Regionalbewegung gewinnt an Bedeutung

Kreis Lippe. Sie kamen aus ganz NRW nach Lemgo, als der Bundesverband der Regionalbewegung zu seiner NRW-Konferenz nach Lemgo einlud. So konnte der Vorsitzende des Lippequalität e.V., Günter Puzberg, Gäste aus den Regionen Höxter und Gütersloh, dem Münsterland und dem Rheinland, aus dem Bergischen Land, vom Niederrhein, aus dem Kreis Heinsberg an der niederländischen Grenze und natürlich aus Lippe begrüßen.
Deutlich wurde bei dieser Tagung, dass die Regionalbewegung aus Deutschland nicht mehr wegzudenken ist. Sie sei ein notwendiger Bestandteil einer globalisierten Welt. Dabei ginge es darum, alle Regionen in unserer Welt zu fördern und weiter zu entwickeln: wirtschaftlich, ökologisch und sozial. Einige der Regionalinitiativen wie zum Beispiel Lippequalität können schon auf viele Jahre Wirksamkeit zurückblicken, andere wie etwa die neue Regionalmarke „Selfkant“, die sich gegenwärtig ganz im Westen unseres Bundeslandes entwickelt.
Mit Gerald Titulaer aus Nijmwegen (Niederlande) kam der weitgereistete Gast auch als Referent zu Wort. Denn die dortige Regionale Kooperative Oregional versorgt inzwischen viele Kantinen und Großküchen in Krankenhäusern, Altenheimen und Schulen mit regionalen Produkten. Hier müsse allerdings ein Umdenken stattfinden, sowohl auf der politischen Seite als auch bei den Köchen, denn regional sei eben auch saisonal und der Speiseplan müsse sich dann weitgehend nach dem tatsächlichen saisonal vorhandenen Angebot richten. Den jungen und alten Menschen in der südniederländischen Region schmecke das gut und schaffe ein neues Bewusstsein. Der Region brächte das Gewinn, den im Ende rechne es sich, wenn regionale Betriebe liefern und so eine regionale Wertschöpfung stattfände. Auf Grund der Nachfrage seien sogar etliche neue Betriebe in der Region entstanden, die die Kartoffeln, das Gemüse und den Salat für den Einsatz in den Großküchen vorbereiteten, was für die Region wirtschaftliche und strukturell gut sei.
Der Tagungsort, die Stiftung Eben-Ezer in Lemgo, war nicht zufällig gewählt, sei doch diese diakonische Einrichtung aus Überzeugung mit ihrem Biohof und der Hofmolkerei schon seit vielen Jahren Teil der lippischen Regionalbewegung und Mitglied bei Lippequalität, betonte der Leiter der Werkstatt für behinderte Menschen, Markus Toepffer, in seinem Grußwort. So war es dann auch selbstverständlich, dass am Schluss der Tagung der Meierhof und die Hofmolkerei besucht wurden, deren Kapazität noch nicht voll ausgelastet ist und die auch weitere Produkte entwickeln will.