Freundschaften über die Stadtgrenze hinaus

Feierliche Einweihung: Der stellvertretende Bürgermeister Jean-Yves Hugon (links) applaudiert, als Bürgermeisterin Maria Unger und der Bürgermeister der französischen Partnerstadt, Jean-Francois Mayet, die „Gütersloher Brücke“ feierlich einweihen. Foto: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Freundschaften sind wichtig. Nicht nur für Menschen, sondern auch für Städte: Seit 1977 pflegt die Stadt Gütersloh die ersten Verbindungen im Rahmen einer Städtepartnerschaft zu der französischen Stadt Châteauroux, rund 260 Kilometer südlich von Paris. Ein Jahr später wurde offiziell die Freundschaft mit Broxtowe, der Großgemeinde vor den Toren Nottinghams, besiegelt. Auch zu der polnischen Stadt Grudziadz (Graudenz) entwickelte sich in den 90er Jahren eine intensive Verbindung. Durch sie trat Gütersloh außerdem mit Falun in Mittelschweden in Kontakt . Die jüngste Partnerstadt Güterslohs ist Rshew, eine russische Stadt, ca. 200 Kilometer westlich von Moskau gelegen. Zahlreiche Besuche und gemeinsame Veranstaltungen verdeutlichen, dass die Städtepartnerschaften Güterslohs nicht nur auf dem Papier existieren. Vor allem der Austausch zwischen Schulen oder Vereinen spielt hierbei eine wesentliche Rolle.

In diesem Jahr wird das 35-jährige Bestehen der Freundschaft mit Châteauroux gefeiert, der ältesten Partnerstadt Güterslohs: Am Pfingstwochenende reiste eine Delegation um Bürgermeisterin Maria Unger in das im Herzen Frankreichs gelegene Châteauroux. Höhepunkte des Besuchs waren die Unterzeichnung einer Urkunde mit Jean-Francois Mayet, Bürgermeister von Châteauroux, und Bürgermeisterin Maria Unger, mit der die „Jumelage“ erneut manifestiert wurde. Außerdem setzten die französischen Freunde ein symbolisches Zeichen: Zu Ehren der Partnerschaft wurde eine Brücke über den Indre auf den Namen „Gütersloh“ getauft. Die Brücke verbindet einen Stadtteil mit dem Zentrum und ist die älteste Verbindung über den Fluss in der Stadt – ein angemessenes Sinnbild für eine vorbildliche Städtepartnerschaft, die Kulturen miteinander vernetzt.

Regelmäßig besuchen einige Gütersloher die Freunde in der französischen Partnerstadt und umgekehrt. Wolfgang Nunnemann beispielsweise, der von Beginn an den Kontakt nach Frankreich aktiv gepflegt hat, kann sich noch genau an die Anfänge vor 35 Jahren erinnern: „Wir standen in Gütersloh am Bahnsteig zwei und obwohl wir uns noch nie gesehen haben, wussten wir sofort: Das sind die Freunde aus Châteauroux.“ Über die Jahre hinweg haben sich die Kontakte gefestigt und die regelmäßigen Besuche im Kalender etabliert. „Durch die gegenseitige Gastfreundschaft sind über die Jahre hinweg viele Freundschaften entstanden, die nun schon lange Bestand haben“, würdigt Bürgermeisterin Maria Unger die gelebte Städtepartnerschaft.

Der nächste Besuch einer französischen Delegation auf Gütersloher Boden steht jetzt an: Am Freitag wird Bürgermeister Jean-Francois Mayet mit einer Delegation in die Stadt an der Dalke reisen, um hier die 35-jährige Freundschaft zu feiern. „Wir freuen uns schon auf den Besuch der 14-köpfigen Gruppe und haben ein informatives Programm auf die Beine gestellt, denn einige Mitglieder der Delegation kennen Gütersloh noch nicht“, berichtet Karin Delbrügge, Ansprechpartnerin in Sachen Städtepartnerschaften bei der Stadt Gütersloh. Unter anderem steht ein Besuch des Schinkenmarktes auf dem Terminkalender. Dort wird die deutsch-französische Gruppe auch das Ehepaar Colette und Marc Pasquet treffen. Marc Pasquet ist der Sohn des Begründers der Städtepartnerschaft, Henri Pasquet. Die Gütersloher kennen ihn und seine Frau vor allem als Anbieter regionaler Spezialitäten aus Châteauroux. Mit exquisitem Ziegenkäse, zarten Linsen, leckerem Gebäck und herrlichen Weinen sind sie auch dieses Mal wieder auf dem Schinkenmarkt vertreten und am Ende der Veranstaltung meistens „ausverkauft.“

Rund 15.000 Gütersloher und Gütersloherinnen sind in den vergangenen 35 Jahren in die Partnerstadt gereist und haben die fremde Kultur kennen und lieben gelernt – in drei Fällen entfaltete sich sogar eine so große Liebe, dass sich daraus deutsch-französische Ehen entwickelten. So sieht gelebte Städtepartnerschaft aus.