Junge Frauen nutzen ihre Chance

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Die Gleichstellungsbeauftragten Anne Braszeit (Stadt Minden), Katrin Flemming (Gemeinde Hille) (hinten v.l.), Mona Finkemeier (Stadt Petershagen) und Babette Lissner (Stadt Porta Westfalica) (vorne v.l.) freuen sich über die neue Broschüre „Nutze deine Chance!“.

Minden. Mutig sein, individuelle Potentiale nutzen und beruflich neue Wege gehen – dazu animiert die neue Broschüre „Nutze deine Chance!“ Mädchen und junge Frauen aus Minden-Lübbecke schon dem Namen nach. Sie ist Ergebnis der Kooperation der Gleichstellungsstellen von elf Städten und Gemeinden des Mühlenkreises.

Viele Schülerinnen und Schüler starteten vergangene Woche in das letzte Jahr ihrer Schullaufbahn. Ein wichtiger Lebensabschnitt, in dem wesentliche Entscheidungen getroffen und die Weichen für die berufliche Zukunft gestellt werden wollen. „Unsere Broschüre ist für junge Frauen als Orientierungshilfe gedacht“, erklärt Anne Braszeit, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Minden. Es handelt sich um eine überarbeitete und modernisierte Neuauflage des 1998, 2003 und 2006 erschienen Hefts „Mädchen können alles“.

Von A wie „Anlagenmechanikerin“ bis Z wie „Zerspanungsmechanikerin“ stellt die neue Publikation Berufsbilder mit Perspektive vor. Typische Frauenberufe, wie den der Erzieherin oder Friseurin, sucht man in der langen Liste vergeblich. „Ziel der Broschüre ist es ja gerade, Mädchen für Berufe zu gewinnen, in denen Frauen bislang unterrepräsentiert sind“, betont Babette Lissner, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Porta Westfalica.

Das in Dunkelviolett, der Farbe der Frauenbewegung, gehaltene Heft, informiert nicht nur über die Berufsbilder, sondern listet darüber hinaus Ausbildungsbetriebe aus dem ganzen Kreisgebiet auf. Heimische Größen wie Wago, ORNAMIN oder Harting sowie diverse kommunale Arbeitgeber stellen das breite Spektrum an Berufen vor, in denen sie ausbilden. Ein gesondertes Kapitel ist den für Abiturienten besonders interessanten dualen Studiengängen gewidmet.

Weiterhin enthält die Broschüre für die weitere Recherche hilfreiche Internetadressen sowie Informationen über die in den jeweiligen Berufen und Ausbildungsjahren gezahlten Gehälter. „Auf besonders großes Interesse stößt das Kapitel ‚Was kostet das Leben?‘“, betont Braszeit. Hier wird vorgerechnet, wie viel von einem exemplarischen Bruttoverdienst nach Abzug der Steuern und Abgaben für klassische Posten des Lebensunterhalts abgehen.

Katrin Flemming, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Hille, lobt die Unterstützung, die das Redaktionsteam bei seiner Arbeit, von heimischen Unternehmen erhielt: „Wir haben aus der Wirtschaft großen Zuspruch erhalten. Viele Unternehmen beteiligten sich nicht nur durch einen Eintrag in der Broschüre, sondern auch als Sponsor oder Anzeigenkunde.“ Es sei gelungen, die Publikation allein aus diesen Einnahmen und ganz ohne Zuschüsse der Kommunen zu finanzieren. Dem Motto „Von Auszubildenden für Auszubildende“ folgend wurde der Druck von den Auszubildenden der Druckerei „Kunst- und Werbedruck“ in Bad Oeynhausen durchgeführt.

Die beteiligten Gleichstellungsbeauftragten sind mit dem Ergebnis des Kooperationsprojekts sehr zufrieden: „Auch für Jungs lohnt es sich in der Broschüre zu blättern“, betont Braszeit deshalb. Zu haben ist das Heft bei den Gleichstellungsstellen sowie in Minden an der Info in der Bürgerhalle und im städtischen Bürgerbüro.

Foto: Stadt Minden