleben.

Eine ganz andere Art von Musiktheater gilt es im Rathaus zu entdecken. Mit Blick auf die chinesische Operntradition stellt sich die Frage nach dem Aufbau einer Bühne ganz neu. Wie sieht das Bühnenbild der traditionellen Peking-Oper aus und welche Funktionen erfüllt es? Und was geschieht, wenn „kulturfremde“ Werke, wie die von Richard Wagner, in China neu inszeniert werden? Anhand von Masken und Kostümen der Sängerinnen und Sänger, Instrumente der Musiker sowie ein Modell der traditionellen chinesischen Bühne versucht die Ausstellung diese Fragen zu beantworten.

Ein Jahr lang hat eine Gruppe Studierender des Musikwissenschaftlichen Seminars Detmold/Paderborn unter der Leitung von Dr. Stefanie Rauch und Alexander Niemeyer diese Ausstellung erarbeitet, die am 5. April mit einer feierlichen Eröffnung startet. Musikalische Beiträge, Filmvorführungen und ein kurzer Vortrag begleiten dabei die Vorstellung der einzelnen Stationen. Um 14.30 Uhr beginnt das Programm zunächst im Landesarchiv. Anschließend sind die Besucher herzlich eingeladen, gemeinsam den Veranstaltungsort zu wechseln und die Feier im Rathaus gegen 15.30 Uhr fortzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie unter: www. http://muwi-detmold-paderborn.de/studentische-projekte/wagner-backstage