Ein Besuch im MARTa Herford

Marta HerfordHerford (vw). Das MARTa Museum in Herford zählt zu den innovativsten Museumsbauten weltweit. Nach den Plänen des amerikanischen Star-Architekten Frank Gehry erbaut,  beherbergt das MARTa seit 2005 ein ganzes „Kreativ-System“ aus Ausstellungsräumen, Veranstaltungsforum, Gastronomie, Shop, Seminarräumen und Büros.Seit Anfang 2009 präsentiert hier nun der Ausstellungsmacher und Museumsdirektor Roland Nachtigäller ein abwechslungsreiches Programm aus zeitgenössischer Kunst, architektonischer Spurensuche und grundsätzlichen Fragen an das Design und seine Wechselwirkungen mit den übrigen Künsten.

Vom 26. August bis 04. November zeigt der französische Ausnahmekünstler Guillaume Bruère in seiner ersten großen Museumspräsentation unter dem Titel „GIOM Tausendfüßler“ Einblicke in sein vielgestaltiges Werk. Dabei bedient er sich verschiedener Mittel, vom Zeichnen über Malen und Kleben über das Skizzieren bis hin zur Performance. Auch schlüpft GIOM, wie er seine Bilder signiert, immer wieder in die Rolle des klassischen Kopisten und übersetzt bekannte Bilder der Kunstgeschichte in vibrierend energiegeladene Zeichnungen. In all seinen Werken eröffnet Bruère dem Betrachter eine sehr eigenwillige, manchmal kindlich anmutende Symbolwelt. Die Ausstellung ist ein Projekt von MARTa Herford in Zusammenarbeit mit der Galerie der Stadt Backnang.

Die Ausstellung „Atelier + Küche = Labor der Sinne“ eröffnet dem Besucher vom 12. Mai bis 16. September die bemerkenswerte Nähe zwischen Künstleratelier und Küche. 150 hochkarätige Werke, deren Bandbreite von alten Holzschnitten der Berufsstände aus dem 16. Jahrhundert über Genremalerei und Stillleben des „Goldenen Zeitalters“ und bedeutenden Werken der Moderne bis hin zur jungen Gegenwartskunst reicht, spannen einen weiten Bogen durch die Kunstgeschichte.

Unterschiedliche Aspekte des facettenreichen Verhältnisses zwischen Küche und Atelier werden beleuchtet. So werden die beiden Arbeitsstätten als geheimnisvolle Tatorte, als Arbeitsräume der freien Inspiration und alchemistischen Rezepturen, als Orte des kreativen Chaos’ und des ordnenden Denkens, aber auch als soziale Repräsentations- und individuelle Rückzugsorte betrachtet. Das Konzept der Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Direktor der Hamburger Kunsthalle, Prof. Dr. Hubertus Gaßner.

Das MARTa bietet sowohl öffentliche als auch private Führungen sowie Aktionen für Kinder, Schüler und Studenten an. Nähere Informationen unter: www.marta-herford.de.

Fotos: Jennifer Dube