Groschek will A 33-Lückenschluss

Ein Lebkuchen-Schild für das Ministerbüro in Düsseldorf überreichten gestern Unternehmer Gerhard Weber, Jürgen Keil, Klemens Keller und Anne Rodenbrock-Wesselmann vom Vorstand des Aktionsbündnisses A 33 sofort an Michael Groschek. Foto: Aktionsbündnis A33 SOFORT

Bielefeld. Michael Groschek (SPD), neuer Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, hatte eine gute und eine schlechte Nachricht im Gepäck: Er will gerne der Minister sein, der die A 33 so schnell wie möglich zu Ende bringt. Aber: Ob das im gesteckten Rahmen gelingt, sei nicht sicher, da die Bundesregierung über eine 50-prozentige Kürzung der mittelfristigen Mittel für den Fernstraßenneubau nachdenke. Groschek besuchte gestern auf der ersten Station seiner NRW-Sommer-Tour die A 33-Baustelle im Bielefelder Süden.

Unternehmer Gerhard Weber, Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann (Halle), Bürgermeister Klemens Keller (Borgholzhausen) und Jürgen Keil vom Vorstand des Aktionsbündnis A 33 sofort, atmeten gestern hörbar auf, als Groschek sich als Befürworter des schnellen Lückenschlusses outete: „Ich bin gerne Partner all derer, die den Lückenschluss wollen“, begrüßte der Minister die Gäste seines Zwischenstopps an der Grünbrücke Lohmannsweg in Windelsbleiche.

Er sagte zu, gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort alles daran zu setzen, „die Kuh A 33 vom Eis zu bringen“. Mut machten ihm der Fleiß und die Einigkeit vor Ort; aktuelle Sorge sei, dass das Berliner Verkehrsministerium im Entwurf des nächsten Bundesverkehrsstraßenplans eine 50-prozentige Kürzung der mittelfristigen Mittel für den Neubau vorsehe.

Der Vorstand des Aktionsbündnisses erläuterte NRW-Verkehrsminister Groschek, welche besondere Brisanz der A 33-Lückenschluss für Gütersloh und Bielefeld durch die bevorstehende Teilsperrung der Bundesstraße 68 und den Zeitversatz beim Anschluss der Entlastungsstraße an den Schnatweg bekommt. Foto: Aktionsbündnis A33 SOFORT

Deshalb gebe es gute Gründe, den ersten Spatenstich auf dem letzten Abschnitt 7 zwischen Künsebeck und Borgholzhausen so schnell wie möglich zu setzen. Andreas Meyer, Leiter der Regionalniederlassung Bielefeld von Straßen.NRW, berichtete, dass seine Planer mit Hochdruck an den beiden ersten Brückenbauwerken über Tatenhausener Straße und Kreisstraße arbeiteten. Jedoch müsse man die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über die Einwände der Naturschützer in Sachen Größe der Ausgleichsflächen abwarten. Der Termin ist für Mitte Oktober angesetzt.

Meyer nutzte die Gelegenheit, den Kommunen an der A 33 für ihre gute Zusammenarbeit zu bedanken. Dabei schloss er ausdrücklich das Aktionsbündnis A 33 sofort mit ein.

Am Rande des Ministerbesuchs blieb sogar noch Zeit, über Details zu reden: Anne Rodenbrock-Wesselmann und Jürgen Keil informierten den Minister über die besondere Bedeutung, die der Zeitpunkt des Lückenschluss für die Region durch das Thema „Luftreinhalteplan Halle (Westf.)“ bekommt. Die Dauer der erzwungenen Umleitung des Schwerlastverkehrs über Gütersloh und den Bielefelder Süden sei eine Zusatzbelastung, die künftig in jede A 33-Bewertung mit einfließen müsse, so Keil.

Der Besuch in Bielefeld verstärkte offensichtlich die Meinung des Ministers: „Es wäre grober Unfug, den Bau der A 33 auf den letzten Metern zu kippen“, so Groschek zu den Vertretern von Behörden, Kommunen und Presse. Der Lückenschluss der A 33 sei zwingend erforderlich für die Menschen und für die Infrastruktur der Region Ostwestfalen-Lippe.