Erfahrungen sammeln und Gutes tun

Gütersloh (kgp). Es sind die vielen Handgriffe, bei denen sie mit anpacken, die kleinen Aufgaben, bei denen ihre Unterstützung jederzeit dankend angenommen wird – gemeint sind die Bundesfreiwilligendienstler, die sich in gemeinnützigen Einrichtungen freiwillig engagieren. Auch am Klinikum Gütersloh sind derzeit zwei so genannte „Bufdis“ beschäftigt, in Kürze beginnen vier weitere ihre einjährige Zeit als Bundesfreiwilligendienstler dort.

Soziales Engagement schreibt Bundesfreiwilligendienstler Artur Briem groß – er unterstützte ein Jahr lang das Pflegepersonal am Klinikum Gütersloh, indem er unter anderem den Blutdruck der Patienten gemessen hat.

Hautnah erleben die Bundesfreiwilligendienstler wie Artur Briem den Alltag im Klinikum Gütersloh: Für den jungen Mann gehören die Früh- und Spätschichten genauso zum Arbeitsalltag wie bei den Gesundheits- und Krankenpflegern. Er arbeitet seit September vergangenen Jahres auf der Station 18 für Innere Medizin und hilft dort dem Pflegepersonal bei den täglichen Aufgaben: Angefangen beim morgendlichen Blutdruckmessen und Puls überprüfen über das Behilflich sein beim Waschen und Anziehen bis hin zum Essen verteilen und dem Betten beziehen ist seine Unterstützung gerne gesehen. „Ich habe mich als Bundesfreiwilligendienstler beworben, weil ich gerne eine Ausbildung im Bereich der Pflege machen wollte“, erzählt Artur Briem von seiner ursprünglichen Motivation. Neben der praktischen Arbeit auf der Station war der Bufdi gut zwei Wochen in Bad Oeynhausen bei einem Seminar, um theoretischen Input rund um das Thema Pflege zu erhalten. „Es war interessant, sich mit anderen Bufdis auszutauschen“, sagt Artur Briem.

Soziales Engagement hat für ihn einen hohen Stellenwert, „die Zeit auf der Station war eine wertvolle Erfahrung, die jeder einmal gemacht haben sollte“, zieht er nach seinem knapp zwölfmonatigen Einsatz im Klinikum Bilanz. Dennoch steht für den 21-Jährigen nun fest: „Das ist auf Dauer nichts für mich.“ Der junge Mann fängt im Anschluss an den Bundesfreiwilligendienst eine Ausbildung zum Informatiker an. Auf jeden Fall bereut er das letzte Jahr im Klinikum Gütersloh nicht – als Bufdi hat er wichtige Erfahrungen für sein weiteres Leben gesammelt und zudem berufliche Orientierung gefunden.

Die Vorstellung, dass die heutigen Bundesfreiwilligendienstler die Zivildienstleistenden von früher sind, entspricht allerdings nicht mehr so ganz der Realität: Nicht nur junge Männer können den Dienst als so genannter „Bufdi“ antreten, sondern auch Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen oder junge Frauen und Männer nach dem Schulabschluss. 35.000 Bundesfreiwilligendienstler sind 2012 in ganz Deutschland im Einsatz, zwei davon sind derzeit am Klinikum Gütersloh tätig und vier weitere treten in Kürze dort ihren Dienst an. Der freiwillige und gemeinnützige Einsatz ist seit 2011 in Deutschland möglich und wird vom Bund gefördert, sodass jeder „Bufdi“ ein kleines Taschengeld als Aufwandsentschädigung erhält. Die sozialen Tätigkeiten tragen zum einen zum Gemeinwohl bei und zum anderen ermöglicht es den Teilnehmern einen leichteren Einstieg in den Berufsalltag.

Foto: Zentrale Öffentlichkeitsarbeit Stadt Gütersloh