Gemeinsamer Schnatgang der Städte Bad Driburg und Brakel

Bad Driburg/Brakel (bmi) „Die umgebenden Wälder kennen lernen, die Grenzen abschreiten und den Nachbarn begegnen“ – so könnte das Motto lauten, das angelehnt wird an einen alten Brauch: Schnatgänge haben Ihren Ursprung in den Grenzbegehungen des Mittelalters, als es noch kein Kataster gab oder Steine die Gemeindegrenzen markierten.

Damals waren Gemeindegrenzen durch natürliche Markierungen wie Bachläufe, Hecken, Bäume oder Waldschneisen festgelegt. Durch regelmäßige Schnatgänge wurde den Bewohnern beiderseits der Grenzen die „Schnat“ (oder „Schnade“) bekannt gemacht: Die Ortsgrenzen wurden abgegangen und der Grenzverlauf wurde einerseits an jüngere Generationen weitergegeben und andererseits durch Beschneiden der „snat“ (plattdeutsch für Grenze oder Schneise) begehbar gehalten.

Heute markieren Grenzsteine die Grenzen in der Örtlichkeit und die Karten der Katasterämter dokumentieren die Grundstücke eines jeden Eigentümers und der Gemeinde sicher.

Auf gemeinsame Einladung der Bürgermeister der Städte Bad Dribung und Brakel traf man sich am 22. September gegen 14:00 h bei herbstlichem Wetter zu einem Schnatgang: Vertreter aus Rat und Verwaltung der beiden Städte sowie die Forstbeamten des Landesbetriebs Holz und Wald NRW bildeten die Teilnehmergruppe. Die Exkursion startete am Rathaus in Brakel. Nach einem kurzen Transfer in den Brakeler Stadtwald hieß das Ziel: Herste. Im Flechtheimer Wald ging es entlang dem alten Postweg -eine uralte Verbindung der beiden Städte- dann über den Aspen hin zur Koerfer-Quelle. Albert Heinemann stellte das Kleinod und die aufwendige Renovierung vor, die logistisch und materiell von der Städten Brakel und Bad Driburg unterstützt wurde. Anschließend wurde der Zielpunkt mit der Jagdhütte „Langer Kamp“ bei Herste erwandert.

Neben einer zünftigen Stärkung gab es zwischen allen Beteiligten einen regen Austausch über die vielfältigen örtlichen Problemstellungen.

Die Bürgermeister Deppe und Temme waren sich einig: „Ein solcher Termin sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, bietet er doch beste Gelegenheit Probleme direkt an Ort und Stelle in Augenschein zu nehmen oder zu diskutieren und auch nach interkommunalen Lösungen zu suchen.“