Senner-Fohlen heißt Regina

 

Stutfohlen Regina wurde von Stephan Prinz zur Lippe (rechts) getauft. Mutter Kassandra und deren neuer Besitzer Klaus Steinmeier schauten zu. Foto: LWL

Detmold. Der Name lässt Großes erhoffen: Regina heißt das jüngste Stutfohlen des LWL-Freilichtmuseums Detmold, das seinen Namen von einem bekannten Paten erhielt. Stephan Prinz zur Lippe taufte den jüngsten Spross der Senner Pferde aus der Zucht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Da die Senner Pferde vom Aussterben bedroht sind, ist jedes neugeborene Fohlen etwas Besonderes.

Regina stammt bereits aus der zweiten Generation der im LWL-Freilichtmuseum geborenen Senner Pferde. „Ihre Mutter ‚Kassandra‘ erblickte 2005 im LWL-Freilichtmuseum das Licht der Welt und wurde ebenfalls von Stephan Prinz zur Lippe getauft“, verrät Agnes Sternschulte, Leiterin des Referates Landschaftsökologe. Seit 2001 beteiligt sich das LWL-Freilichtmuseum Detmold aktiv an der Zucht der seltenen Senner Pferde. Mittlerweile befindet sich Kassandra im Besitz von Klaus Steinmeier in Augustdorf. Der Vater von Regina ist ein Anglo Araber aus renommierter Linie. „Das Senner Pferd gehört zu den wichtigen Kulturgütern, die das lippische Fürstenhaus der Nachwelt hinterlassen hat. Heute wird die Zucht vom LWL-Freilichtmuseum Detmold und vielen engagierten privaten Züchtern fortgesetzt und damit die Art erhalten. Diese Arbeit unterstützen wir als Familie sehr gern und sind mit Herzblut dabei“, so Stephan Prinz zur Lippe.

Hintergrund

Mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1160 gelten die Senner als älteste Pferderasse Deutschlands und gehen demnach auf eine sehr alte und seltene Stutenlinie zurück, die sich aus den einst freilaufenden Pferden der Senne etablierte. Über Jahrhunderte lag ihre Zucht in der Hand des lippischen Fürstenhauses. Ab 1874 gingen die Pferdezahlen deutlich zurück, 1935 wurden die letzten 16 Senner auf dem Marktplatz in Detmold versteigert. Nur dem Idealismus einzelner Privatzüchter ist es zu verdanken, dass einige wenige Tiere die Zeiten großer Not überstanden haben.

Durch den Einsatz edler Hengste von außerhalb und die Haltung in der Senne entwickelte sich eine besonders langlebige und fruchtbare Kulturpferderasse, die sich bis heute durch ihre Robustheit und große Ausdauer auszeichnet. Das heutige Museumsgelände mit dem ehemaligen Tiergarten diente ab 1850 schon einmal als Weide und Außenstelle des fürstlichen Gestüts. Daran erinnert auch eine 2011 eröffnete Dauerausstellung in der ehemaligen Fasanerie des LWL-Freilichtmuseums.