Roboter als Inklusionsbeschleuniger

Wie Technologie Menschen mit  Behinderung mehr Teilhabe ermöglichen kann

Projektbeteiligte von wertkreis, Rethink Robotics und der Universität Duisburg-Essen mit dem Cobot Sawyer. Foto: wertkreis GT

Projektbeteiligte von wertkreis, Rethink Robotics und der Universität Duisburg-Essen mit dem Cobot Sawyer. Foto: wertkreis GT

Gütersloh .Der Einsatz neuester Robotertechnologie ermöglicht Menschen mit Behinderung mehr  Teilhabe am Arbeitsleben : Das ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts der wertkreis Gütersloh gGmbH, der Rethink Robotics GmbH und der Universität Duisburg – Essen. Zum Projektstart übergibt Rethink Robotics zwei Cobots Sawyer an den Berufsbildungsbereich des wertkreis Gütersloh und den Lehrstuhl für  Fertigungstechnik der Universität Duisburg – Essen .  Die beiden mit Menschen kollaborierenden Roboter, sogenannte Cobots, bilden den Grundstein für die  gemeinsame Arbeit im Bereich „Inklusion 4.0 mit kollaborierenden Systemen“. Der Einsatz von Robotertechnologie und Cobots soll Menschen mit Behinderungen mittels neuartiger Applikationen und  angepassten Arbeitsprozessen bessere Chancen für Inklusion, Bildung und Teilhabe eröffnen . Zu den Anwendungsbereichen der Cobots gehören die Durchführung von Qualitätskontrollen direkt am  Montage – Arbeitsplatz ebenso , wie die automatisierte Bearbeitung von Produktionsspitzen. Damit sollen im  Rahmen der Kooperation Systeme entwickelt werden, die auch Menschen mit Behinderungen oder Menschen ohne sprachliches Ausdrucksvermögen in die Lage versetzen, komplexe Arbeitsaufträge selbstständig umzusetzen.

Eine Voraussetzung für die Nutzung dieser Systeme ist, dass sie einfach zu  programmieren sein müssen. Cobot Sawyer erfüllt diese Bedingung en mit seiner intuitiven Bedienung und  Programmierung sowie der Flexibilität im Einsatz und dem freundlichen Design. „Die Einsatzbereiche kollaborativer Robotik sind sehr vielseitig,“ erklärt Daniel Bunse, CEO von Rethink Robotics. „ Cobots können im Betrieb unterstützende Tätigkeiten übernehmen, die sich sehr oft  wiederholen. Somit assistiert der Cobot dem Menschen im Arbeitsablauf und entlastet ihn.“ Michael Buschsieweke, Geschäftsführer der wertkreis Gütersloh gGmbH erklärt: „ Genau solche digitale n Assistenz formen sind ein Zukunftsmodell für Menschen mit Handicap . Im Idealfall werden sie irgendwann einmal so selbstverständlich sein , wie Seh – und Gehhilfen. Einfach ein Werkzeug, das Menschen in die Lage  versetzt, am Arbeitsmarkt teilzuhaben.

Wir freuen uns , dass wir mit den Sawyer Cobots, an diese Techniken  noch besser heranführen können und im Rahmen der Nutzung Kompetenz und Selbstbewusstsein  gleichermaßen stärken . “ „ Dass Werkstätten für Menschen mit Behinderung als Inkubatoren für neue Systeme genutzt werden, ist ein  Ansatz, mit dem wir schon in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht haben“, sagt Holger Dander,  Projektleiter am Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg – Essen. „In dieser Umgebung muss  der Mensch im Mittelpunkt stehen, damit die Interaktion von Mensch und Maschine funktioniert. Lösungen,  die sich hier bewährt haben, lassen sich dann sehr einfach und schnell auch auf andere Bereiche der Arbeitswelt übertragen.“ Der Gütersloher Sozialdienstleister wertkreis hat sich bereits seit mehreren Jahren einen  Paradigmenwechsel im Umgang mit digitaler Assistenztechnik in der Eingliederungshilfe auf die Fahne  geschrieben. Für die Entwicklung des Systems „ DIAZ “ wurde n die ostwestfälischen Inklusionsspezialisten diesem Jahr für den Inklusionspreis des Landes NRW nominiert. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl für Fertigungstechnik der Universität Duisburg – Essen arbeiten seit mehreren Jahren an der Fragestellung, wie kollaborierende Robotik in Arbeitsprozesse integriert werden. Im Jahr 2018wurden sie mit dem Inklusionspreis des Landes NRW ausgezeichnet

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