Höxter und Lippe werden Referenzregion für die Digitalisierung

Kreis Höxter. Digitalisierung für die Dörfer in Höxter und Lippe als Chance, ihre Zukunftsfähigkeit zu stärken: Dieser Grundsatz steht bei dem kreisübergreifenden Projekt „Smart Country Side“ im Mittelpunkt. Auf der Grünen Woche in Berlin präsentierte das Projektteam erstmals einem bundesweiten Publikum Meilensteine und Ergebnisse, die bei den anwesenden Experten auf großes Interesse stießen.  „Dieses interkommunale Kooperationsprojekt hat Leuchtturmcharakter“, betonte Landrat Friedhelm Spieker auf dem gestrigen Pressegespräch. „Damit werden die beiden Kreise bundesweit zur Referenzregion für die Digitalisierung im ländlichen Raum“.  Das Besondere des Modellprojektes liegt für Projektleiter Michael Stolte auf der Hand: „Bewohner aus 16 Dörfern sind jetzt dabei, ihre smarten Ideen ehrenamtlich umzusetzen und zu erproben. Parallel dazu stärken die Bürger ihre digitale Kompetenz.“

Smart Country Side: 16 Dörfer erproben digitale Anwendungen und stärken ihre digitale Kompetenz

Smart Country Side: 16 Dörfer erproben digitale Anwendungen und stärken ihre digitale Kompetenz

Landrat Spieker und die Bürgermeister der 10 Kommunen im Kreis Höxter sind sehr beeindruckt von der hohen Qualität der entwickelten Anwendungen und bedanken sich bei den beteiligten Bürgerinnen und Bürger für das außerordentliche ehrenamtliche Engagement.  Klar ist: Für alle Orte entsteht in den nächsten 15 Monaten eine gemeinsame digitale Dorfplattform, über die aktuelle Informationen zum Dorf, den Vereinen sowie der Kommune abgerufen werden können. Ein digitaler Marktplatz ermöglicht den Bürgern eine Kommunikation in Echtzeit, um z. B. Termine/News auszutauschen oder Mitfahrgelegenheiten anzubieten. 

„Drei Umsetzungsprojekte sind besonders innovativ und stärken die Dorfgemeinschaft“ erläutert die Projektmanagerin Heidrun Wuttke. „Das Sorgende Dorf“ ist eine digitale Kümmerer-Plattform für alle Hilfsbedürftigen, zu denen auch Alleinerziehende, Kranke und Menschen in Krisen zählen. Die digitale Kirchen-Plattform bringt die Kirche mit ihren zahlreichen Angeboten ins Netz und ermöglicht ein neues Miteinander von Jung und Alt. Für alle die, die sich im ländlichen Raum niederlassen wollen, wird es eine digitale Immobilien-Plattform geben, die ansässige Eigentümer und neue Bauherren miteinander vernetzt.“

Der Kreis Höxter setzt zudem neue Maßstäbe mit dem bundesweit einmaligen Angebot für die Bürger im ländlichen Raum, ihre digitale Kompetenz zu schulen. Bis zu 140 sogenannte „Dorf-Digital-Experten“ sind bereit, ihr Wissen im Bereich Digitalisierung zu schulen und dieses ehrenamtlich an die Dorfgemeinschaft weiterzugeben. Das sechsmodulige Konzept, das neben Schulungen und praxisorientierten Trainings, auch Fachveranstaltungen und Exkursionen vorsieht, wird zusammen mit bewährten Kooperationspartnern wie  der VHS und dem Berufskolleg im Kreis Höxter sowie dem ZZHH Zukunftszentrum Holzminden-Höxter umgesetzt. 

Michael Stolte unterstreicht: „Wir sind sehr erfreut, dass wir das Projekt Smart Country Side durch diese zukunftsorientierte Bildungsmaßnahme ergänzen können, die durch das bundesweite Modellvorhaben Land(auf)Schwung gefördert wird.“ Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Fördermittel im Kreis Höxter auf 2,25 Mio. € aufgestockt und das Modellvorhaben bis Ende 2019 verlängert, um den ländlichen Raum weiter zu stärken. Landrat Spieker überreichte den offiziellen Zuwendungsbescheid für die Maßnahme „Stärkung digitaler Kompetenz“ an den Vertreter der VHS im Kreis Höxter, Dr. Andreas Knoblauch-Flach. 

horizonte_zingst_2018

Landrat Spieker fasste abschließend die Vorteile und nachhaltigen Effekte des Projektes Smart Country Side zusammen: „Bei erfolgreicher Umsetzung schaffen die beteiligten Dörfer sogenannte Blaupausen, von denen andere Orte in der Region und darüber hinaus profitieren können. Sie zeigen beispielhaft auf, wie die Chancen der Digitalisierung genutzt werden können, um die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums zu sichern.