Tomke Windelband erreicht in Weiswampach Rang sechs, Hannah John wird Zehnte – ein Sturz schwächt das Team vor dem Finale

Das Team Plasmatreat – d.u.h. Group erreichte bei der Deutschen U23-Meisterschaft zwei Platzierungen unter den besten zehn. Foto: Martin Windelband
Weiswampach/Steinhagen. Das Team Plasmatreat – d.u.h. Group hat bei der Deutschen U23-Meisterschaft im Rahmen der Vier-Länder-Meisterschaft in Luxemburg zwei Platzierungen unter den besten zehn erreicht. Tomke Windelband belegte im Schlusssprint den sechsten Platz, Hannah John kam auf Rang zehn.
Nach den starken Leistungen bei der Deutschen Meisterschaft in Thüringen und bei der Lotto Thüringen Women Cycling Challenge war das junge Team mit großen Erwartungen nach Weiswampach gereist. Insbesondere Tomke Windelband gehörte nach Einschätzung der sportlichen Leitung zum Kreis der Favoritinnen auf den deutschen U23-Titel.
„Man kann schon sagen, dass wir mit Tomke Windelband eine der Favoritinnen auf den U23-Titel in unseren Reihen hatten. Am Ende haben uns im Finale mit Gianna Schmieder und Paula Jelinek jedoch zwei Fahrerinnen gefehlt, die für die Vorbereitung des Sprints enorm wichtig gewesen wären“, erklärte der Sportliche Leiter René Schmieder.
Bereits nach der ersten Rennrunde kam es zu einer ungewöhnlichen und folgenreichen Situation. Ein Lastwagen hatte sich in den Bereich der Start- und Zielgeraden verirrt. Die Veranstalter informierten das Fahrerfeld umgehend, dennoch entstand Unruhe im Rennen. Kurz darauf ereignete sich ein Sturz, in den auch Gianna Schmieder verwickelt war.
Ihr Rennrad wurde dabei schwer beschädigt. Auch ihre Brille und ihr Radcomputer gingen zu Bruch. Der Helm blieb hingegen unversehrt. „Das zeigt einmal mehr, dass der Helm das wichtigste Ausrüstungsstück im Radsport ist“, betonte René Schmieder.
Trotz des Defekts und ihrer Verletzungen kämpften sich Gianna Schmieder und Paula Jelinek nach zwei weiteren Runden wieder an das Hauptfeld heran. Als das Tempo im weiteren Rennverlauf deutlich erhöht wurde, konnten beide Fahrerinnen jedoch nicht mehr folgen. Schmieder musste das Rennen schließlich vorzeitig beenden.
„So ist der Sport. Gianna hat unglaublich stark gekämpft. Durch den Sturz und das lädierte Knie konnte sie aber einfach nicht mehr genügend Druck auf das Pedal bringen. Mit Blick auf die am Mittwoch beginnende Oder-Rundfahrt war es die richtige Entscheidung, das Rennen zu beenden“, erklärte Teamchef David Buske.
Durch den Ausfall fehlte dem Team im Finale eine wichtige Helferin, um Tomke Windelband optimal für den Schlusssprint zu positionieren. Da sich auf dem anspruchsvollen Rundkurs keine entscheidende Ausreißergruppe absetzen konnte, zeichnete sich bereits mehrere Runden vor dem Ende eine Entscheidung im Sprint ab.
Etwa 2,5 Kilometer vor dem Ziel nutzten die großen Profimannschaften ihre personelle Stärke und formierten ihre Sprintzüge. Windelband kämpfte sich mehrfach in aussichtsreiche Positionen, konnte sich gegen die geschlossen fahrenden und erfahrenen Teams jedoch nur schwer behaupten.
Auch Hannah John, die in dieser Saison ihr erstes Elite-Jahr bestreitet, zeigte eine überzeugende Leistung und hielt sich bis zum Finale in der Spitzengruppe.
„Mit nur noch zwei Fahrerinnen ein solches Finale zu gestalten, ist grundsätzlich möglich. Dafür braucht es aber Erfahrung. Unsere Mannschaft hat heute erneut gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt“, sagte David Buske nach dem Rennen.
Im Sprint erreichte Tomke Windelband schließlich den sechsten Platz. Hannah John komplettierte das gute Mannschaftsergebnis mit Rang zehn.
„Mit zwei Fahrerinnen unter den Top Ten können wir absolut zufrieden sein. Es wäre heute sicherlich noch mehr möglich gewesen, aber auf diesem Niveau muss einfach alles zusammenpassen. Wir sind mittlerweile in einem Bereich angekommen, in dem Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. Im nächsten Jahr kommen wir mit noch mehr Erfahrung zurück – und dann wollen wir uns diesen Titel holen“, blickte David Buske voraus.
Das Team Plasmatreat – d.u.h. Group richtet seinen Fokus nun auf die Oder-Rundfahrt, die bereits am Mittwoch beginnt und den nächsten wichtigen Höhepunkt im Rennkalender darstellt.
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