Châteauroux und Gütersloh bekräftigen 35-jährige Verbundenheit

Wie im Mai in Frankreich wurde die Partnerschaft auch beim Begegnungsabend in der Skylobby durch die Unterschrift der Bürgermeister bestätigt. Gestaltet wurde sie von der Gütersloher Künstlerin Adelheid Eimer. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh (gpr). Erinnerung und Ausblick – so lässt sich in zwei Worten das Programm zusammenfassen, das am vergangenen Wochenende den Aufenthalt der Delegation aus Güterslohs ältester Partnerstadt Châteauroux in Frankreich prägte. 35 Jahre galt es gemeinsam zu feiern. Gestern, Heute und Morgen verband sich im Begegnungsabend mit zahlreichen Weggefährten der Partnerschaft am Samstag in der Skylobby des Theaters. Ein symbolisches Zeichen setzt ein „Weg der Partnerstädte“ vor dem Rathaus. Der Anfang wurde am Samstag mit einer Châteauroux-Platte gemacht.

„Hollywood hat seinen „Walk of Fame“,  unsere Sterne sind die der Städte und Gemeinden in Europa, mit denen wir verbunden sind,“ erinnerte Bürgermeisterin Maria Unger zusammen mit ihrem französischen Kollegen Jean-Francois Mayet an die Intention des Weges, der – jeweils verbunden mit den Jubiläen der nächsten Jahre – mit den anderen Partnerstädten (Broxtowe/GB, Grudziadz/P, Falun/S und Rshew/Russland) fortgeführt werden soll. Vor dem Rathaus sei der „Weg der Partnerstädte“ gut angelegt, denn jeden Tag  gingen hier viele Menschen ein und aus, die ihn wahrnähmen. Unger: „Aber der Weg  und die Bronzeplatte können nur ein Symbol sein. Es sind wir alle, die beweglich bleiben und die symbolischen Hinweise mit Leben erfüllen müssen.“

Dass dies in ganz unterschiedlicher Weise geschehen kann, zeigen auch aktuelle Beispiele. So trafen sich am Rande des Besuchs die Archivare beider Städte sowie Museumsleiter Dr. Rolf Westheider, um ein ambitioniertes Projekt für das Jahr 2014 auf den Weg zu bringen: eine gemeinsame Ausstellung im Jahr, in dem sich der Ausbruch des 1. Weltkriegs zum 100.mal jährt. Damals bekämpften sich Franzosen und Deutsche als erbitterte Gegner, auf den Soldatenfriedhöfen zeugt die Erinnerung an hunderttausende von toten Soldaten an die Grausamkeit der Schlachten.

Ein weiteres Ergebnis deutsch-französischer Zusammenarbeit stellte Jean-Louis Cirès im Rahmen des Partnerschaftsabends vor:  Ein Buch, in beiden Sprachen herausgegeben, hält die Erfahrungen und Zeichnungen des Malers Maurice Delavier fest, der im Zweiten Weltkrieg Gefangener im Stalag VI A in Hemer war. Die beeindruckenden Zeichnungen befinden sich im Besitz der Stadt Châteauroux und waren bereits Thema einer Ausstellung im Stadtmuseum im Jahr 2010 (s. weiterer Artikel).

Doch nicht nur die wechselvolle gemeinsame Geschichte stand auf dem Besuchsprogramm der Delegation, die vorrangig aus Mitgliedern des Rates der Stadt Châteauroux bestand. Die französischen Gäste nahmen auch an der Verleihung des Titels Fair-Trade-Town an die Stadt Gütersloh im Palmenhauscafé teil – eine Auszeichnung, die in Châteauroux viel Anklang fand, weiß man doch angesichts einer Städtepartnerschaft zur Stadt Bitou in Burkina Faso um die Bedeutung gerecht gehandelter Güter.

Stadtführungen, „erlebte Wirtschaftsförderung“ beim Besuch des Möbelhauses Porta und „erlebte Tradition“ durch die Teilnahme am Kutschenkorso rundeten das Programm des Wochenendes ab, das mit einem gemeinsamen Frühstück am frühen Montagmorgen ausklang. Ein Erfolg war der Besuch auch für das Ehepaar Pasquet vom Comitée de Jumelage in Châteauroux, das mit französischen Spezialitäten auf dem Schinkenmarkt vertreten war. Bereits am Samstag hatten sie den leckeren Ziegenkäse, für den die Region ebenso berühmt ist wie für seine zarten Linsen, ausverkauft. Am Sonntag hatte dann auch der komplette Weinbestand seine Abnehmer gefunden – ein Beweis dafür, dass eine gute Partnerschaft auch „durch den Magen geht“.

Foto: Stadt Gütersloh