Activity Day: Medizinstudierende trainieren im Klinikum Gütersloh

Rund 30 Studierende aus Bielefeld und Münster erprobten Robotik, Ultraschall, Notfallmedizin und Herzkatheter-Technik.

Herzkatheter-Labor - Millimeterarbeit: Mit millimetergroßen Instrumenten ins Herz schauen. Foto: © Klinikum Gütersloh

Herzkatheter-Labor –
Millimeterarbeit: Mit millimetergroßen Instrumenten ins Herz schauen.
Foto: © Klinikum Gütersloh

Gütersloh. Rund 30 Studierende der Medizinischen Fakultät OWL und der Medizinischen Fakultät der Universität Münster haben beim dritten Activity Day im Klinikum Gütersloh ihr theoretisches Wissen in der Praxis erprobt. In verschiedenen Workshops beschäftigten sie sich mit Robotik, Ultraschall, den Abläufen bei medizinischen Notfällen und der Arbeit im Herzkatheter-Labor.

Wie arbeitet ein Schockraum-Team unter Zeitdruck zusammen? Was ist zu tun, wenn ein Patient mit einem Herzinfarkt eingeliefert wird? Und wie müssen Ärztinnen und Ärzte einen Ultraschallkopf führen, damit Organe auf dem Bildschirm erkennbar werden? Diese und weitere Fragen konnten die angehenden Medizinerinnen und Mediziner während des Praxistages selbst untersuchen.

Unter Anleitung erfahrener Chef- und Oberärzte durften die Studierenden die medizinischen Geräte bedienen, Fragen stellen und praktische Erfahrungen sammeln. Ziel war es, ihnen frühzeitig Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche eines modernen Krankenhauses zu ermöglichen und ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit medizinischer Technik zu vermitteln.

Da-Vinci-Roboter High-Tech-Medizin: Medizinstudierende aus Münster und Bielefeld am Da-Vinci-Operationsroboter im Klinikum Gütersloh. Foto: © Klinikum Gütersloh

Da-Vinci-Roboter
High-Tech-Medizin: Medizinstudierende aus Münster und Bielefeld am Da-Vinci-Operationsroboter im Klinikum Gütersloh.
Foto: © Klinikum Gütersloh

Zu den Höhepunkten gehörte erneut das Training am Da-Vinci-Operationsroboter. An der Steuerungskonsole konnten die Studierenden die Präzision der roboterassistierten Chirurgie erleben und ein Gefühl für die Bedienung der Instrumente entwickeln.

Beim Schockraumtraining im Zentrum für Akut- und Notfallmedizin stand dagegen die Zusammenarbeit im Team im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainierten, wer in einer Notfallsituation Anweisungen gibt, Aufgaben koordiniert und dafür sorgt, dass alle erforderlichen Maßnahmen schnell und zuverlässig ausgeführt werden.

Notfalltraining Wer macht die Ansagen? Studierende der Medizinischen Fakultäten OWL und der Universität Münster trainieren, worauf es im Notfall ankommt. Foto: © Klinikum Gütersloh

Notfalltraining
Wer macht die Ansagen? Studierende der Medizinischen Fakultäten OWL und der Universität Münster trainieren, worauf es im Notfall ankommt.
Foto: © Klinikum Gütersloh

Im Herzkatheter-Labor erhielten die Studierenden Einblicke in die Untersuchung und Behandlung des Herzens. Auf den Monitoren konnten sie verfolgen, wie Ärztinnen und Ärzte mit millimetergroßen Kathetern arbeiten. In einem weiteren Workshop testeten sie, wie ein Ultraschallkopf gehalten und bewegt werden muss, damit Organe möglichst deutlich auf dem Bildschirm sichtbar werden.

„Die Idee ist: Raus aus dem Hörsaal, rein in den Klinikalltag. Unser Ziel ist es, Studierenden schon früh die Vielfalt der Medizin und die Arbeit in einem modernen Krankenhaus näherzubringen“, erklärt Dr. med. Philipp Bula, Ärztlicher Direktor des Klinikums Gütersloh und Chefarzt der Unfallchirurgie. „Das schafft Einblicke und Erfahrungen, die eine Vorlesung nicht vermittelt.“

Der Activity Day ist Teil der Nachwuchsinitiative des Klinikums Gütersloh. Als akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Münster und Kooperationspartner der Medizinischen Fakultät OWL engagiert sich das Klinikum seit vielen Jahren für die Ausbildung angehender Medizinerinnen und Mediziner. Angeboten werden unter anderem Plätze für Famulaturen und das Praktische Jahr.

Während ihrer Praxiseinsätze erhalten die Studierenden Mentorinnen und Mentoren aus dem ärztlichen Team als feste Ansprechpersonen. Durch Bedside-Teaching, also Unterricht unmittelbar am Patientenbett, werden sie gezielt weitergebildet und an den Umgang mit Patientinnen und Patienten herangeführt. Zum Angebot gehören außerdem kostenlose Unterkünfte und Stipendien für hochqualifizierte Studierende.

Neben den medizinischen Workshops bot der Activity Day Gelegenheit, über Karrierewege, Weiterbildungsmöglichkeiten und die Arbeit im Klinikum Gütersloh zu sprechen. Die Studierenden konnten dadurch nicht nur praktische Erfahrungen sammeln, sondern auch Kontakte für ihren weiteren Berufsweg knüpfen.

Andreas Tyzak, kaufmännischer Direktor des Klinikums Gütersloh, erklärte: „Wir möchten Studierenden zeigen, wie spannend die Praxis im Krankenhaus ist und sie für die Region begeistern. Ich glaube, das ist uns gelungen.“