Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft wird 40 Jahre

Der Film „40 Jahre LiLi“ hat auf der Festwoche der Fakultät seine Premiere. Das Foto zeigt Macher des Films und Wissenschaftler, die darin zu Wort kommen (von links): Professor Dr. Kai Kauffmann, Jana Eggebrecht, Dr. Petra Pansegrau, Franziska Feldmann, Professorin Dr. Elisabeth Gülich, Dr. Thomas Walden und Professor Dr. Ulrich Dausendschön-Gay. Foto: Universität Bielefeld

Bielefeld. Ihr Gründungskonzept war beispielhaft für die damals junge Reformuniversität Bielefeld: Jetzt wird die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft – meist LiLi-Fakultät genannt – 40 Jahre alt. Die Angehörigen der Fakultät feiern von Montag bis Freitag, 15. bis 19. Oktober, mit Theater, Lesungen und Musik. Zum Festakt lädt die Fakultät für Freitag, 19. Oktober, um 18 Uhr in das Auditorium Maximum der Universität ein. Gründungsmitglieder des Fachbereichs sprechen an dem Abend vor dem Publikum über die Anfangsjahre und die Entwicklung der „LiLi“. Und der Film „40 Jahre LiLi“ feiert seine Premiere: Darin kommen Gründungsmitglieder, aktuelle und frühere Forschende, Studierende und Mitarbeiter zu Wort.

Erster Höhepunkt der Festwoche ist am Montag, 15. Oktober, um 18 Uhr. Dann tragen die Autoren Nora Gomringer, Dirk von Petersdorff und Stefan Mießeler im Audimin der Universität Gedichte vor. Gomringer ist bundesweit als wortgewaltige Lyrikerin auf Poetry Slams bekannt. Von Petersdorff gilt als „lyrischer Wanderer“. Seine Leser lieben seine ironische Sicht. Sein jüngster Gedichtband heißt „Nimm den langen Weg nach Haus“ (Verlag C. H. Beck). Stefan Mießeler ist Student der LiLi-Fakultät und Mitgründer der jungen Literaturschmiede „Unerhörtes Erlesenes“.

Ebenfalls am Montagabend sendet das Campusradio Hertz 87.9 ein Hörspiel zu einer Odyssee der LiLi-Fachschaft auf der Suche nach einem Raum und ein Feature über die Zeitschrift „Drosophila“ der LiLi-Studierendenschaft. Die Beiträge stammen von Studierenden der Fakultät. Produziert wurden sie im Projektseminar „40 Jahre LiLi-Fachschaft“ von Bettina Kluge und Caro Kirchhof. Zu hören sind sie ab 20 Uhr in der Sendereihe „Texternte“. Vier prominente Absolventen und Ex-Studierende der Fakultät kehren am Dienstag, 16. Oktober, ab 20 Uhr zurück in den Hörsaal und feiern mit einer Lesung das 40-jährige Bestehen der Fakultät: die Comedians Dietmar Wischmeyer und Volker Surmann, der Kolumnist Hans Zippert sowie der Autor und Moderator Andreas Liebold. Für die Lesung im Hörsaal 4 der Universität gibt es noch Karten, unter anderem bei KONTicket in der Bielefelder Jahnplatzpassage und auf www.reservix.de. Am selben Tag werden die Ausstellungen „Bild – Schrift – Klang“ und
„Schatten-Phänomene“ eröffnet. Zu sehen sind sie in der Universitätsbibliothek auf der Ebene C1. Die Eröffnung ist um 18 Uhr.

Zum Liederabend mit Eeva Tenkanen (Gesang), Ulrike Kranefeld (Klavier) lädt die LiLi-Fakultät  am Mittwoch, 17. Oktober, ab 18 Uhr im Raum T0-260 ein. Danach tragen junge Autoren des Bielefelder Verlags „Unerhörtes Erlesenes“ im AudiMin eigene Prosa und Lyrik vor. Um 22 Uhr folgt eine AudiMin-Party, organisiert von der Fachschaft der LiLi-Fakultät. Die English Drama Group der Universität Bielefeld führt am Donnerstag das Drama ,No Exit‘ von Jean-Paul Sartre auf. Das Stück ist zwei Mal zu sehen: zuerst um 18 Uhr und dann 19 Uhr, jeweils im Raum T0-260 im Hauptgebäude der Universität. Der Festakt am Freitag startet um 18 Uhr im Auditorium Maximum. Prorektor Professor Dr. Johannes Hellermann und Professor Dr. Kai Kauffmann, Dekan der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, gehen in ihren Ansprachen auf die Leistungen und aktuelle Ziele der
Fachbereiche ein. Im Anschluss wird der Film „40 Jahre LiLi“ in einer Kurzversion präsentiert, den Studierende der Kreativwerkstatt Medien produziert haben. In Interviews erzählen Forscher, Mitarbeiter, Studierende und Absolventen vom Ursprung der Fakultät im Siemenshaus, vom Wandel der Fachbereiche und von aktuellen Projekten. Archivaufnahmen und Fotos illustrieren den Film. Anschließend plaudern Gründungsmitglieder und Wegebegleiter in einem moderierten Gespräch über die ersten Jahre der Fakultät. Zu ihnen gehören Professor Dr. Siegfried J. Schmidt, der ab dem Wintersemester 1972/73 erster Dekan der Fakultät war, Professor Dr. Harald Weinrich, der maßgeblich für die Gründungskonzept der Fakultät verantwortlich war, und die Professorin Dr. Marianne Kesting, die bis 1975 in Bielefeld forschte und lehrte.

Ebenfalls dabei ist Professor Dr. Wilhelm Voßkamp, der von 1972 bis 1987 an der LiLi-Fakultät war. Während der Festwoche zeigt eine Dauerausstellung in der Halle der Universität Fotos und Texte zu Forschung, Projekten und Geschichte der LiLi-Fakultät. Von Dienstag bis Donnerstag gibt es zwischen 9.45 Uhr und 16.15 Uhr ein Kulturprogramm im Uni-Q in der Universitätshalle. Geboten werden Hörspiele, Kurzfilme, Radiobeiträge und Musik, alle produziert von Studierenden.

Die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft gründete sich am 16. Oktober 1972 als sechster Fachbereich der Universität Bielefeld. Mit ihrem Gründungskonzept – dem „Weinrich- Iser-Modell“ – wandte sie sich ab von der damals üblichen historischen Sprach- und Literaturwissenschaft. Das Modell ist nach den Professoren Dr. Harald Weinrich und Dr. Wolfgang Iser benannt. In der Literaturwissenschaft nahm die Fakultät damals das literarische Leben der Gegenwart in den Fokus, revolutionär für damalige Verhältnisse, und sie etablierte die Linguistik als eigenständiges Fach. Die Bielefeld Linguistik konzentrierte sich auf die Analyse allgemeiner Strukturen der Sprache – und gelangte zu Erkenntnissen, die heute zum Beispiel grundlegend sind für die Erforschung der Mensch-Maschine-Kommunikation am Exzellenzcluster Kognitive Interaktionstechnologie (CITEC) der Universität Bielefeld.