ECOWEST VERBUND lädt zu Führungen ein
Warendorf/Gütersloh. Das benutzte Papiertaschentuch, der verschmutzte Pizzakarton oder die kaputte Zahnbürste – viele denken, dass die Geschichte dieser Dinge in der heimischen Abfalltonne endet. Doch eigentlich beginnt sie erst hier. Was mit dem Hausmüll passiert, nachdem die Tonne geleert wurde, bleibt für viele unsichtbar. Zum Tag der Mülltrennung am 7. März möchte der ECOWEST VERBUND genau diesen Weg sichtbar machen und zeigen, warum sorgfältige Abfalltrennung weit mehr ist als unliebsame Pflicht.
Ein weit verbreiteter Irrglaube, mit dem der Unternehmensverbund aufräumen will, hält sich hartnäckig: Viele glauben nach wie vor, dass ihr heimischer Restabfall in Müllverbrennungsanlagen verbrannt wird und Abfalltrennung somit völlig unnötig ist. „Das ist ein Mythos. Denn tatsächlich steckt in den Abfällen aus Haushalten noch großes Potenzial“, erklärt Dr.Herbert Bleicher, Geschäftsführer im ECOWEST VERBUND. Am Entsorgungszentrum in Ennigerloh werden die Restabfälle aus den Haushalten der Kreise Warendorf und Gütersloh mithilfe einer mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage – kurz MBA – zu umweltfreundlichen Ersatzbrennstoffen verarbeitet.
Nach der Anlieferung in Ennigerloh beginnt eine aufwendige Reise. Zunächst wird der Restabfall mechanisch sortiert. Moderne Anlagen trennen dabei Wertstoffe wie Metalle heraus, die anschließend recycelt werden können. Danach werden die verbleibenden Abfälle zerkleinert, getrocknet und weiter aufbereitet. Aus diesen Materialien entsteht so ein hochwertiger Ersatzbrennstoff, der unter anderem in Zementwerken eingesetzt wird und dort fossile Energieträger wie Kohle oder Gas ersetzt.
„Je gründlicher die Bürgerinnen und Bürger ihren Abfall sortieren, desto besser läuft dieser Verarbeitungsprozess ab“, erklärt Dr. Bleicher. Störstoffe erschwerten nicht nur die Aufbereitung, sondern könnten auch einerhebliches Sicherheitsrisiko darstellen, betont er. Besonders problematisch werde es, wenn Akkus und Batterien im Restabfall landeten. Denn beschädigte Lithium-Ionen-Akkus sowie Batterien könnten Brände in Abfallfahrzeugen oder Abfallbehandlungsanlagen verursachen. „Diese gefährden unsere Mitarbeitenden, führen zu erheblichen Sachschäden und belasten die Umwelt“, erklärt der Geschäftsführer. Deshalb sei es besonderswichtig, Elektroaltgeräte sowie Akkus und Batterien an Recyclinghöfen und Entsorgungspunkten oder im Handel zu entsorgen.
Viele Menschen unterschätzen, was aus ihrem Restmüll noch entstehen kann. Korrekt getrennte Abfälle helfen wesentlich dabei, Ressourcen zu schonen, Energie zu gewinnen und unsere Anlagen sicher zu betreiben“, erklärt Dr. Herbert Bleicher abschließend.
Wer den Weg des Hausmülls selbst nachgehen möchte, hat an zwei Terminen die Chance dazu. Der ECOWEST VERBUND lädt zu einem Vortrag mitanschließender Führung über das Entsorgungszentrum in Ennigerloh ein. Am Freitag, 20. März, 15 bis 17 Uhr sowie am Freitag, 17. April, von 17 bis 19 Uhr sind Interessierte willkommen. Treffpunkt ist jeweils der außerschulische Lernort, die Wertstoffwerkstatt, am Westring 10 in Ennigerloh. Anmeldungen sind möglich unter 02524/9307-0. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.
BU: In der Annahmehalle am Entsorgungszentrum in Ennigerloh beginnt die eigentliche Geschichte der heimischen Abfälle aus den Kreisen Warendorf und Gütersloh. Von dort aus werden sie in die mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage gefahren, wo sie zu umweltfreundlichen Ersatzbrennstoffen verarbeitet werden.






