LWL-Naturfonds stärkt Biodiversität in Westfalen-Lippe

Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt macht der LWL auf regionale Natur- und Artenschutzprojekte aufmerksam.

Westfalen-Lippe. Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai mit dem diesjährigen Motto „Lokales Handeln für globale Wirkung“ weist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf die Relevanz des Schutzes natürlicher Lebensgrundlagen hin. Zugleich macht der LWL mit seinem LWL-Naturfonds auf die Bedeutung regionaler Natur- und Artenschutzprojekte aufmerksam.

Bei den seltenen Geburtshelferkröten tragen sie männlichen Tiere die Eischnüre am Hinterleib bis die Kaulquappen daraus schlüpfen. Foto: Frank Grawe

Bei den seltenen Geburtshelferkröten tragen sie männlichen Tiere die Eischnüre am Hinterleib bis die Kaulquappen daraus schlüpfen.
Foto: Frank Grawe

Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr artenreich. Gleichzeitig gelten 44 Prozent dieser Arten als gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Mit dem LWL-Naturfonds unterstützt der LWL seit 2023 regionale Vorhaben, etwa von Biologischen Stationen und Naturparken. Diese setzen sich für die Pflege der westfälisch-lippischen Kulturlandschaft und damit für die Förderung biologischer Vielfalt ein.

„Der Schutz biologischer Vielfalt beginnt direkt vor unserer Haustür. Mit dem LWL-Naturfonds unterstützen wir Projekte, die wertvolle Lebensräume erhalten, Arten schützen und Menschen für die Bedeutung intakter Ökosysteme sensibilisieren. Lokales Engagement leistet damit einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Erhalt der Biodiversität“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

Ameisenbläulinge sind in ihrem Lebensraum auf die Wirtspflanze Großer Wiesenknopf und Ameisen angewiesen, in deren Nestern die Raupen der Bläulinge groß werden. Foto: Peter Fasel

Ameisenbläulinge sind in ihrem Lebensraum auf die Wirtspflanze Großer Wiesenknopf und Ameisen angewiesen, in deren Nestern die Raupen der Bläulinge groß werden.
Foto: Peter Fasel

Ein anschauliches Projekt ist das „Netzwerk Ameisenbläulinge“ der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein. Es zielt auf den langfristigen Erhalt und die Förderung der Bestände der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge im Kreis durch die Verbesserung und Vernetzung ihrer Lebensräume. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026 und steht stellvertretend für insektenreiche Wiesen und Weiden. Die enge Abhängigkeit von seiner Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf, und von Ameisen, in deren Nestern sich die Raupen entwickeln, macht deutlich, wie komplex und zugleich zerbrechlich ökologische Gefüge sind.

Die „Amphibienarche“ der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. nimmt eine andere Artengruppe in den Blick. In der Aufzuchtstation in Modexen wurden gezielte Maßnahmen zum Erhalt der stark bedrohten Amphibienarten Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Gelbbauchunke erfolgreich umgesetzt. Zudem wurden geeignete Biotope im Kreis Höxter gesichert. Der Erfolg: Nach 30 Jahren Abwesenheit konnten wieder Gelbbauchunken im Naturschutzgebiet Nieheimer Tongruben angesiedelt werden.

Um Wissen über Natur und die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu vermitteln, unterstützt der LWL-Naturfonds auch Vorhaben, die genau hier ansetzen. Dazu gehört eine Ausstellung zum Thema Pilze in der Biologischen Station Recklinghausen im Naturparkhaus in Lembeck. Sie gibt Einblicke in die Welt der meist unsichtbaren und oft übersehenen Fadenwesen. Der Titel „Vernetzte Landschaften“ verdeutlicht, warum das Leben auf der Erde ohne Pilze undenkbar wäre.

Verschiedene Angebote laden das ganze Jahr über zu Einblicken in die Förderprojekte ein. Informationen zu Veranstaltungen finden sich auf der Internetseite www.lwl-naturfonds.de/veranstaltungen.

Auch auf den Internetseiten der Biologischen Stationen, der Natur- und Geoparke sowie der BNE-Regionalzentren in Westfalen-Lippe sind Angebote aufgeführt, die dazu einladen, die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür neu zu entdecken.