Schön leben, gut leben – Beginn einer Vortragsreihe in der akw

AKW_vivir-bienBielefeld. Mitten in Südamerika, westlich des Amazonas und von den Anden durchzogen, liegt der Binnenstaat Bolivien. Und dort tut sich seit einigen Jahren etwas im Umgang mit den einheimischen Minderheiten. Seit dem 20. Januar 2009 haben Boliviens derzeit 36 indigene Völker umfassende Rechte verfassungsmäßig zugestanden bekommen – ein Weg, der durch vorangegangene Massendemonstrationen geebnet wurde: Nun war es den Indios möglich, leichteren Zugang zu Einrichtungen der Grundversorgung, der Bildung und der Gesundheit zu bekommen. Die Staatsverfassung hatte das Land zum plurinationalen Staat erklärt. In Bolivien ist es damit  gelungen, maßgeblich Einfluss auf die neue Verfassung zu nehmen, die sich als erste in Lateinamerika von der Entwicklungs- und Wachstumsideologie distanziert.
Auch hierzulande nimmt das Verlangen nach einem neuen zivilisatorischen Paradigma jenseits des Wachstumsglaubens zu. Auf der Suche nach nach neuen Wegen blicken wir von Europa aus zunehmend voller Wissbegierde auf die „unterentwickelten“ Regionen, insbesondere auf die sozialen Bewegungen Lateinamerikas, die von der indigenen Weltsicht und einem indigenen Politikstil geprägt werden.
In zwei Vorträgen wird Veronika Bennholdt-Thomsen die neuen und alten Konzepte aus dem Kontext der indigenen Philosophie erläutern und die Brücke zur europäischen Denkweise schlagen. Die Referentin ist promovierte und habilitierte Sozialanthropologin, Lateinamerikaforscherin und Frauenforscherin der ersten Stunde. Sie hat vor zwei Jahren die Anden bereist, um sich selbst einen Eindruck von den neuen gesellschaftlichen Prozessen zu verschaffen.

Der zweite Vortrag dieser Reihe findet am Dienstag, 29. April 2014, 20.00  Uhr, statt.
Der Eintritt kostet 3 Euro.

auto-kultur-werkstatt
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