Jugendschutzkalender 2014 der lippischen Jugendämter

Ferienkalender-TitelbildDetmold. Die fünf lippischen Jugendämter geben jährlich einen Jugendschutzkalender heraus, der an Schülerinnen und Schüler verteilt wird. Die Jugendschutzkalender greifen in jedem Jahr unterschiedliche kinder- bzw. jugendrelevante Themen auf. Der Jugendschutzkalender 2014 „ge_meinsam“ soll Denkanstöße zum Handy-Nutzungsverhalten geben und wurde bereits an die weiterführenden Schulen in Lippe verteilt.

Menschen, die aufs Handy starren… wer kennt das Bild nicht: In der Kneipe werden lieber die letzten Updates gecheckt, als mit realen Freunden oder Partnern geredet. Auf Partys werden mitten im Gespräch die Smartphones gezückt, um neue SMSs zu lesen, zu twittern oder E-Mails abzufragen. Der Jugendschutzkalender 2014 weist auf dieses Phänomen hin, ohne dass der moralische Zeigefinger erhoben wird, und greift damit einen Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen auf.

Laut der Jugendstudie (JIM 2013) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest steht bei Jugendlichen die Nutzung von Online-Communities bei den kommunikativen Tätigkeiten im Internet an erster Stelle. Dreiviertel der Jugendlichen besuchen mindestens mehrmals pro Woche soziale Netzwerke. Die Hälfte tauscht E-Mails aus, ein Drittel ist in speziellen Chat- Angeboten unterwegs. Damit sie alle Neuigkeiten innerhalb der Community so schnell wie möglich mitgeteilt bekommen, lassen sich 63 Prozent der Nutzer/innen über ihr Handy benachrichtigen, sobald im sozialen Netzwerk etwas passiert. Die jugendlichen Community-Nutzer haben aktuell durchschnittlich 290 Kontakte oder „Freunde“. 42 Prozent sind in ihrer Community auch mit ihren Eltern „befreundet“. Mit durchschnittlich 37 Prozent sind Lehrer unter den Online-Freunden etwas weniger vertreten.

Das große Bedürfnis der Jugendlichen, mobil miteinander zu kommunizieren, ist heute völlig normal. Aber es gibt auch Situationen, bei dem das „aufs Handy starren“, das „Smartphone checken“ oder  Lesen und Herumtippen auf dem Handydisplay unangebracht sind oder als störend empfunden werden. Dies ist  z. B. so, wenn im Schulunterricht ständig das Handy in der Hosentasche vibriert (Achtung, neue Nachricht!), Freunde zusammen auf eine Party sind, aber nur mit dem Handy beschäftigt sind oder wenn Jugendliche bei Freunden ihre Probleme schildern,  die aber ständig aufs Handy sehen, ob sie Nachrichten bekommen haben. Die meisten Jugendlichen entwickeln ein Gespür für solche Situationen. Wo das nicht passiert, ist es gut, wenn Erwachsene sie darauf hinweisen.

Der Jugendschutzkalender beinhaltet neben dem Kalendarium mit den Ferienzeiten auch die Telefonnummern der Ansprechpartner/innen der einzelnen Jugendämter. Damit der Jugendschutzkalender auch für die Zielgruppe ansprechend gestaltet ist, wurde von den Jugendämtern in diesem Jahr die Schülerfirma des Leopoldinums Leo Media Productions eSG mit der Gestaltung beauftragt. Die Schülerinnen und Schüler der Leo Media Productions sind in der gleichen Altersgruppe wie die Zielgruppe für den Kalender und  wissen daher am besten, was bei der Zielgruppe ankommt.

Verantwortliche in den Jugendämtern:
Kreis Lippe – Herr Loch
Stadt Bad Salzuflen – Frau Rodekamp und Frau von Borries
Stadt Detmold – Frau Zurheide
Stadt Lage – Herr Peters
Stadt Lemgo – Herr Schwär-Fröhlich

Foto: Stadt Detmold