Verbraucherzentrale warnt vor zunehmenden Internetbetrug

© OWL-Journal

© OWL-Journal

Bielefeld. Zum bevorstehenden Weltverbrauchertag am 15. März hat die Beratungsstelle Bielefeld der Verbraucherzentrale NRW über die wachsende Gefahr von Finanzbetrug im Internet informiert. Bei einem Pressegespräch erklärten Ingrid Deutmeyer und Lisa-Marie Grawwert, welche Methoden Betrüger aktuell nutzen und wie sich Verbraucher schützen können.

Internetbetrug sei längst ein Massenphänomen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale waren im Jahr 2025 insgesamt 382.480 Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen gemeldet worden. Im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 424.328 gemeldete Verdachtsfällen. Trotzdem bleibe die Dunkelziffer hoch. „Wöchentlich erreichen uns neue Phishing- oder Fakeshop-Fälle“, erklärte die Beratungsstelle. Schätzungen zufolge seien zwei Drittel der Menschen in Deutschland bereits mit solchen Betrugsversuchen konfrontiert worden.

Besonders verbreitet sind sogenannte Phishing-Angriffe. Dabei versuchen Betrüger über E-Mails, Telefonanrufe oder Nachrichten in sozialen Netzwerken an persönliche Daten zu gelangen. Häufig nutzen sie dabei das Erscheinungsbild bekannter Unternehmen oder Behörden, um Vetrauen zu schaffen. Auch Druck werde gezielt aufgebaut, etwa durch angeblich dringende Konto- oder Sicherheitsprobleme.

Neben Phising nimmt auch der Anlagebetrug im Internet stark zu. Dabei werden Betroffene mit vermeintlich lukrativen Investitionen gelockt, häufig im Zusammenhang mit Kryptowährungen wie Bitcoin. „Der erste Einsatz liegt oft bei rund 250 Euro“, erklärten die Beraterinnen. Über persönliche Kontakte versuchen die Täter anschließend eine Beziehung aufzubauen und die Opfer zu weiteren Zahlungen zu bewegen. Dabei wurden häufig echte Namen oder Firmen missbraucht, die mit den angeblichen Angeboten nichts zu tun haben.

Eine weitere verbreitete Masche ist der sogenannte Recovery Scam. Dabei bieten Betrüger vermeintlich Hilfe an, um bereits verlorenes Geld zurückzuholen. Tatsächlich verlangen sie dafür jedoch weitere Gebühren und täuschen ihre Opfer erneut.

Um Verbraucher zu schützen, bietet die Verbraucherzentrale verschiedene Hilfsangebote an. Dazu gehört unter anderem der Fakeshop-Finder, mit sich Internetseiten auf ihre Seriosität überprüfen lassen. Das KI-gestützte Angebot existiert seit 2010 und wird mittlerweile von rund fünf Millionen Menschen genutzt. Besonders bei ungewöhnlich günstigen Angeboten sollten Verbraucher vorsichtig sein und Online-Shops vor einer Bestellung überprüfen.

Auch beim Erkennen von Phishing-Mails gibt es typische Hinweise. Häufig enthalten solche Nachrichten Rechtschreib- oder Grammatikfehler oder ungewöhnliche Forderungen nach sensiblen Daten.

Wenn Verbraucher bereits Opfer eines Betrugs geworden sind, sei schnelles Handeln entscheidend. Die Verbraucherzentrale rät, sofort das eigene Konto zu sperren, Passwörter zu ändern und den Vorfall bei der Polizei zu melden. Zusätzlich könne eine Beratung bei der Verbraucherzentrale helfen, weitere Schritte zu klären. Ist das Geld allerdings bereits überwiesen worden, seien die Möglichkeiten zur Rückholung häufig begrenzt.

In der Bielefelder Beratunsstelle kümmern sich derzeit drei Berater speziell um Fälle von Internetbetrug. Zudem bietet die Verbraucherzentrale Vorträge und Informationsveranstaltungen an, um über aktuelle Betrugsmaschen aufzuklären.

Die wichtigste Empfehlung der Experten bleibt jedoch einfach. Im Internet grundsätzlich misstrauisch bleiben. Denn eine typische Zielgruppe für Betrüger gebe es nicht, betroffene seien Menschen aller Altersgruppen. Selbst moderne Technologien wie KI-generierte Videos würden inzwischen von Tätern genutzt, um ihre Betrugsversuche glaubwürdiger erscheinen zu lassen.