THW: Einsturzgefährdete Mauer durch Schneeschmelze

2021-02-17_THW_02Bielefeld. Auch einige Tage nach dem, durch das Tief „Tristan“ verursachte, Schneechaos sind die Nachwirkungen noch zu spüren. Im Zuge der einsetzenden Schneeschmelze kam es in Bielefeld Brackwede zu einer Erdbewegung, die zum teilweisen Einsturz einer Mauer führte.

Die Szenarien nach einem übermäßig starken Schneefall folgen einem logischen Ablauf. Während zuerst der Schnee selbst die wesentliche Gefahr oder Behinderung darstellt, sind es im weiteren Verlauf Schäden, die durch das Auftauen der Schneemassen entstehen können. Dringt viel Wasser in den Boden ein, kann es zu Bodenbewegungen kommen. So geschehen an einem erhöht liegenden Parkplatz, der durch eine Stützmauer von dem darunter verlaufenden Gehweg und einer
Straße getrennt war.

2021-02-17_THW_01Gegen Mittag am 17.02.2021 alarmierte die Feuerwehr Bielefeld zunächst den THW-Fachberater. Dieser stellte vor Ort Risse in der Stützmauer, wie auch in dem Asphaltbelag des darüber liegenden Parkplatzes fest. Ein Teil der Stützmauer war bereits eingestürzt. Der Einsturz weiterer Teile der Mauer, die stellenweise bis zu vier Meter hoch war, konnte nicht ausgeschlossen werden. Auf Anraten des THW-Fachberaters wurden die Einsatzkräfte des Ortsverbandes Bielefeld alarmiert, um ein Abstützsystem Holz (ASH) zur Sicherung der Mauer zu errichten.

Das ASH ist ein System aus vorkonfektionierten Holzelementen, die für unterschiedliche Anwendungen im Baukastenprinzip zusammengefügt werden können. Das gesamte System wiegt mehrere Tonnen und wird überwiegend zum Abstützen von Wänden angeschlagener und einsturzgefährdeter Gebäude verwendet, wie das zum Beispiel nach einer Gasexplosion oder nach einem Erdrutsch der Fall sein kann.

Da die Einsatzstelle sehr beengt war, kam unter anderem auch der Kran des Ortsverbandes Bielefeld zum Einsatz. Mit ihm wurden zunächst die Bauteile des ASH abgeladen, um einen zügigen Beginn der Bauarbeiten zu gewährleisten.

2021-02-17_THW_03Parallel zur Errichtung des ASH musste die vorhandene Schneelast auf dem Parkplatz geräumt werden. Da hier keine weitere Last aufgebracht werden durfte, um ein weiteres Abrutschen des Parkplatzes nicht zu begünstigen, konnte auch diese Aufgabe nur mit dem Kran gelöst werden.

Während er sicher auf der tiefer gelegenen Straße stand, konnte er mit einer Auslage von rund 22 Metern und einem Zweischalengreifer die Schneeberge auf dem Parkplatz räumen, ohne dass sich dort weiteres Personal oder Gerät befinden musste.

Nachdem die wesentlichen Sicherungsarbeiten abgeschlossen waren, wurde am Nachmittag ein Baufachberater aus dem Ortsverband Herford hinzugezogen, um die Stabilität eines Teils der Stützmaurer fachmännisch zu beurteilen. Die Begutachtung führte zu dem Ergebnis, dass nach dem vollständigen Räumen der Schneelast auf dem Parkplatz keine weiteren Stützmaßnahmen vorgenommen werden müssen.

Gegen 21 Uhr wurde der Einsatz mit der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft im Ortsverband Bielefeld abgeschlossen. Insgesamt waren an dem Einsatz 26 Einsatzkräfte aus zwei Ortsverbänden beteiligt.

Erneut gilt unser Dank den Arbeitgebern, denen es im Moment schwerfallen dürfte, ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die für das THW ehrenamtlich tätig sind, zuverlässig einplanen zu können. Wenn der Schnee weg ist, wird die Anzahl der Einsätze wieder auf ein normales Maß sinken. Fotos: THW

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