Damit Urwälder nicht zu Zeitschriften werden

Marion Grages zeigt eine von vielen Möglichkeiten auf, der Abholzung von Urwäldern entgegenzutreten: Recyclingpapier

Gütersloh (gpr). Alle zwei Sekunden wird Urwald in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Kann Recyclingpapier Abhilfe schaffen? Am Donnerstag, 27. September, ab 19.30 Uhr informiert Marion Grages, städtische Abfallberaterin, über das Thema „Was verbindet Papier und Klimaschutz?“. Der Vortrag mit eindrucksvollen Bildern wird im Gemeindehaus Avenwedde Bahnhof, Entenweg 14, stattfinden. Möglichkeiten der Papiervermeidung und des Recyclingpapiereinsatzes werden praktisch und anschaulich dargestellt. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

 Seit 1950 hat der Papierkonsum um das Achtfache zugenommen. Deutschland belegt damit den traurigen vierten Platz auf der Weltrangliste. Der dazu benötigte Zellstoff wird überwiegend importiert (zu etwa 92 Prozent). Häufig aus Urwäldern. Aus dem hiesigen deutschen Wald stammt ein nur sehr geringer Anteil. Dafür verschwinden andernorts jährlich 12 bis15 Millionen Hektar Wald von dieser Erde. Das ist die dreifache Fläche der Schweiz. Oder anders ausgedrückt: Alle zwei Sekunden wird Urwald in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet.

 Und daran ist die Papierproduktion massiv beteiligt. Inzwischen endet jeder zweite industriell gefällte Baum im Papier. Und darum: „Weniger Papier ist mehr. Oder alternativ: Recyclingpapier“, sagt Marion Grages. Und die Argumente reichen weit über eine Verringerung des weltweiten Holzeinschlages hinaus: Geringerer CO2-Ausstoß und damit Entlastung für das Klima, kleinerer Wasserverbrauch und Energiebedarf, weniger Luftverschmutzung und geringere Wasserbelastung mit schädlichen Stoffen sowie eine Verminderung des Abfallvolumens. Ein Beispiel dazu: Bei der Produktion von drei Blatt Kopierpapier aus Recyclingpapier anstatt aus Frischfasern lässt sich mit der eingesparten Energie eine Kanne Kaffee kochen. Und mit 1.000 Blatt Recyclingpapier erspart man dem Klima soviel schädliches CO2 wie ein Auto auf 50 km erzeugt.

Marion Grages warnt aber auch vor Missverständnissen: „Wo Umweltschutz draufsteht, ist nicht unbedingt Umweltschutz drin.“ Das Doppelzeichen „Aqua pro natura“ und „Weltpark Tropenwald“ der Lernmittelhersteller werde von vielen oft als Umweltlogo missverstanden. Hefte mit diesem Zeichen bestünden jedoch zu 100 Prozent aus Primärfasern, also aus Holz und nicht aus Altpapier. Es stimme zwar, dass der Rohstoff selten aus tropischen Regenwäldern stamme. „Verschwiegen wird aber, dass andere Regenwälder durch die Papierherstellung vernichtet werden“, so Grages Und ebenfalls gilt: Recyclingpapier ist gut, noch besser aber ist es, weniger Papier zu nutzen.

Foto: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit/Stadt Gütersloh