Förderprogramme für berufsbegleitendes Studium

Bielefeld-Bethel. Sie bringen jahrelange Berufserfahrung mit, haben die Ausbildung mit Bestnote abgeschlossen und wollen neben dem Job den Schritt an die Hochschule wagen. Doch viele junge Menschen schrecken vor einem Studium zurück, weil ihnen das nötige Geld fehlt. Einerseits bedeutet ein Studium Gehaltseinbußen, andererseits müssen auch die Kosten für ein Studium aufgebracht werden. Auch für Regine Kuck waren die monatlichen 260 Euro Studiengebühren eine Hürde, als sie sich an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld bewarb. Aber sie überwand diese Hürde ganz unkompliziert: Über ein spezielles „Aufstiegs“-Stipendium bekommt sie eine Unterstützung von 2000 Euro pro Jahr.

 Mit dem Förderprogramm will das Bundesforschungsministerium beruflich Begabten zusätzliche Perspektiven durch ein Studium eröffnen und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung erhöhen. An der Fachhochschule der Diakonie werden derzeit 15 der rund 450 Studierenden durch das neue Förderprogramm unterstützt – Tendenz steigend.

„Ich empfand die Bewerbung um das Weiterbildungsstipendium bei der ‚Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung‘ (SBB) als sehr unkompliziert und nutzerfreundlich“, berichtet Regine Kuck. Die 25-jährige Studentin, die an der FH der Diakonie im Studiengang „Psychische Gesundheit/Psychiatrische Pflege“ eingeschrieben ist, arbeitet parallel als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Sie rät allen Interessenten, sich frühzeitig mit der SBB in Verbindung zu setzen, um die Bewerbungsfristen nicht zu verpassen. „Wer früh weiß, dass er ein berufsbegleitendes Studium anstrebt, sollte sich schon im Voraus in der Ausbildung für gute Noten anstrengen. Immerhin winken 6000 Euro“, sagt die Studentin.

Wer in den Genuss der staatlichen Unterstützung kommt, erhält im Vollzeitstudium eine Pauschale in Höhe von 670 Euro und ein Büchergeld in Höhe von 80 Euro im Monat. Die Förderung für Stipendiaten, die einen berufsbegleitenden Studiengang ausgewählt haben, liegt bei 2000 Euro pro Kalenderjahr. „Das Förderprogramm enthält vieles von dem, was wir uns schon lange gewünscht haben“, erklärt Prof. Dr. Martin Sauer, Rektor der Fachhochschule der Diakonie.

Während für junge Vollzeit-Studierende Bafög eine recht gute finanzielle Basis bietet, um studieren zu können, waren Berufstätige, die zusätzlich noch studieren und deshalb oft ihren Stellenumfang reduzieren, bisher benachteiligt. „Und nicht alle Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter finanziell, wenn sie sich weiterqualifizieren“, stellt Dr. Martin Sauer fest.

Gute Chancen auf eine Förderung haben Studierende, die das zweite Studiensemester noch nicht abgeschlossen haben und über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen. Zudem müssen sie eine an die Berufsausbildung anschließende zweijährige, den Lebensunterhalt sichernde Berufstätigeit nachweisen und ihre besondere Leistungsfähigkeit in Ausbildung und Beruf unter Beweis gestellt haben. Die Dauer der Förderung orientiert sich an der Regelstudienzeit für einen berufsqualifizierenden Hochschulabschluss.