In die berufliche Zukunft fahren

Gütersloh. Pünktlich um acht Uhr beginnt für Maja Stockbrügger der Dienst bei der Feuerwehr Gütersloh. In typisch weißen Sachen und mit roter Sicherheitsjacke ist die Bundesfreiwilligendienstlerin im Rettungsdienst unterwegs. Meistens ist sie als Fahrerin bei geplanten Krankentransporten im Einsatz. Menschen zu helfen und gleichzeitig die Zeit zur Berufsorientierung zu nutzen ist für die 19-Jährige genau die richtige Verknüpfung. Seit Oktober unterstützt sie nun schon das Team der Feuerwehr.

„Jeden Tag trifft man andere Menschen“, erzählt Maja Stockbrügger von ihrem Arbeitsalltag als Bundesfreiwilligendienstlerin, „es ist ein gutes Gefühl, helfen zu können.“ Nach ihrem Schulabschluss an der Anne-Frank-Schule wollte die Gütersloherin gerne etwas Praktisches und Sinnvolles zugleich machen. Statt einer Ausbildung oder eines Studiums entschied sie sich für den Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Gütersloh. Ihr Vater hat vor einigen Jahren ebenfalls seinen Zivildienst dort geleistet, sodass die Wahl für Maja Stockbrügger schnell auf die gemeinnützige Stelle fiel. „Als ich bei der Feuerwehr angefangen habe, habe ich zuerst ein zweiwöchiges Seminar absolviert, indem ich eine Rettungshelferprüfung abgelegt habe“, erzählt die „Bufdine“. Anschließend musste Maja Stockbrügger noch ein Fahrsicherheitstraining ablegen, ehe sie eine vierwöchige Einweisung als Fahrerin eines Krankentransportwagens erhielt.

Seitdem ist Maja Stockbrügger meistens mit einem Rettungsassistenten im Krankentransportwagen unterwegs: Die Bufdine übernimmt die Funktion des Fahrzeugfahrers und der Rettungsassistent die des „Führers“. „Die Transporte werden im Vorfeld angekündigt, nur manchmal kommen kurzfristig Fahrten hinzu, zum Beispiel von der Arztpraxis ins Krankenhaus“, erklärt Maja Stockbrügger den üblichen Ablauf. Oftmals sind es ältere Menschen, die krankheitsbedingt von einem Ort zum anderen gebracht werden müssen. „Wir betreuen die Patienten und sprechen ihnen gut zu“, fasst die Bufdine die Aufgaben zusammen. Schließlich gehören zu ihrem Arbeitsalltag genauso ein offenes Ohr und tröstende Worte, wie Kenntnisse einer sicheren Lagerung während der Fahrt und Hygienevorschriften. „Jeder Tag ist spannend und es macht Spaß, den Leuten zu helfen“, Maja Stockbrügger ist zufrieden mit ihrer sozialen Tätigkeit, „die Kollegen von der Feuerwehr sind sehr nett, im Team macht die Arbeit gleich doppelt Spaß.“

Während der Krankentransporte sind die Helfer natürlich ohne Blaulicht und Sirene unterwegs. Im Notfall ist das anders: Der Einsatz im Rettungswagen erfordert schnelle und situationsgerechte Hilfe, zum Teil zählt dort jede Sekunde. Diese Erfahrung hat auch schon die Bufdine gemacht, die gelegentlich als dritte Person auf dem RTW mitfährt. „Man erhält einen guten Einblick in den Arbeitsalltag der Rettungsassistenten. Ich könnte mir vorstellen, auch beruflich diese Richtung einzuschlagen“, so Maja Stockbrügger. Konkrete berufliche Pläne hat sie noch nicht – aber die Arbeit bei der Feuerwehr Gütersloh bereitet ihr soviel Freude, dass sie überlegt, ihre soziale Tätigkeit noch über das geplante eine Jahr hinaus zu verlängern.

Bild: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit – Stadt Gütersloh