Historisches Handwerk zum Mitmachen

Familientag „Et labora!“ im Kloster Dalheim mit Programm für Kinder und Erwachsene.

Tatkräftige Vorfreude: (v. l.) Hennes Andree (Stellmacherei), Willi Zacharias (Bäckerei), Hermann Zinser (Brennerei), Dr. Ingo Grabowsky (Museumsdirektor), Elmar Kämper (Mühle), Roswitha Neumann (Weberei), Werner Gerke (Schmiede), Dr. Christiane Wabinski (Referentin Kulturvermittlung), Erwin Borkenhagen (Norikergestüt Borkenhagen) und Elisabeth Bömken stellen beim Pressetermin zum Familientag "Et labora! Handwerk im Kloster" im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ihre Gewerke und Mitmachstationen vor. Mit dabei waren auch die eigensinnigen Eseldamen Rosalie und Lotte. Foto: LWL/Dana Giebken

Tatkräftige Vorfreude: (v. l.) Hennes Andree (Stellmacherei), Willi Zacharias (Bäckerei), Hermann Zinser (Brennerei), Dr. Ingo Grabowsky (Museumsdirektor), Elmar Kämper (Mühle), Roswitha Neumann (Weberei), Werner Gerke (Schmiede), Dr. Christiane Wabinski (Referentin Kulturvermittlung), Erwin Borkenhagen (Norikergestüt Borkenhagen) und Elisabeth Bömken stellen beim Pressetermin zum Familientag „Et labora! Handwerk im Kloster“ im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ihre Gewerke und Mitmachstationen vor. Mit dabei waren auch die eigensinnigen Eseldamen Rosalie und Lotte. Foto: LWL/Dana Giebken

Lichtenau-Dalheim (lwl). Es fliegen die Holzspäne, die Bienen summen, und der Backofen glüht: Am Sonntag (19.4.) lädt die Stiftung Kloster Dalheim zum Familientag „Et labora! Handwerk im Kloster“ in das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur in Lichtenau-Dalheim (Kreis Paderborn) ein.

Von 11 bis 17 Uhr lassen 13 Gewerke auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Klosters Dalheim historische Handwerkskunst von der Bäckerei bis zur Weberei lebendig werden.
Familien gehen gemeinsam auf Entdeckertour über das Klostergelände und schauen den Handwerkerinnen und Handwerkern in Bäckerei, Brauerei, Brennerei, Imkerei, Korbflechterei, Mühle, Schäferei, Schmiede, Schreinerei, Stellmacherei, Töpferei und Weberei bei ihrer Arbeit über die Schulter. Bei einem Mitmach-Programm werden Kinder an insgesamt zwölf Stationen selbst aktiv.

Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) erläutern die aktuelle Ausgrabung zum mehr als 800 Jahre alten ehemaligen Nonnenkloster in Dalheim.

Für eventuelles schlechtes Wetter hat das Museum eine Regenvariante vorbereitet.

Mitmach-Programm für Kinder
Herzstück des „Et-labora!“-Programms sind die Mitmach-Aktionen für Kinder. An zwölf Stationen auf dem Klostergelände ist am Sonntag der Einsatz der Kinder gefragt: Bei der Gärtnerei bemalen und bepflanzen Nachwuchskünstlerinnen und Pflanzenliebhaber Blumentöpfe, bevor es weiter zum Wald- und Holzparcours an der Försterei geht.

In der Bäckerei wartet süßer Brezelteig darauf, in Form gebracht und gebacken zu werden. Für den kleinen Durst zwischendurch ist in der Brauerei vorgesorgt: Hier gibt es Wasser zum Aromatisieren und Selbstabfüllen. In der Seilerei drehen Kinder nach dem Vorbild der großen Reeperbahnen Kordeln aus Juteschnur, und in der Zimmerei üben sie sich im Bau eines Fachwerkhauses.

In Schäferei und Imkerei filzen Kinder Regenbogensteine aus echter Schafswolle und ziehen farbenfrohe Kerzen. Bei der Korbflechterei – eine der beliebtesten Mitmach-Stationen der vergangenen Jahre – flechten sie Gartenstecker aus Weiden für das Frühlingsbeet zu Hause. In diesem Jahr wieder dabei ist die Töpferei. Hier gestalten Kinder individuelle Anhänger aus Modelliermasse. Ein besonderer Blickfang entsteht in der Schmiede, dort werden aus Draht und einer Murmel Sonnenfänger gebogen. Im Anschluss wandern die Stücke in eine Baumwolltasche, die bei der Weberei zuvor bedruckt wird.

Wer möchte, erkundet das Klostergelände und den Ort Dalheim auf der Pferdekutsche. Zum Austoben gibt es den Klosterspielplatz, oder es geht gemeinsam mit den Eltern in den Bewegungsparcours der DJK Paderborn. Schafe, Esel und Hühner freuen sich über Besuch und Streicheleinheiten.

Geschichte zum Anfassen
Insgesamt 13 Gewerke warten beim Familientag „Et labora!“ auf junge und erwachsene Besuchende. Viele präsentieren sich auf dem rund 7,5 Hektar großen Klostergelände an den historischen Stätten, darunter Bäckerei, Brauerei, Mühle, Schmiede und Stellmacherei – einige von ihnen stammen noch aus Klosterzeiten, andere wurden in der Zwischenzeit restauriert oder modernisiert.

„Die vielfältigen Eindrücke machen die große Faszination des Programms aus. Die Gäste folgen dem Duft der frisch gebackenen Brezeln in die Bäckerei, machen sich im Garten die Hände schmutzig und beobachten das Treiben rund um einen Bienenstock“, beschreibt es der Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky: „Eine solche Veranstaltung ist ein idealer Familienausflug. Kinder und Erwachsene können hier gemeinsam einen ganzen Tag verbringen, zusammen staunen, werkeln und nebenbei etwas über unsere Geschichte lernen.“

Das Handwerk: Der Herzschlag eines Klosters
Mit dem „Et labora!“-Tag geht das LWL-Museum auch einer wichtigen Facette der klösterlichen Kultur nach: Vor 1.500 Jahren ernannte der Heilige Benedikt neben dem Gebet auch die Arbeit zu einem der Grundpfeiler des Klosterlebens. Später wurde daraus das berühmte „Ora et labora“ (lat.: Bete und arbeite). An diese Regel hielten sich auch die Augustiner-Chorherren, die sich in Dalheim im 15. Jahrhundert ansiedelten. Als Selbstversorger betrieben sie unter anderem eine Brauerei, bewirtschafteten Felder und züchteten Schafe. Weil sie fast alles, was sie zum Leben brauchten, innerhalb der Klostermauern selbst herstellten, waren sie unabhängig von der Außenwelt. „Mit ‚Et labora!‘ begeben wir uns auf die Spuren der ehemaligen Bewohner des Klosters, die schon vor mehr als 500 Jahren in Dalheim Hammer und Meißel schwangen“, so Dr. Christiane Wabinski, Referentin für Kulturvermittlung der Stiftung Kloster Dalheim.

„Heute sind es vor allem unsere Handwerkerinnen und Handwerker, die die Werkstätten und das Gelände mit Leben erfüllen“, sagte Grabowsky. „Das sind Willi Zacharias (Bäckerei), Oliver von Wrede (Brauerei), Hermann Zinser (Brennerei), Andreas Meyer (Försterei), Andreas Gievers (Imkerei), Claudia Gensch (Korbflechterei), Elmar Kämper (Mühle), Georg Münstermann (Schäferei), Werner Gerke (Schmiede), Joachim Ernesti (Schreinerei), Hennes Andree (Stellmacherei), Schwester Caterina (Töpferei) sowie Roswitha Neumann (Weberei).“

Ein Stück Dalheim für Zuhause
Neben den Handwerksvorführungen und dem Mitmachprogramm für Kinder können Interessierte die Produkte aus dem Kloster Dalheim probieren und mitnehmen: frischgebackenes Brot und Kuchen aus dem historischen Dalheimer Steinbackofen, Dalheimer Bier, Spirituosen aus der Brennerei und Dalheimer Honig.

Rahmenprogramm
Der Verein der Freunde des Klosters Dalheim e.V. lädt beim „Et-labora!“-Tag zu einem Kräuterrätsel ein. Bei kostenlosen öffentlichen Führungen lernen Besucherinnen und Besucher die mittelalterliche Klausur (13.30 Uhr) und die wiedereröffnete Dauerausstellung (15 Uhr) kennen. Zusätzlich bietet die LWL-Archäologie kostenlose Führungen zur aktuellen Ausgrabung (13 Uhr und 15 Uhr) an. Für Essen und Trinken sorgt Familie Brand vom Dalheimer Klosterwirtshaus mit einem Verpflegungsstand auf dem Gelände, und das Blechbläserensemble „Die Blechwerkstatt“ steuert die musikalische Untermalung bei.

Eintrittspreise
Erwachsene zahlen beim „Et labora!“-Tag 8 Euro, Ermäßigte 4 Euro. Für Kinder/Jugendliche (bis 17 Jahre) sowie Besitzer der LWL-MuseumsCard (auch LVR-Museumskarte) ist der Eintritt frei.

Bei der Teilnahme am Kinderprogramm entstehen Materialkosten von 7 Euro pro Kind. Ab 16 Uhr kostet das Mitmachprogramm 3,50 Euro, da ab dann nicht mehr alle Stationen durchlaufen werden können. Ein freier Zugang zum Klosterwirtshaus ist am „Et labora!“-Tag nicht möglich.