Projekt „Nachtcafé im Klinikum Gütersloh“ aufgenommen in die Landesinitiative „Gesundes Land NRW“

Das Nachtcafé im Klinikum Gütersloh wurde vom NRW-Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales als vorbildlich für die Weiterentwicklung des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens bewertet. Über diese Anerkennung freuen sich Demenz-Coach Katja Plock (links) und Geschäftsführerin Maud Beste. Klinikum Gütersloh gemeinnützige GmbH Maud Beste, Foto: Klinikum Gütersloh

Das Nachtcafé im Klinikum Gütersloh wurde vom NRW-Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales als vorbildlich für die Weiterentwicklung des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens bewertet. Über diese Anerkennung freuen sich Demenz-Coach Katja Plock (links) und Geschäftsführerin Maud Beste. Klinikum Gütersloh gemeinnützige GmbH Maud Beste, Foto: Klinikum Gütersloh

Gütersloh. Gute Nachrichten für das Klinikum Gütersloh: Das seit Juli 2017 bestehende Projekt „Nachtcafé im Klinikum Gütersloh “ ist in die Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein- Westfalen“ aufgenommen worden. Es wurde vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales als vorbildlich für die Weiterentwicklung des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens bewertet. Die Landesgesundheitspolitik möchte die Gesundheitsförderung, Prävention und Gesundheitsversorgung weiterentwickeln und an aktuelle sowie zukünftige Herausforderungen anpassen. Bereits 1994 wurde deshalb auf Beschluss der Landesgesundheitskonferenz Nordrhein-Westfalen die Landesinitiative „Gesundes Land Nordrhein-Westfalen – Innovative Projekte im Gesundheitswesen“ gegründet. Seitdem ist sie ein fester Bestandteil der Gesundheitspolitik.

Das Projekt „Nachtcafé im Klinikum Gütersloh“ bietet für Menschen mit Demenz und Delir die Möglichkeit zur abendlichen Beschäftigung. Seit Beginn vor drei Jahren haben rund 4300 Patientenkontakte stattgefunden. Eine beeindruckende Zahl. Die Betreuung erfolgt an sieben Tagen in der Woche. Im Durchschnitt werden pro Abend drei bis vier Besucher betreut. Dies hat sich als ideale Größe herausgestellt. In dieser Kleingruppe haben die Betreuungskräfte die Gelegenheit jedem einzelnen Gast gerecht zu werden. Mittlerweile ist das Angebot des Nachtcafés im Klinikum Gütersloh über die Grenzen von Ostwestfalen bekannt. So erreichen das Klinikum regelmäßig Hospitationsanfragen von anderen Einrichtungen. „ Bei einer Demenzerkrankung kann nicht nur die räumliche Orientierung verlorengehen, sondern auch das Zeitgefühl: Einige Betroffene können Tag und Nacht nicht mehr richtig voneinander unterscheiden, so dass sie tagsüber immer wieder einschlafen, nachts jedoch keine Ruhe finden.

Für Patienten mit der Nebendiagnose Demenz ist dies besonders im Krankenhaus schwierig, da ihnen hier die vertraute Umgebung und bekannte Menschen fehlen. Das verstärkt Angst und Sorgen und kann dazu führen, dass die Patienten im Zimmer oder auf dem Flur umherirren, den Schlaf anderer Patienten stören und vielleicht sogar stürzen“, erklärt Katja Plock, die als Demenz- Coach im Klinikum Gütersloh arbeitet. Zusammen mit sieben weiteren Betreuungskräften bietet Plock individuell auf die Gäste zugeschnittene Beschäftigungsmöglichkeiten an. So gehören z.B. Vorlesen, Gedichte zitieren, Basteln, Malen oder Gesellschaftsspiele zum entspannenden Angebot. „Unsere Patienten mit Demenz haben manchmal einen verschobenen Tag-Nacht- Rhythmus“, macht Plock die Situation deutlich. Die Finanzierung des Nachtcafés erfolgte in den letzten drei Jahren durch die Bürgerstiftung Gütersloh sowie die „Erich und Katharina Zinkann- Stiftung“. „Das Klinikum hat das Angebot als so gut für die Patienten empfunden, dass es die weitere Finanzierung übernommen hat und das Angebot gesichert weitergeführt wird“, richtet Geschäftsführerin Maud Beste den Blick hinsichtlich der Fortführung des Nachtcafés optimistisch in die Zukunft.

Die Corona- Pandemie, welche seit März 2020 eine weltweite Herausforderung darstellt, geht allerdings auch am Klinikum Gütersloh nicht spurlos vorbei. Die Besuche mussten heruntergefahren werden. Zum Wohle der Patienten entschied der Krisenstab des Klinikum Gütersloh, dass bei ausgesuchten Patienten und strikter täglicher Rücksprache mit den Stationen eine Betreuung am Abend weiter ermöglicht wird. Seitdem konzentrieren sich die Mitarbeiter des Nachtcafés überwiegend auf die Patienten der Alterstraumatologie. Sie haben schon vor der Corona- Pandemie einen Großteil der Besucher des Nachtcafés ausgemacht. Das Nachtcafé findet im Moment zwar nicht in alter Form in einem gesonderten Raum statt, aber es wird im Patientenzimmer in Form eines aufsuchenden Nachtcafés gelesen, gesungen oder gerätselt. Das in die Landesinitiative aufgenommene Projekt wird übrigens auch in das „Infoportal Gesundes Land des Landes Nordrhein-Westfalen“ ( www.infoportal-gesundesland.nrw.de)eingestellt, mit dem Ziel, dass dieses beispielgebende Projekt Schule machen soll.

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