Traumhochzeit auf der MS Europa

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Minden. Eine Änderung im Personenstandsgesetz macht es in Minden möglich: Heiratswillige Paare können sich auch in den eigenen vier Wänden, in einem Festsaal oder anderen geschlossenen Räumlichkeiten ihrer Wahl trauen lassen. Nun hat sich das erste Paar im Standesamt für eine solche Eheschließung angemeldet und sich ein Schiff der „Weißen Flotte“ als Kulisse ausgesucht.

Vor Standesbeamtin Bettina Reinking und rund 100 Gästen gaben sich am 2. Mai Natalie Lauer und Sebastian Riese aus Minden auf der „MS Europa“ das Ja-Wort. Eine weitere Besonderheit: Ringe wurden nicht getauscht. Das Paar befüllte stattdessen eine Sanduhr mit weißem und lilafarbigem Sand. Der Schichtenlook des Sandes symbolisiert die Höhen und Tiefen der neuen Verbindung sowie Einheit und Zusammengehörigkeitsgefühl in der Ehe. Das Eheversprechen gaben sich beide in Gedichtform. Und damit nicht genug: Bald wird es eine weitere Trauzeremonie auf Maui/Hawaii geben.

Mit der Überarbeitung des Personenstandsgesetzes ist die bisher vorgeschriebene Widmung der Trau-Räumlichkeiten entfallen. So kann das Mindener Standesamt beispielsweise auch Eheschließungen direkt bei Hochzeitsfeierlichkeiten oder eben auch im eigenen Haus anbieten. Voraussetzung ist, dass die Standesbeamtinnen und –beamten die Räume vorher in Augenschein genommen haben müssen. „Alle drei Schiffe der Weißen Flotte eignen sich für Trauungen ganz hervorragend“, stellte Standesbeamtin Bettina Reinking nach einer Besichtigung fest. Somit stand der Eheschließung des frisch getrauten Paares nichts mehr im Wege.

„Trauungen außerhalb von Rathäusern sind bei Paaren sehr beliebt, Tendenz weiter steigend“, weiß Bettina Reinking. Das sei vor allem darin begründet, dass zunehmend auf kirchliche Trauungen verzichtet werde. In solchen Fällen wünschten sich die Paare für ihr Ja-Wort oft ein schönes Ambiente, so Reinking weiter. Ambiente-Trauungen gibt es schon seit mehreren Jahren im Angebot des Mindener Standesamtes. Neben dem Kleinen Rathaussaal als offiziellem Trauzimmer stehen das Preußen-Museum, das Mindener Museum, das Heimathaus in Dankersen, die Museumseisenbahn und der Raddampfer „Wappen von Minden“ als feste Angebote zur Verfügung.

2014 gibt es insgesamt 33 Termine für Ambiente-Trauungen. Im vergangenen Jahr nutzten 83 Paare in Minden die Möglichkeit, sich an besonderen Orten außerhalb des Rathauses trauen zu lassen: 60 Brautpaare entschieden sich für eine Eheschließung im Preußen-Museum, 17 Paare sagten im Heimathaus Dankersen und fünf auf dem Mindener Raddampfer „Ja“. Auch die Mindener Museumseisenbahn wurde von einem Paar für den besonderen Tag gewählt. Die meisten Trauungen fanden dennoch im Kleinen Rathausaal statt: 218 Paare gaben sich hier im vergangenen Jahr das Ja-Wort.

Für den Mehraufwand einer Trauung in einem speziellen Ambiente – wie einem Festsaal oder zu Hause – fallen zusätzliche Kosten an. So würden für eine solche Trauung rund 850 Euro an Extra-Gebühren berechnet. In diesem Betrag enthalten sind – neben der vorherigen Besichtigung der Räumlichkeiten – auch die Eheschließung an sich sowie die Gebühren für die Trauung außerhalb der Öffnungszeiten des Rathauses.

Der Aufwand für eine Eheschließung in einem Festsaal oder im eigenen Haus sei deutlich höher als bei einer Ambiente-Trauung beispielsweise im Preußen-Museum. Die gewidmeten Räumlichkeiten seien eigens für Trauungen eingerichtet, das notwendige Equipment und Dekoration vorhanden, erläutert Standesbeamtin Bettina Reinking. Für eine Ambiente-Trauung in gewidmeten Räumen außerhalb des Rathauses fallen lediglich 180 Euro bis 260 Euro an extra Gebühren an. Für die Eheschließung auf einem Schiff sind ca. 300 Euro zu zahlen.
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Das Standesamt geht gerne auf die Wünsche der Brautpaare ein. Bei Interesse an einer besonderen Trauung steht Standesbeamtin Bettina Reinking, Telefon 89-219, gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

BU 1: Luftballons: Bereits mehrere Ehen wurden in Minden auf einem Schiff geschlossen, so auf dem Raddampfer (Foto) und jetzt auf der „MS Europa“.
BU 2: Standesbeamte: Trauen Paare in einem schönem Ambiente (von links): Bereichsleiter und Standesbeamter Helmut Kruse, Standesbeamtin Vera Kindt, Standesbeamtin Britta Menne und Standesbeamtin Bettina Reinking (Koordinatorin).