SPD-Kreisfraktion zu Gast bei Jugendschützern

Oerlinghausen. 12.000 Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre leben im lippischen Westen; mehr als 200 von ihnen benötigen erzieherische Hilfen bis hin zur Heimunterbringung. Und die Zahlen steigen. So das in Daten gegossene Fazit eines Informationsbesuches der SPD-Kreistagsfraktion im Regionalbüro Oerlinghausen des Kreises Lippe.

Das Regionalbüro des Kreises mit seinen 21 Mitarbeitern bietet niedrigschwellige Beratungs- und Hilfsangebote. Dabei reicht die Palette vom Sozialpsychiatrischen Dienst bis zur Schulpsychologischen Beratung, wie Büroleiterin Gisela Müller-Rikels und ihr Mitarbeiter Thomas Fabian der SPD-Delegation erläuterten. Schwerpunkt der Tätigkeit seien jedoch die erzieherischen Hilfen für Kinder und Jugendliche in der Stadt Oerlinghausen sowie den Gemeinden Leopoldshöhe, Augustdorf und Schlangen. In den drei Gemeinden ist das Regionalbüro regelmäßig mit Sprechstunden vertreten.

„Wir wollen Eltern stärken, damit diese ihren Kindern wieder Halt geben können“, beschreibt Müller-Rikels das Ziel ihrer Arbeit. Ein Grundsatz, hinter dem auch die SPD-Kreistagsfraktion stehe, wie deren Vorsitzender Kurt Kalkreuter betonte. Doch die Fälle, in denen Kinder in ihren Familien keinen Halt mehr finden, nehmen zu. 2011 seien im Regionalbüro zwischen 40 und 50 Meldungen über Kindeswohlgefährdungen eingegangen, berichtete Müller-Rikels. Schulen, Nachbarn und andere riefen dann im Regionalbüro an. Danach werde schnell gehandelt und überprüft, ob Gefährdungen des Kindeswohls vorliegen.

Die meisten Familien benötigten Hilfe, weil sie sich mit mehreren Probleme gleichzeitig konfrontiert sehen: Probleme in der Partnerschaft bis hin zur Trennung, finanzielle und gesundheitliche Probleme, Sucht, Kriminalität und andere mehr. Das Regionalbüro versucht in der Regel, die Familien durch Beratungs- und Hilfsangebote wieder zu stabilisieren. 122 solcher ambulanten Hilfen zur Erziehung finden gegenwärtig in Westlippe statt. Es gibt jedoch auch Situationen, wo die Kinder nicht in ihren Familien belassen werden können. Dann suche das Regionalbüro nach Pflegefamilien oder Heimplätzen, erläuterte Fabian. 58 Pflegeverhältnisse gibt es in der Jugendhilfe in Westlippe, 29 Kinder und Jugendliche sind stationär in Heimen untergebracht.

Foto: Text.Sicher! Detmold