Faire Stadt Gütersloh

Urkundenübergabe: Bürgermeisterin Maria Unger (links) und Koordinatorin Gisela Kuhlmann von der Umweltberatung der Stadt Gütersloh (rechts) freuen sich über den Titel „Faritrade Stadt Gütersloh“, den Katja Wahli von TransFair e.V. der Stadt Gütersloh feierlich verleiht. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Fair gehandelt schmecken sie einfach besser – die zahlreichen Produkte, die unter sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen hergestellt wurden. Fünf umfangreiche Kriterien mussten von der Stadt erfüllt werden, um das Siegel der „Fairtrade-Town“ für gerechten Handel zu erhalten: „Mit Bravour“ hat die Steuerungsgruppe diese gemeistert, wie Katja Wahli von TransFair e.V., der Trägerorganisation der bundesweiten Kampagne, am Samstagmorgen bei der Verleihung betonte. Nun darf sich Gütersloh offiziell „Fairtrade Stadt Gütersloh“ nennen. 

Ehrenamtliches Engagement und ein unermüdlicher Einsatz zahlreicher Aktiver stecken hinter dem Siegel: Nach dem Ratsbeschluss im Jahr 2011 zur Bewerbung um den Titel „Fairtrade-Town“ wurde eine Steuerungsgruppe gegründet. Diese hat sich vorbildlich für den Verkauf von Fairtrade-Produkten eingesetzt: Zahlreiche Einzelhändler und Gastronomiebetriebe in Gütersloh haben die fair gehandelten Produkte in ihr Sortiment integriert. Die Produkte mit dem Siegel stehen unter anderem für ein Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung, für Mindestpreise für die Produzenten sowie für Schutz von Wasserressourcen. Auch in öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen sind Produkte mit dem Gütesiegel mittlerweile fester Bestandteil – insgesamt elf Gütersloher Schulen und einige Vereine haben sich an der Kampagne beteiligt.

„Schon in den siebziger Jahren starteten kirchliche Initiativen, die sich für faire Handelsbeziehungen einsetzten“, unterstrich Bürgermeisterin Maria Unger das bereits seit Jahren bestehende Engagement der Kirchenvertreter, die sich nun auch im Rahmen der Kampagne „Fairtrade-Town“ für gerechten Handel stark gemacht haben. Unter der Leitung von Gisela Kuhlmann von der städtischen Umweltberatung arbeiteten die ehrenamtlich Aktiven in einer Steuerungsgruppe Hand in Hand: Zahlreiche Aktionen – weitaus mehr, als in dem Kriterienkatalog veranschlagt waren – wurden von ihnen unter dem Aspekt des fairen Handels initiiert. „Gütersloh hat alle Kriterien mit Bravour gemeistert und darf sich deshalb zurecht mit dem Titel „Fairtrade-Town“ schmücken“, ehrte Katja Wahli das Engagement der Steuerungsgruppe.

Zusammen mit 20 weiteren Städten wurde Gütersloh am Samstagmorgen der Titel der 100. fairen Stadt überreicht. „Gütersloh ist in guter Gesellschaft“, sagte Wahli, denn die Dalkestadt reiht sich auf der Liste von Fairtrade-Towns wie London, Paris, Madrid oder San Fransisco ein. Doch so groß die Freude über das Siegel auch ist: Zeit zum Ausruhen bleibt nicht. Auch zukünftig muss die Stadt Gütersloh weitere Kriterien erfüllen, um den Titel tragen zu dürfen. Doch zusammen mit dem starken Team der Steuerungsgruppe, bestehend aus dem Solarenergieförderverein der Anne-Frank-Gesamtschule, der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Eine-Welt-Kreis der Katholischen Kirchengemeinde, der attac Regionalgruppe Gütersloh, Gütersloh Marketing, dem Kolpingwerk sowie weiteren engagierten Bürgern, stellt sich die Stadt Gütersloh gerne dieser Herausforderung.

Foto: Stadt Gütersloh