Team Plasmatreat vor dem Bundesliga-Finale beim Riderman

Starke Auftritte in Offenbach und Gießen bringen die Bielefelder Equipe in der Mannschaftswertung wieder an die Spitzengruppe heran

Bielefeld. Vor dem Bundesliga-Finale beim Riderman hat sich das Team Plasmatreat – d.u.h. Group mit zwei starken Auftritten in Offenbach und Gießen wieder in eine aussichtsreiche Position gebracht. Nach Platz fünf in Offenbach und Rang vier in Gießen liegt die Bielefelder Equipe erneut in Reichweite der Spitzenplätze der Mannschaftswertung.

Teamchef David Buske bezeichnete das Bundesliga-Wochenende als den Moment, an dem innerhalb der Mannschaft „der Knoten geplatzt“ sei. Die Fahrerinnen seien mit einer geschlossenen Teamleistung aufgetreten und hätten die taktischen Vorgaben von Head of Performance René Schmieder konsequent umgesetzt.

Technisch anspruchsvolle Strecken

Mehrere Radrennfahrerinnen fahren bei einem Kriteriumsrennen auf einer abgesperrten Stadtstraße eng nebeneinander.

Melina Fritz, Offenbach
© Foto: Team Plasmatreat – d.u.h. Group

Am Samstag verlangte der enge Rundkurs in Offenbach den Fahrerinnen ständiges Beschleunigen, hartes Anbremsen und eine präzise Positionierung ab. Mehrere Schikanen und kaum vorhandene Erholungsphasen machten das Rennen zu einem der technisch anspruchsvollsten Kriterien der bisherigen Bundesliga-Saison. Mehrere Stürze verdeutlichten die Schwierigkeiten der Strecke.

Am Sonntag folgte in Gießen ein verwinkelter Innenstadt-Rundkurs rund um das Stadttheater. Die zahlreichen Kurven boten viele Möglichkeiten für Positionskämpfe und Wertungssprints und erforderten während des gesamten Rennens hohe Konzentration.

Sechs Fahrerinnen im Offenbacher Finale

In Offenbach qualifizierten sich sechs Fahrerinnen des Teams für das große Finale: Svea Lüdorff, Tomke Windelband, Melina Fritz, Lena Marie Krohn, Gianna Schmieder und Hannah John. Besonders Lüdorff und Windelband präsentierten sich bereits in den Vorläufen in guter Form.

Für Hannah John war es der letzte Renneinsatz im Trikot der Mannschaft, bevor sie für ein Auslandssemester nach Ruanda aufbricht. Im B-Finale sammelten Elisa Kockelmann nach ihrer Verletzung sowie Paula Jelinek während eines intensiven Trainingsblocks weitere Rennkilometer.

Sowohl in Offenbach als auch in Gießen stellte das Team Plasmatreat – d.u.h. Group die zahlenmäßig größte Mannschaft in den jeweiligen Finals. Nach Einschätzung von René Schmieder zeigte sich darin nicht nur die breite sportliche Aufstellung, sondern auch die Bereitschaft der Fahrerinnen, füreinander zu arbeiten.

Rennunterbrechung verändert den Verlauf

Im Offenbacher Finale lag zeitweise ein Podiumsplatz in der Mannschaftswertung in Reichweite. Ein schwerer Sturz mit anschließendem Rettungswageneinsatz führte jedoch zu einer längeren Neutralisation. Beim Neustart wurden auch zuvor bereits distanzierte Fahrerinnen wieder in das Hauptfeld aufgenommen, wodurch sich die Rennsituation grundlegend veränderte.

Buske betonte, dass in dieser Situation die Gesundheit der gestürzten Fahrerin des Teams NRW im Vordergrund gestanden habe. Sportlich verlor die Bielefelder Mannschaft durch die Neutralisation allerdings wichtige Punkte. Am Ende belegte sie Rang fünf in der Teamwertung.

Svea Lüdorff erzielte in Offenbach ihr bis dahin bestes Bundesliga-Ergebnis. Damit setzte sie trotz des veränderten Rennverlaufs einen der sportlichen Höhepunkte des ersten Renntages.

Tomke Windelband überzeugt in Gießen

Am Sonntag setzte Tomke Windelband die positive Entwicklung fort. Sie gewann ihren Vorlauf und erzielte zugleich das beste Ergebnis aller Qualifikationsrennen. Mit fünf Fahrerinnen stellte die Mannschaft erneut das größte Team im Finale und verfügte damit über mehrere taktische Möglichkeiten.

Auch das B-Finale verlief erfolgreich. Lena Marie Krohn gewann das Rennen und sicherte sich souverän den ersten Platz.

Nach den Wettbewerben wurden Krohn und Gianna Schmieder von der Nationalen Anti-Doping-Agentur zur Kontrolle gebeten. Für Schmieder dauerte das Verfahren mehr als vier Stunden, da ihre Urinprobe infolge der großen Hitze und der hohen Flüssigkeitsaufnahme zunächst nicht konzentriert genug war. Unterstützt wurde sie dabei vom medizinischen Partner DiOOS, Dr. Elsner und Teamärztin Dr. Simone Motler.

Schwerer Sturz von Svea Lüdorff

Eine Gruppe von Radrennfahrerinnen fährt bei einem Kriteriumsrennen in einer Innenstadt durch eine Kurve.

Svea Lüdorff, Gießen
© Foto: Team Plasmatreat – d.u.h. Group

Das Finale in Gießen wurde in Runde 32 vom schweren Sturz Svea Lüdorffs überschattet. Die Fahrerin kam in einer schnellen Rechtskurve zu Fall und wollte kurz darauf wieder auf ihr Rad steigen. René Schmieder nahm sie aufgrund einer Schulterverletzung, einer Platzwunde an der linken Augenbraue und eines stark angeschwollenen Ellenbogens jedoch aus dem Rennen.

Buske unterstützte die Entscheidung ausdrücklich. Die Gesundheit der Fahrerinnen habe innerhalb der Mannschaft stets Vorrang vor dem sportlichen Ergebnis.

Während Lüdorff medizinisch versorgt wurde, setzten ihre Teamkolleginnen das Rennen fort. Tomke Windelband, Hannah John und Melina Fritz trugen maßgeblich dazu bei, dass die Mannschaft in Gießen den vierten Platz in der Teamwertung erreichte. Windelband belegte zudem einen starken siebten Gesamtrang.

Spitzenplätze bleiben erreichbar

Vor dem Bundesliga-Finale beim Riderman fehlt dem Team Plasmatreat – d.u.h. Group lediglich ein Punkt auf Rang vier der Gesamtwertung. Selbst der dritte Platz ist bei einem Rückstand von rund 25 Punkten auf REMBE | rad-net rechnerisch noch erreichbar. Zum Kader des Konkurrenten gehören unter anderem Olympiasiegerin Franziska Brauße, die Gesamtführende Katharina Palm und Aileen Schweikart.

Buske blickt deshalb mit Zuversicht auf das abschließende Rennwochenende. Die Mannschaft habe in Offenbach und Gießen gezeigt, welches Potenzial in ihr stecke, und reise nun mit deutlich mehr Selbstvertrauen zum Riderman.