Mai-Empfang der Stadt Detmold

 von links nach rechts: Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Christina Wesemann (DGB-Kreisvorstand) und Bürgermeister Rainer Heller. Foto: Stadt Detmold

von links nach rechts: Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen, Christina Wesemann (DGB-Kreisvorstand) und Bürgermeister Rainer Heller. Foto: Stadt Detmold

Detmold. Beim diesjährigen traditionellen Mai-Empfang für die Detmolder Betriebs- und Personalräte im Detmolder Rathaus stand der Vortrag des Historikers Dr. Wolfgang Uellenberg-van Dawen im Zentrum der Veranstaltung und der Diskussion. Der Leiter des Bereichs Politik und Planung in der Verdi Bundesverwaltung Berlin erinnerte an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch das NS-Regime und mahnte vor allem, aus diesen Ereignissen von vor 80 Jahren auch heute Konsequenzen zu ziehen.

„Wir müssen uns einsetzen für eine aktive Demokratie in den Betrieben, in den Kommunen, im Land und in Europa“, so Uellenberg-van Dawen in seinem Vortrag, der begeistert von den über 100 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aufgenommen wurde. Auch Bürgermeister Rainer Heller betonte in seinem Grußwort: „Der geschichtlichen Verantwortung müssen wir uns jeden Tag neu stellen.“

Um die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die „Machtübergabe an Hitler“ darzustellen, spannte Uellenberg-van Dawen einen weiten historischen Bogen. Vor allem bemängelte er die fehlende Bereitschaft der Eliten aus Wirtschaft, Politik, Justiz und Militär zur Selbstkritik. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges seien sie häufig in ihren Funktionen übernommen worden. Auch heute noch würde in zu wenigen Rathäusern an diesem bedeutsamen Datum, dem 2. Mai, eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattfinden. „Ich gratulieren Ihnen dazu, dass es hier in Detmold geschieht“, so Uellenberg-van Dawen.

Vor 80 Jahren sei die „Arbeiterbewegung nicht kampflos gewichen“, betonte Uellenberg-van Dawen. Sie sei jedoch der „nationalsozialistische Herrschaftstechnik aus Gewalt und Verführung“ erlegen. Mit dem Feiertag am 1. Mai wurde durch die Nazis Gesetz, wofür die Gewerkschaften gekämpft hatten. Auf den „Tag der nationalen Arbeit“ folgte der Terror: am 2. Mai wurden die Freien Gewerkschaften zerschlagen.

Angesichts einer „Digitalisierung der Arbeit“, von Leiharbeit und befristeter Arbeitsverträge sei es heute Aufgabe der Gewerkschaften, sich für die Demokratisierung in den Betrieben und Unternehmen stark zu machen. „Die Lehre, die wir aus den Geschehnissen der NS-Vergangenheit gezogen haben, müssen wir auch jeden Tag einlösen“, appellierte Uellenberg-van Dawen und zwar durch ein aktives Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus und für die Demokratie.

Nähere Informationen werden auf der Internetseite der Stadt Detmold unter www.detmold.de veröffentlicht.