Giftige Gartenpflanzen 2026 in OWL: Gefahr für Kinder und Haustiere

AOK NordWest weist auf Vergiftungsrisiken durch Eibe, Kirschlorbeer und andere Pflanzen hin – Giftnotruf Bonn berät rund um die Uhr.

Häufiger Beratungsbedarf bei Säuglingen und Kleinkindern: Von außen ist es ihnen nicht anzusehen, aber einige heimische Gartenpflanzen, wie zum Beispiel die Eibe oder der Kirschlorbeer, sind giftig. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Häufiger Beratungsbedarf bei Säuglingen und Kleinkindern: Von außen ist es ihnen nicht anzusehen, aber einige heimische Gartenpflanzen, wie zum Beispiel die Eibe oder der Kirschlorbeer, sind giftig. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Bielefeld. Von außen ist es vielen Pflanzen nicht anzusehen: Einige heimische Gartenpflanzen sind giftig und können insbesondere für Kinder und Haustiere gefährlich werden. Die AOK NordWest weist darauf hin, dass der Giftnotruf Bonn im Jahr 2024 mehr als 5.800 Beratungen zu Vergiftungen oder Vergiftungsverdachtsfällen mit Pflanzen verzeichnete. „Die Menschen in Bielefeld werkeln jetzt wieder im heimischen Garten und viele Kinder nutzen den Garten zum Spielen. Dabei sollten sie beachten, dass es dort auch giftige Pflanzen geben kann, die ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial für die eigene Gesundheit bergen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Besonders tückisch ist die Eibe. Wenn es um Giftpflanzen geht, denken viele Menschen zunächst an außergewöhnliche Pflanzen in den Tropen. Doch auch hierzulande gibt es gefährliche Arten. Die Eibe ist als robuste Heckenpflanze beliebt und wird häufig in Gärten angepflanzt. Fast alle Pflanzenteile sind giftig. Die höchste Giftkonzentration befindet sich in den Kernen. In Nadeln, Holz und Fruchtsamen steckt das giftige Alkaloid Taxin. Besonders gefährlich ist es, Kerne zu kauen oder Nadeln zu sich zu nehmen.

Zu den gefährlichsten Giftpflanzen im Garten zählen laut AOK NordWest Eisenhut, Engelstrompete, Herbstzeitlose, Eibe, Blauregen, Oleander, Thuja und Tollkirsche. Darüber hinaus gibt es viele weitere Pflanzen, die für Menschen giftig sein können und in Gärten oder Wohnbereichen vorkommen. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, vor dem Kauf neuer Pflanzenarten im Gartenfachmarkt nachzufragen.

Die Hobbygärtner in OWL sollten sich vor dem Bepflanzen der heimischen Blumenbeete aber auch beim Kauf von Zimmerpflanzen unbedingt darüber informieren, welche Pflanzen giftig sind und somit Gesundheitsgefahren bergen. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Die Hobbygärtner in OWL sollten sich vor dem Bepflanzen der heimischen Blumenbeete aber auch beim Kauf von Zimmerpflanzen unbedingt darüber informieren, welche Pflanzen giftig sind und somit Gesundheitsgefahren
bergen. Foto: AOK/colourbox/hfr.

„Wer plant, seinen Garten zu bepflanzen oder Grünpflanzen in den Wohnbereich zu integrieren, sollte zunächst überlegen, von wem der Garten genutzt werden soll. Sind es ausschließlich Erwachsene, ist die Anpflanzung von Giftpflanzen eher unproblematisch. Gehören jedoch Kinder oder Haustiere zum Haushalt und könnten den Garten nutzen oder in der Wohnung mit Zimmerpflanzen in Kontakt kommen, bergen diese Pflanzen ein Gefahrenpotenzial“, rät Wehmhöner.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung gilt: Ruhe bewahren, Pflanzenteile aus dem Mund entfernen, Wasser trinken, Pflanzenteile zur Bestimmung aufheben und kein Erbrechen auslösen. Kinder sollten ein bis zwei Gläser Wasser trinken, Erwachsene zwei bis drei Gläser, nicht mehr. Anschließend sollte die Informationszentrale gegen Vergiftungen kontaktiert werden. Die Expertinnen und Experten der Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitäts-Klinikum Bonn, dem Giftnotruf Bonn, beraten rund um die Uhr kostenfrei unter der Rufnummer 0228-19240. Bei lebensbedrohlichen Symptomen ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Im Jahr 2024 entfielen beim Giftnotruf Bonn mehr als 5.800 Beratungen auf den Bereich Pflanzen. Besonders häufig betrafen die Anfragen Säuglinge im ersten Lebensjahr mit 1.093 Beratungen sowie Kleinkinder im Alter von einem bis vier Jahren mit 2.397 Beratungen. Petra Förster, stellvertretende Leiterin des Giftnotrufes Bonn, berichtet aus der Praxis: „Bei Säuglingen und Kleinkindern stehen die häufigsten Beratungsfälle im Zusammenhang mit Fragen zur Eibe (260 Anfragen) und zum Kirschlorbeer (218 Anfragen).“ Zugleich kann die Oberärztin beruhigen: „In den allermeisten Fällen ist die versehentliche Aufnahme von kleinen Mengen an Pflanzenteilen unkritisch. Aber im Zweifelsfall sollen und dürfen besorgte Eltern gerne bei uns anrufen.“

Weitere Informationen zu giftigen Gartenpflanzen gibt es unter www.gizbonn.de.
Quelle: AOK