Wettbewerb der Energie-Scouts OWL 2021: Azubi-Team von Parker Hannifin gewinnt

Bielefeld/Kreis Lippe. „26 Teams mit über 100 Auszubildenden haben in diesem Jahr am Wettbewerb der Energie-Scouts OWL teilgenommen. Unterm Strich haben sie ein jährliches Einsparpotenzial von über 270.000 Euro und knapp 800 Tonnen CO2 entdeckt. Dabei ging es neben Energieeffizienz auch um Einsparung oder Vermeidung von Wasser, Diesel, Folienabfällen und anderen Stoffen“, erläuterten die beiden Projektbetreuer Matthias Carl von der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold und Arne Potthoff von der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld anlässlich der Preisverleihung 2021.

Matthias Carl, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lippe zu Detmold, Thorsten Kost, Abteilungsleiter Firmenkunden Sparkasse Paderborn-Detmold, und Arne Potthoff, Referatsleiter Industrie und Volkswirtschaft bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, mit den Sieger-Schecks, die sie Pandemie-bedingt nur virtuell übergeben konnten (v. l.). Foto: IHK Lippe

Matthias Carl, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Lippe zu Detmold, Thorsten Kost, Abteilungsleiter Firmenkunden Sparkasse Paderborn-Detmold, und Arne Potthoff, Referatsleiter Industrie und Volkswirtschaft bei der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, mit den Sieger-Schecks, die sie Pandemie-bedingt nur virtuell übergeben konnten (v. l.). Foto: IHK Lippe

In einer virtuellen Preisverleihung traten jetzt sieben von der Jury ausgewählte Teams gegeneinander an, um ihre Projektbeiträge rund um die Themen Energie- und Ressourceneffizienz zu präsentieren. In einem Online-Voting konnten danach alle am Wettbewerb beteiligten Teams gemeinsam mit der Jury die drei Sieger küren. Für ihre besonders vorbildlichen Projekte wurden sie mit Geldpreisen ausgezeichnet, die die Sparkassen Paderborn-Detmold und Bielefeld beisteuerten. Den mit 1.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt das Team der Parker Hannifin Manufacturing Germany GmbH & Co. KG aus Bielefeld.

Mariella Braun, Till Paschedag und Dominik Peters bildeten die Sieger-Mannschaft. Sie beschäftigten sich mit der Optimierung der Standby-Zeiten von Produktionsmaschinen. Auch wenn ein vollständiges Abschalten der Produktionsanlagen nicht möglich gewesen sei, zeigten sie erfolgreich auf, welche Potenziale das Abschalten einzelner Komponenten bei Fertigungsanlagen über das Wochenende hat. Hierzu führten sie Messungen durch und recherchierten, wie Energieeinsparung ohne Produktivitätsverlust gelingen kann. Die Einführung eines „Umweltmodus“ an den Fertigungslinien führte dabei zu jährlichen Einsparungen von 127.000 kWh Strom und einem um 47 Tonnen reduzierten CO2-Ausstoß.

Der zweite Platz, der mit einem Preisgeld von 750 Euro dotiert ist, ging an das Team der ARI-Armaturen Albert Richter GmbH & Co. KG aus Schloß Holte-Stukenbrock. Die Auszubildenden Marc Philip Klassen, Marcel Muechler, Niklas Neiske, Julian Sielhorst und Akay Welat befassten sich mit der Verringerung von Folienabfällen. Um Handräder an Ventilen vor dem späteren Lackieren zu schützen, werden sie bislang aufwändig mit Folie umwickelt, die dann nach dem Lackierprozess entsorgt wird. Das diesjährige Energie-Scouts-Team von ARI entwickelte mit einer wiederverwendbaren, schnell montier- und abnehmbaren Haube eine Alternative. Der Einsatz der Prototypen bewährte sich zudem in der Handhabung durch die Beschäftigten. Neben einer Arbeitserleichterung beeindruckten die über 13 Tonnen CO2, die die Hauben gegenüber der bisherigen Folienlösung in zehn Jahren einsparen würden.

Den dritten Platz (500 Euro) belegten Pia Kleinsorge, Tim Meine, Dominik Rolef, Andreas Schewalje, Ole Schildmann und Nils Schneidewind von der SH Wire/Schwering & Hasse Elektrodraht GmbH aus Lügde. Sie reduzierten in erheblichem Umfang den Bedarf an voll entsalztem Wasser für die Kühlung im Produktionsprozess. Bislang muss das vorher aufwändig aufbereitete Wasser nach der Kühlung über das Abwasser entsorgt werden. Durch die Entwicklung und Integration eines Kühlkreislaufes können nun knapp 2.800 Kubikmeter voll entsalztes Wasser eingespart werden. Die Wasserkosten reduzieren sich in der Firma dadurch um fast 13.000 Euro jährlich, zudem kann fast eine Tonne CO2 pro Jahr eingespart werden.

Die Industrie- und Handelskammern Lippe sowie Ostwestfalen bieten die Qualifizierung zum „Energie-Scout“ für Auszubildende im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz an – einem gemeinsamen Projekt von Bundesumweltministerium, Bundeswirtschaftsministerium, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag e. V. und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks. Die Auszubildenden werden für die Themen Energie- und Ressourceneffizienz zunächst sensibilisiert und geschult. Als Energie-Scouts sollen sie dann in ihren Ausbildungsbetrieben Einsparpotenziale entdecken, Verbesserungsmaßnahmen entwickeln und umsetzen. In den bisherigen acht Durchgängen beteiligten sich OWL-weit über 850 Auszubildende an den Energie-Scouts-Wettbewerben.

Projekt „Energie-Scouts OWL 2021“

Initiatoren:

  • IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
  • IHK Lippe zu Detmold
  • Wirtschaftsjunioren Lippe

Kooperationspartner

  • Effizienz-Agentur NRW
  • EnergieAgentur.NRW
  • Energie Impuls OWL e.V.
  • Das Projekt wird von den Sparkassen Bielefeld und Paderborn-Detmold finanziell unterstützt

Die Jury

  • Thomas Becker (Sparkasse Paderborn-Detmold)
  • Matthias Carl (IHK Lippe zu Detmold)
  • Uwe Hofer (EnergieAgentur.NRW)
  • Philipp Meyer (Wirtschaftsjunioren Lippe e. V.)
  • Klaus Meyer (Energie Impuls OWL e.V.)
  • Frank Meyer zur Heide (DeTec GmbH)
  • Arne Potthoff (IHK Ostwestfalen zu Bielefeld)
  • Heike Wulf (Effizienz Agentur NRW)

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