Von Hexen und Glückskräutern

Barbara Weidler zeigt die Guave, ihr wird unter anderem eine antiallergene Wirkung zugeschrieben. Foto: Stadt Gütersloh

Barbara Weidler zeigt die Guave, ihr wird unter anderem eine antiallergene Wirkung zugeschrieben. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). „Ach du grüne Neune“  – ein Ausruf dem manch einem vielleicht schon als Fluch entwischt ist. Seinen Ursprung hat er jedoch im „Gründonnerstagsalat“. Dieser wurde seit je her nämlich mit neun Kräutern belegt. Hätten Sie’s gewusst? – Anekdoten wie diese und viele mehr erzählt Babara Weidler so spannend während ihrer Führung im Botanischen Garten im Rahmen des Gütersloher Sommers, dass es selbst Zuhörer aus Düsseldorf bis nach Gütersloh gezogen hat. Die Themenführungen sind inzwischen mehr als ein Geheimtipp – nicht nur unter Gartenfreunden. Diesmal sind es die Geschichten von „Hexen und Glückkräutern“, die im Mittelpunkt stehen.

Als Hexenkräuter wurden viele der hier heimischen Heilpflanzen im Laufe der Geschichte verteufelt oder aber auch geliebt. Wundersame Eigenschaften wurden ihnen zugeschrieben. Reich sollten sie machen, vor Krankheit schützen, Liebe oder Unheil bringen. Zahlreiche Rituale waren jedoch bei der Ernte einzuhalten, um die gewünschte Wirkung zu erzielen, und auch die Frage der Einstellung spielte eine große Rolle. Viele dieser Mythen hat Babara Weidler zusammengetragen, Gedichte und Geschichten gefunden, die die Wirkungen der zahlreichen Pflanzen und Kräuter belegen sollen.

Der in unseren Wäldern heimische Wurmfarn zum Beispiel wächst im Schatten, da, wo es dunkel und einsam ist. Er treibt keine Blüten, sondert sammelt seine Samen unter den Blättern. Diese ungewöhnliche Pflanze wurde schon früh zum Symbol für das Leben der Eremiten in Einsamkeit und Stille. Aber auch die Liebesgöttinnen tragen Farn bei sich  und, natürlich, die Hexen, die den mühsam zu sammelnden Samen angeblich mit einer Salber vermsichten, unter ihre Füße rieben, damit sie auf ihren Besen fliegen konnten.

Auch die Alraune ist eine Pflanze, die in der Weltgeschichte immer wieder vorkommt – ebenso wie im Botanischen Garten. Von der Jungfrau von Orleans bis hin zu Harry Potter: Alle nutzten die angeblichen Wirkungen der Pflanze, die nicht nur unsichtbar machen sollte, sondern auch Reichtum und Gesundheit versprach. Mit viel Charme und Witz zog Barbara Weidler ihre Zuhörer in den Bann der Geschichte und hinein in eine sagenumwobene Welt, die vielleicht  gar nicht so viel anders ist als unsere.

Die nächste Führung zum Thema findet im Rahmen des Gütersloher Sommers am Samstag, 24. August statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Eingang Parkstraße/Ecke Badstraße des Botanischen Gartens, der Eintritt ist wie bei allen Veranstaltungen des Gütersloher  Sommers frei.