Atelier Aatifi / Kunstforum Herman Stenner: Öffentliches Gespräch im Museum

Aatifi und Birgit Beckermann im Kunstforum zu Migration als Chance

„Bielefeld lebt von kultureller Vielfalt“

Maraka: Der afghanisch-deutsche Künstler Aatifi tauschte sich im Kunstforum Hermann Stenner mit der Bielefelder Kulturdezernentin Birgit Beckermann über ,,Migration als Chance“ aus. Foto: Volker ReinholdtMaraka: Der afghanisch-deutsche Künstler Aatifi tauschte sich im Kunstforum Hermann Stenner mit der Bielefelder Kulturdezernentin Birgit Beckermann über ,,Migration als Chance“ aus. Foto: Volker Reinholdt

Maraka: Der afghanisch-deutsche Künstler Aatifi tauschte sich im Kunstforum Hermann Stenner mit der Bielefelder Kulturdezernentin Birgit Beckermann über ,,Migration als Chance“ aus. Foto: Volker Reinholdt

Bielefeld. Rund 345.000 Menschen leben in Bielefeld, mehr als 70.000 Menschen sind aus anderen Ländern zugewandert. Mehr als 160 Nationen sind in der Stadt vertreten. Migration kann sowohl für den Einzelnen als auch für die Stadtgesellschaft eine Chance darstellen, sodas Fazit des afghanisch-deutschen Künstlers Aatifi und der Dezernentin für Schule, Bürger, Kultur und Sport der Stadt Bielefeld, Birgit Beckermann. Sie tauschten sich im Bielefelder Museum Kunstforum Hermann Stenner vor Publikum zum Thema aus. Für Aatifi, der als Meisterkalligraf und studierter Maler in seinem Geburtsland fest etabliert war, bedeutete sein Exil in Deutschland zunächst einen Bruch. Sein Gaststudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und seine Auseinandersetzung mit der westlichen Kunst führten ihn schließlich in Bielefeld zur Entwicklung einer neuen, abstrakt-skripturalen Bildsprache. „Am Anfang denkt man nur an den Verlust, an sein Heimatland und seine Familie“, so der Künstler, „irgendwann kommt der Gedanke, dass Migration auch einen Gewinn, eine Bereicherung, eine Chance bedeuten kann.“ Heute bezeichnet er Bielefeld, wo er seit 1999 lebt und arbeitet, als seine Heimatstadt.

„Die Stadt Bielefeld lebt von kultureller Vielfalt“, sagte Birgit Beckermann, „zwei Drittel der Bielefelderinnen und Bielefelder sagen, dass sie diese kulturelle Vielfalt schätzen.“ Migration bedeute für die Stadt einen großen Gewinn: „Wir brauchen Menschen aus anderen Ländern,die hier leben und arbeiten.“ Aatifi und Beckermann forderten besonders die jungen Leute mit Zuwanderungsgeschichte im Publikum auf, ihre Muttersprache und Kultur zu pflegen und zugleich neue Sprachen zu lernen, neue Kulturen kennen zu lernen und beides als Chance zunutzen.

Anlässlich seines 25-jährigen Atelierjubiläums entstand die Überblicksschau „Aatifi – Maraka“ mit über 100 abstrakt-skripturalen und figurativen Werken im Kunstforum. Maraka bedeutet auf Paschto eine Begegnung, ein Austausch, ein sehr persönliches Gespräch. Das führten die Dezernentin und der Künstler rund anderthalb Stunden lang und tauschten sich danach mit den Besucherinnen und Besuchern weiter aus. Zudem konnte das Atelierteam mit Sayed Aman Sadat, der mit einer Gruppe des Bielefelder Projekts „Angekommen in deiner Stadt“ zur Veranstaltung gekommen war, zum 1.000 Museumsticket beglückwünschen.