21.801 Leiharbeiter in Ostwestfalen-Lippe

Fordert „Lohn-Schutz“ für Leiharbeiter: Gaby Böhm. Die Geschäftsführerin der NGG Bielefeld-Herford will die „drastische Lohn-Schieflage“ in heimischen Betrieben stoppen. Leiharbeiter sollen nicht länger zu kurz kommen. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Equal Pay“, fordert die NGG.

Bielefeld. Gegen Zwei-Klassen-Belegschaften in der Region Ostwestfalen-Lippe: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) drängt auf eine gesetzliche Regelung zum Lohnschutz für Leiharbeiter. Nur so könne eine drastische Lohn-Schieflage auf dem Arbeitsmarkt in Ostwestfalen-Lippe verhindert werden. Darüber hinaus will die Gewerkschaft ein stärkeres Mitspracherecht für Betriebsräte in heimischen Unternehmen, wenn Chefs den Einsatz von Leiharbeitnehmern planen.

„Wer in Ostwestfalen-Lippe in Unternehmen als Leiharbeiter tätig ist, muss den gleichen Lohn bekommen wie regulär Beschäftigte. Arbeitgeber müssen dazu per Gesetz verpflichtet werden. Mit dem ‚Billigheimer-Modell’ muss Schluss sein“, sagt Gaby Böhm. Die Geschäftsführerin der NGG Bielefeld-Herford kritisiert die „Hängepartie“ der schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin. „Bislang tut sich hier nichts. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen setzt stattdessen auf freiwillige Branchenvereinbarungen – und drückt sich so vor einer gesetzlichen Regelung.“ Die NGG spricht von „Vogel-Strauß-Taktik“. Immerhin hätten die Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe 21.801 Leiharbeiter bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Aussitzen sei der vollkommen falsche Weg. Der heimische Arbeitsmarkt brauche zügig faire Arbeitsbedingungen. Und dazu gehöre „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – Equal Pay“. Das müsse endlich ins Gesetz. Ansonsten drohe in der Region Ostwestfalen-Lippe die Gefahr, dass Stamm-Belegschaften immer öfter durch billige Zeitarbeiter ersetzt würden. Gaby Böhm: „Gerade im Nahrungsmittelbereich versuchen immer mehr Arbeitgeber, normale Beschäftigte durch Leiharbeiter zu ersetzen. Und das mit katastrophalen Folgen für das Lohnniveau.“

Foto: NGG-Region Bielefeld-Herford