Gleichstellungsbeauftragte starten Postkartenaktionen

Foto: Stadt Vlotho

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Vlotho. Mit zwei Postkartenaktionen verleihen die kommunalen Gleichstellungsstellen und das Netzwerk „Frauen & Arbeitspolitik“ im Kreis Herford ihren Forderungen nach Rentengerechtigkeit für alle Mütter und nach Abschaffung der Minijobs, die von etlichen Frauenverbänden aus ganz Deutschland geteilt werden, neuen Schwung. Die anstehende Bundestagswahl nutzend, werden die Kandidatinnen und Kandidaten aufgefordert, sich dieser Themen anzunehmen.

Die Debatte um die Wirkung der Minijobs wird seit Jahren geführt. Bislang jedoch ohne positives Ergebnis. Vielmehr hat sich die Situation vieler Frauen in Bezug auf die eigenständige Existenzsicherung und Altersvorsorge nicht verbessert! Gleiche Bezahlung und gleiche Rechte für alle Beschäftigten sowie Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro. Auch in Teilzeit dürfen Beschäftigte nicht mit „Aushilfe“-Löhnen unterhalb der Mindestlohngrenze abgespeist, sondern müssen nach Tarif bezahlt werden! Die kürzliche Erhöhung der Verdienstgrenze auf 450,- €  und die Einführung der Rentenversicherungspflicht für MinijobberInnen werden wenig dazu beitragen, die drohende Alterarmut, insbesondere von Frauen, wirkungsvoll zu bekämpfen.

Mit der zweiten Postkartenaktion schließen sich die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Herford dem Appell von etlichen Frauenverbänden an, die bestehende Rentenungleichheit der Mütter zu beseitigen: Während Müttern mit Geburten ab Jahrgang 1992 drei Erziehungsjahre rentenwirksam angerechnet werden, müssen sich Mütter mit Geburten vor 1992 mit einem zufrieden geben. Das macht zurzeit einen Unterschied von 56,14 € monatlich pro Kind. Denn 1 Erziehungsjahr entspricht einem Rentenentgeltpunkt im Wert von 28,07 € zum Stichtag 1. Juli 2012. Die schlechtere Rentenregelung trifft aber nun gerade die Frauen, die in der Vergangenheit in der Hauptrolle die Familienarbeit übernommen haben. Sie haben, wenn das erste Kind kam, die Erwerbstätigkeit aufgegeben oder ganz erheblich reduziert, weil es keine Kindertagesstätten gab.

Alle, die eine oder beide Forderungen unterstützen möchten, können die Bundestagskandidatinnen und –kandidaten per Postkarte bitten sich dafür einzusetzen. Die Postkarten sind kostenlos in allen Rathäusern und im Kreishaus erhältlich und können dort unterschrieben und wieder abgegeben werden. Eine Übergabe der Postkarten an die WahlkreiskandidatInnen findet kurz vor der Bundestagswahl statt.

Für Rückfragen steht Ihnen gerne die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vlotho, Frau Christel Jessen unter der Telefonnummer 05733 / 924-162 zur Verfügung.