Mehr als 160 Fachleute aus Tourismus, Wirtschaft, Politik und Verwaltung kamen in der Markthalle Herford zusammen, um über Strategien für die Urlaubsregion Teutoburger Wald bis 2030 zu beraten.
Herford. Unter dem Motto „Kompass Zukunft. Tourismus 2030“ haben sich am Mittwoch mehr als 160 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Wirtschaftsförderung, Politik, Verwaltung und Medien beim 17. Teutoburger Wald Tourismustag über zentrale Zukunftsfragen der Branche ausgetauscht.

Freuen sich über den erfolgreichen 17. Teutoburger Wald Tourismustag (v.l.): Meinolf Haase (Landrat Kreis Lippe und Fachbeiratsvorsitzender Tourismus der OWL GmbH), Joachim Ebmeyer MdB, Christoph Rüther (Landrat Kreis Paderborn und stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OWL GmbH), Anke Theisen (Bürgermeisterin der Stadt Herford), Anna Katharina Bölling (Regierungspräsidentin im Regierungsbezirk Detmold), Mirco Schmidt (Landrat Kreis Herford), Pia Loose (Pro Herford GmbH Stadtmarketing), Burkhard Schmidt-Schönefeldt (Vorstandsvorsitzender Tourismus NRW e.V.) und Markus Backes (Geschäftsführung OWL GmbH). © Teutoburger Wald Tourismus / Stork Media
Das größte Branchentreffen der Region wird jährlich vom Teutoburger Wald Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH organisiert und fand in diesem Jahr in der ausgebuchten Markthalle Herford statt. In Fachvorträgen und praxisnahen Workshops wurden aktuelle Trends analysiert und ihre Bedeutung für die strategische Weiterentwicklung der Urlaubsregion Teutoburger Wald sowie für eine nachhaltige Stärkung ihrer Resilienz herausgearbeitet. Realisiert wurde der Tourismustag mit Unterstützung der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld und der IHK Lippe zu Detmold sowie in Kooperation mit der Pro Herford GmbH Stadtmarketing und dem Kreis Herford.
„Die OWL GmbH mit dem Teutoburger Wald Tourismus ist die richtige Plattform, um regionale Themen im Tourismus strategisch und partnerschaftlich voranzubringen“, sagt Christoph Rüther, Landrat des Kreises Paderborn und stellvertretender Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der OstWestfalenLippe GmbH. Der Teutoburger Wald Tourismustag zeige jedes Jahr aufs Neue, wie wichtig der enge Austausch zwischen Kommunen, Kreisen, Wirtschaft und Tourismuspartnern sei. Erfolgreicher Tourismus lebe von Zusammenarbeit – und genau dafür setze OWL ein starkes, gemeinsames Zeichen.
Auch Meinolf Haase, Landrat des Kreises Lippe und Vorsitzender des Fachbeirats Tourismus der OstWestfalenLippe GmbH, betonte die wirtschaftliche Bedeutung der Branche. Mit einem touristischen Jahresumsatz von rund 3,1 Milliarden Euro und etwa 53.000 direkt oder indirekt verbundenen Arbeitsplätzen sei der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Ostwestfalen-Lippe. Bei den Übernachtungszahlen belege die Region in Nordrhein-Westfalen den dritten Platz.
Dabei müsse man nicht nur die Urlaubsgäste, sondern auch die Einwohnerinnen und Einwohner im Blick behalten, so Haase. „Tourismus wirkt sich positiv auf eine hohe Lebensqualität aus. Investitionen in Freizeit und Tourismus kommen immer auch den heimischen Unternehmen und der Bevölkerung zugute.“
Markus Backes, Geschäftsführer der OstWestfalenLippe GmbH und Leiter des Teutoburger Wald Tourismus, unterstrich die strategische Ausrichtung der Region. Zentrale Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und der Einsatz Künstlicher Intelligenz würden seit vielen Jahren systematisch bearbeitet. Die Anforderungen würden komplexer, dynamischer und vielfältiger. Umso entscheidender sei es, bereits heute die richtigen strategischen Weichen zu stellen und den Wandel aktiv zu gestalten.
Im Mittelpunkt des Veranstaltungsprogramms stand die Frage, wie sich die Tourismusakteurinnen und -akteure der Region strategisch und operativ auf die Anforderungen von morgen einstellen können. Zwei Impulsvorträge gaben zum Auftakt Orientierung: Prof. Dr. Harald Zeiss von der Hochschule Harz ordnete in seinem Vortrag „Tourismus 2030. Welche Kompetenzen und Strategien die Region jetzt braucht“ zentrale Entwicklungen ein und leitete daraus Handlungsoptionen für die Region ab.
Zukunfts- und Trendforscherin Anja Kirig zeigte in ihrem Beitrag „Neue Bedürfnisse bei Gästen. Welche Megatrends den Tourismus verändern“, wie sich Gästeerwartungen in Richtung Nachhaltigkeit, Sinnorientierung und individuelle Erlebnisqualität verschieben.
Am Nachmittag vertieften vier interaktive Foren ausgewählte Zukunftsthemen. Diskutiert wurden unter anderem „Mikroabenteuer“ als niedrigschwellige, naturbasierte Angebote mit hoher regionaler Wertschöpfung sowie „Coolcation“ als Reiseform, die klimatische Veränderungen berücksichtigt und Mittelgebirgsregionen wie dem Teutoburger Wald neue Marktchancen eröffnet. Ein weiteres Forum widmete sich dem praxisnahen Einsatz Künstlicher Intelligenz – mit Fokus auf konkrete Effizienzpotenziale in Marketing, Gästekommunikation und Organisation. Zudem wurde die Bedeutung belastbarer Netzwerke für Innovationskraft, Krisenfestigkeit und erfolgreiche Zusammenarbeit hervorgehoben.
Zum Abschluss zog Meinolf Haase ein positives Fazit. Formate wie der Tourismustag setzten wichtige Impulse, bündelten Expertise und förderten den strukturierten Austausch über institutionelle und kommunale Grenzen hinweg. Genau dieser strategische Dialog und die enge Vernetzung seien trotz großer Herausforderungen die Grundlage für eine positive Weiterentwicklung des Tourismus in der Region.
Die Urlaubsregion Teutoburger Wald zählt mit knapp 7 Millionen Übernachtungen pro Jahr zu den übernachtungsstärksten Regionen in Nordrhein-Westfalen. Von der Porta Westfalica bis zur Wewelsburg und vom UNESCO-Welterbe Corvey bis zur Emsebene bietet die Destination zahlreiche Möglichkeiten rund um Wandern, Radfahren, Wellness und Kultur. Weitere Informationen gibt es unter www.teutoburgerwald.de.





