Inklusion im Arbeitsleben im Kreis Höxter: Chancen für Unternehmen

Unternehmerfrühstück zeigt Potenziale inklusiver Beschäftigung und konkrete Unterstützungsangebote für Betriebe.

Fotos: © Kolping-Berufsbildungswerk Brakel gem. GmbH

Fotos: © Kolping-Berufsbildungswerk Brakel gem. GmbH

Kreis Höxter. Inklusion im Arbeitsleben stand im Mittelpunkt eines Unternehmerfrühstücks, zu dem fundus e.V., das Kolping-Berufsbildungswerk Brakel (KBBW) und die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW) eingeladen hatten. Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen nutzten die Gelegenheit zu einem zweistündigen Austausch über die Chancen inklusiver Beschäftigung.

„Menschen mit Behinderung werden auf dem Arbeitsmarkt unterschätzt. In ihnen steckt viel ungenutztes Potenzial – gerade mit Blick auf den Fachkräftebedarf“, betonte Dietmar Mantel, Geschäftsführer des Kolping-Berufsbildungswerkes Brakel, in seiner Begrüßung.

Inklusion ist ein Gewinn für beide Seiten“, unterstrich Mantel. Auch GfW-Geschäftsführer Michael Stolte bezeichnete sie als „wirtschaftlichen Erfolgsfaktor“. Unternehmen profitierten von engagierten Fachkräften, stärkerem Teamzusammenhalt und geringerer Fluktuation. Menschen mit Einschränkungen brächten häufig hohe Motivation, Fachkenntnisse und soziale Kompetenzen mit.

Fachimpulse und Praxisberichte zeigten, welche Potenziale in inklusiver Beschäftigung liegen und wie diese konkret umgesetzt werden kann. Mantel hob hervor, dass angepasste Arbeitsstrukturen nicht nur Motivation und Loyalität stärken, sondern auch Innovationspotenziale und neue Fachkräfte erschließen.

Auf dem Podium wurde deutlich, dass im Kreis Höxter rund 800 Menschen mit Einschränkungen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Ihre Vermittlung scheitere jedoch oft an Vorbehalten in Unternehmen. „Wir reden nicht nur von Schwerbehinderten“, betonte Patrick Beiersdorfer von der Agentur für Arbeit und warb für einen differenzierten Blick.

Als erfolgreiche Beispiele wurden Praktika, Schulungen für Führungskräfte und inklusive Arbeitsmodelle genannt. Unternehmen berichteten von positiven Erfahrungen, bei denen Einschränkungen im Arbeitsalltag oft kaum spürbar seien. Unterstützung bieten zudem Beratungsangebote wie die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber, die als Lotse durch Fördermöglichkeiten und Hilfen dient.

Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten sich die Teilnehmenden direkt mit regionalen Ansprechpartnern zu Förderungen, Probebeschäftigung und weiteren Unterstützungsangeboten austauschen.

Das Fazit der Veranstaltung: Viele vermeintliche Hürden sind in der Praxis kleiner als gedacht – die Vorteile für Unternehmen und Beschäftigte hingegen umso größer. Das Unternehmerfrühstück zeigte, wie wichtig Austausch, Beratung und ein offenes Netzwerk für gelingende Inklusion im Arbeitsleben sind.