Am 27. und 28. Juni öffnen in Nordrhein-Westfalen Wohnhäuser, Quartiere, Gärten, Grünanlagen und weitere Architekturprojekte ihre Türen für Besucherinnen und Besucher.
Nordrhein-Westfalen. Der Tag der Architektur 2026 lädt am 27. und 28. Juni dazu ein, neue Architektur hautnah zu erleben, Inspiration zu finden und Ideen für eigene Bauprojekte zu entwickeln. In Nordrhein-Westfalen öffnen 141 Wohnhäuser, Quartiere, Gärten und Grünanlagen in 76 Städten und Gemeinden ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Die Bandbreite reicht von Wohnungen in einer umgebauten Scheune über neue Wohnkomplexe auf ehemaligen Brachflächen bis hin zu universitären Forschungszentren, einem Campus für Digitalisierung, Kirchenumnutzungen und Experimentalbauten.
Alle Projekte sind mit Informationen, Fotos und Besichtigungsterminen in einem kompakten Booklet dokumentiert und zudem in einer Online-Datenbank der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen recherchierbar.
„Was mich an den 141 Projekten dieses Jahrgangs besonders freut: Die Mehrzahl sind keine Neubauten, sondern entwickeln den Gebäudebestand weiter“, sagt Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. „Die Planenden haben Bestehendes weitergedacht – klug, nachhaltig, mit Respekt vor dem, was schon da war. Das ist kein Kompromiss, das ist Haltung.“ So werde graue Energie, die in bestehenden Gebäuden gespeichert sei, sinnvoll weitergenutzt. „Qualitäten erhalten statt abreißen: Das sind die Antworten unseres Berufsstands auf die Herausforderungen unserer Zeit“, unterstreicht Domschky.
In Nordrhein-Westfalen wird der Tag der Architektur 2026 zum 31. Mal veranstaltet. Seit 1996 zieht das Event am letzten Juni-Wochenende Jahr für Jahr viele Tausend architekturbegeisterte und bauinteressierte Menschen an. Sie können aktuelle gestalterische Entwicklungen, innovative Planungsansätze und technische Lösungen rund um Bauen und Wohnen kennenlernen und mit den Planenden direkt ins Gespräch kommen. Für die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ist der Tag der Architektur ein wichtiger Beitrag zum baukulturellen Diskurs in Deutschland.
Themen und Trends des diesjährigen Programms sind unter anderem Bauen im Bestand, regionaltypisches Bauen und klimaresiliente Planung. Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Thema: Zahlreiche Umbauten, Sanierungen und Weiterentwicklungen im Bestand sind zu besichtigen. Als Beispiel für eine nachhaltige Revitalisierung nennt die Architektenkammer das LYGHT, ein zwölfgeschossiges Bürohochhaus im Düsseldorfer Norden, das vom Kölner Büro caspar.schmitzmorkramer nach Green-Building-Kriterien neu konzipiert wurde.
Auch der Trend „Von der Stadt aufs Land“ zeigt sich in einer wachsenden Zahl teilnehmender Projekte im ländlichen Raum. Das „Atelier für Architekturfotografie“ von HG Esch in Hennef, geplant von Nebel Pössl Architekten aus Köln, steht beispielhaft dafür, wie regionaltypische Bauweisen aufgegriffen und regionale Baukultur gestärkt werden können.
Auffallend präsent sind in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr zudem Bildungsbauten, darunter das Forschungsgebäude Caledo an der TU Dortmund von Gerber Architekten aus Dortmund sowie mehrere Schulgebäude. Auch Kirchenumnutzungen sind in verschiedenen Kommunen zu sehen. Beim Projekt „Thomas Morus“ in Leverkusen wandelte das Büro Kollbach Bansi Architekten die denkmalgeschützte ehemalige Thomas-Morus-Kirche in eine soziale Wohneinrichtung mit 15 Apartments für ehemals wohnungslose Menschen um.
Wie wichtig klimaresiliente Planung wird, zeigt sich insbesondere bei den Projekten der Landschaftsarchitektur. Die Bandbreite reicht von Gartengestaltungen über Quartiersbegrünungen bis zu städtischen Grünzonen. Der im Rahmen der IGA Metropole Ruhr 2027 realisierte Klimagarten in Schwerte, geplant von Förder Landschaftsarchitekten aus Essen, verfolgt mit dem „gebauten Experiment“ eines Klimapavillons von New GbR Architekten / Jutta Albus Architektur aus Köln zugleich einen didaktischen Anspruch: Umweltbildung soll durch niederschwellige, praktische Erfahrbarkeit klimarelevanter Themen ermöglicht werden.
Hintergrund: Der Tag der Architektur ist bundesweit als Architekturevent vor den Sommerferien etabliert. Architektinnen und Architekten, Innenarchitektinnen und Innenarchitekten, Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplanerinnen und Stadtplaner stellen vor Ort gemeinsam mit ihren Auftraggebenden neue oder erneuerte Bauten vor, erläutern architektonische Besonderheiten und beantworten Fragen der Besucherinnen und Besucher. In Nordrhein-Westfalen werden Projekte präsentiert, die in den vergangenen fünf Jahren im Bundesland realisiert wurden; für Objekte der Landschaftsarchitektur und Stadtplanung gilt eine Frist von acht Jahren.
Alle Objekte zum Tag der Architektur 2026 sind mit Fotos, Kurzbeschreibungen und relevanten Informationen unter www.aknw.de/tag-der-architektur-2026 abrufbar. Zusätzlich stellt die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen die Projekte in einem kompakten Katalog vor. Dieser kann telefonisch unter (0211) 49 67-85 oder per E-Mail an tda@aknw.de bestellt werden.










