Jana Przibylla und Bahareh Razavi erhalten bei der Neo.Fashion den Preis für die beste handwerkliche Umsetzung
Bielefeld. Die Kollektion Skill Sharing der HSBI-Absolventinnen Jana Przibylla und Bahareh Razavi ist bei der Neo.Fashion in Berlin in der Kategorie „Beste Handwerkskunst“ ausgezeichnet worden. Die beiden Modedesignerinnen überzeugten die internationale Fachjury mit manuellen Stickereien, individuellen Siebdruckmustern und unterschiedlichen textilen Bearbeitungstechniken.

Die Kollektion „Skill Sharing“ von Jana Przibylla und Bahareh Razavi überzeugte die internationale Fachjury mit detaillierten Stickereien und Nachahmungen von Mustern und Symbolen, durch Bleachtechniken sowie Siebdrucktechniken. © Foto: Jason Harrell
Die Neo.Fashion findet jährlich im Rahmen der Berlin Fashion Week statt und bietet Absolventinnen und Absolventen aus dem Modedesign eine Plattform für ihre Abschlussarbeiten. Anfang Juli präsentierten dort mehr als 100 Nachwuchsdesignerinnen und -designer aus ganz Deutschland ihre Kollektionen.
Von der Hochschule Bielefeld nahmen sechs Absolventinnen der Studienrichtung Mode des Fachbereichs Gestaltung teil: Jana Przibylla, Bahareh Razavi, Elena Richter, Isabella Matic, Lorena Kapp und Tracy Sakyi. Auszeichnungen wurden in den Kategorien „Bestes Design“, „Bestes Nachhaltigkeitskonzept“ und „Beste Handwerkskunst“ vergeben.

Kollektion der Absolventinnen ist eine Erzählung, die durch die Verschmelzung von 80er-Jahre-Skate- und Hip-Hop-Kultur mit jahrhundertealten Handwerkstraditionen zum Leben erwacht.
© Foto: Jason Harrell
Handwerkliche Techniken verbinden unterschiedliche Kulturen
Die gemeinsame Master-Abschlusskollektion von Jana Przibylla und Bahareh Razavi verbindet detaillierte Stickereien mit Bleach- und Siebdrucktechniken. Ausgangspunkt ist die fiktive Geschichte von fünf queeren Skater:innen aus Iran, China, Portugal, Japan und Marokko, die sich zu einem kreativen Kollektiv zusammenschließen.
Westen, übergroße Hemden und Jacken werden über Hosen und Shorts in mehreren Schichten getragen. Dadurch entstehen voluminöse Silhouetten. Nach Angaben von Jana Przibylla verbindet die Kollektion Elemente der Skate- und Hip-Hop-Kultur der 1980er-Jahre mit jahrhundertealten Handwerkstraditionen.
Bahareh Razavi konzentrierte sich insbesondere auf die Oberflächengestaltung der Kleidungsstücke. Zum Einsatz kamen mehr als acht verschiedene Hand- und Maschinenstickereien, darunter Perlen- und Paillettenstickerei, Fabric Slashing, Punch-Nadel-Stickerei und 3D-Stickerei.
Jana Przibylla entwickelte die Silhouetten, funktionale Sticktechniken sowie textile Bleachtechniken und Siebdrucke. Für die Printmuster wurden Maschenwaren und Symbole gescannt und anschließend verfremdet. Zu den Motiven gehören abstrahierte Stadtpläne internationaler Metropolen, Karos und Streifen aus der Skaterkultur sowie Tattoos aus iranischen Kaugummiverpackungen.
Upcycling als Teil des Gestaltungskonzepts
Auch der bewusste Umgang mit Materialien ist Bestandteil der Kollektion Skill Sharing. Die Designerinnen verwendeten gespendete Stoffe und verarbeiteten außerdem einen ausgemusterten Heißluftballon sowie zwei Gleitschirme weiter. Die Materialien erhielten durch Stickereien, Bleaching-Techniken und Siebdrucke eine neue Gestaltung.
Betreut wurde die gemeinsame Abschlussarbeit von Prof. Philipp Rupp und Prof. Dr. Anna Zika am Fachbereich Gestaltung der Hochschule Bielefeld. Nach Einschätzung von Prof. Rupp verbindet die Kollektion konzeptuelle Tiefe und gestalterische Klarheit mit den Themen Gemeinschaft, Wissenstransfer und nachhaltige Mode.





