Dietmar Wischmeyer liest und lästert im Hörsaal

Dietmar Wischmeyer ist Absolvent der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Er besuchte Lehrveranstaltungen in Literaturwissenschaften sowie Philosophie. Foto: Frank Wilde

Bielefeld. 1972 ging die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld an den Start. Vier ihrer prominenten Absolventen und Ex-Studierenden kehren jetzt zurück in den Hörsaal und feiern mit einer Lesung das 40-jährige Bestehen der Fakultät: die Comedians Dietmar Wischmeyer und Volker Surmann, der Kolumnist Hans Zippert sowie der Autor und Moderator Andreas Liebold.

Sie kommen am Dienstag, 16. Oktober, ab 20 Uhr in den Hörsaal 4 der Universität Bielefeld. Der Vorverkauf hat begonnen. Die vier Männer tragen satirische Texte vor – und in einigen lästern sie über das Leben an der Universität: Wischmeyer derb, Liebold hintersinnig, Zippert politisch unkorrekt, Surmann selbstironisch. Alle vier haben im Lauf ihres Lebens mit der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft zu tun gehabt – mal länger, mal kürzer.

Dietmar Wischmeyer studierte Philosophie und Literaturwissenschaften an der Universität Bielefeld. Seine Abschlussarbeit schrieb er über historische Beziehungen zwischen Literatur und Wissenschaft. Drei Jahre später, 1988, entwickelte er für Radio ffn die Comedy-Sendung „Frühstyxradio“, die acht Jahre lang jede Woche eine halbe Million Hörer hatte. Einer der Mit-Entwickler der Sendung war Andreas Liebold. Er hat in Bielefeld Literaturwissenschaften,
Französisch und Pädagogik studiert. Wischmeyer hat den „kleinen Tierfreund“ zur legendären Radio-Comedy-Figur gemacht.

Die Idee dazu entstand während seiner Bielefelder Universitätszeit. Die Hörer des Frühstyxradios kennen ihn auch als „Günther der Treckerfahrer“, „Willi Deutschmann“ und als Frieda vom Seniorinnen-Duo „Frieda und Anneliese“. Zu Liebolds beliebtesten Figuren zählt Herr Radioven, das einzige Wesen der Schöpfung, das über das Geheimnis der Sendung genau informiert ist. Dietmar Wischmeyer ist in diesem Sommer mit den Solo-Programmen „Deutsche
sehen Dich an“ und „Wischmeyers Zeltmission“ zu sehen.

Andreas Liebold studierte an der Universität Bielefeld Literaturwissenschaften, Französisch und Pädagogik. Foto: privat

Andreas Liebold, der mehrere Jahre auch im Fernsehen zu sehen war, ist seit 1991 Moderator bei Radio Bielefeld. In der Region moderiert er zudem Veranstaltungen wie das Tanzfestival Bielefeld und die deutschen BigBrotherAwards.
Hans Zippert, in Bielefeld geboren und aufgewachsen, schreibt seit 1999 die Kolumne „Zippert zappt“ in der Tageszeitung „Die Welt“. Mit vier Schulfreunden schrieb und verkaufte er als Jugendlicher das Satiremagazin „Dreck“. Der Universität stattete er eine kurze Stippvisite ab: Nach einer Woche gab er das Studium der Literaturwissenschaften auf. Von 1990 bis 1995 war der zweimalige Träger des „Henri Nannen Preises“ Chefredakteur der Satirezeitschrift „Titanic“.

Für das gleiche Magazin ist der Comedian Volker Surmann heute als Autor tätig. Surmann studierte in Bielefeld Germanistik und Philosophie, schrieb im Examen über „Neue Tendenzen im westdeutschen Kabarett der 90er Jahre“. Bis zu seiner Promotion 2002 arbeitete er als Wissenschaftler in einem Forschungsprojekt der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft.

Parallel trat er mit dem Kabarettprogramm „Badewanne: Live“ auf. 2003 gründete Surmann in Berlin die Lesebühne „Brauseboys“. Er trat im Liveclub des Quatsch Comedy Clubs auf. Das jüngste Buch des Exil-Ostwestfalen heißt „Lieber Bauernsohn als Lehrerkind“.

Karten für die Lesung sind im Vorverkauf erhältlich, unter anderem bei KONTicket in der Bielefelder Jahnplatzpassage und in der Tourist-Information im Neuen Rathaus. Die Tickets können auch im Internet bestellt werden auf www.reservix.de. Der Eintritt kostet 19,80 Euro.
Die Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft gründete sich am 16. Oktober 1972 als sechster Fachbereich der Universität Bielefeld und nahm zum Wintersemester 1972/73 unter Dekan Siegfried J. Schmidt den Lehrbetrieb auf. Ihr 40-jähriges Bestehen feiert die „LiLi“ in der Woche vom 15. bis 19. Oktober mit Theater und Tanz, Musik, Kurzfilmen und Lesungen. Der Festakt zum Abschluss ist am Freitag, 19. Oktober, ab 18 Uhr im Audimax.

Weitere Informationen zum im Internet: http://www.uni-bielefeld.de/lili/40Jahre