Fünf Jahre Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in NRW

Haus Neuland in Bielefeld-Sennestadt qualifiziert und vernetzt junge Engagierte aus Kommunen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Bielefeld. Die Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in NRW besteht seit fünf Jahren am Standort Haus Neuland in Bielefeld-Sennestadt. Das Bildungszentrum unterstützt Kinder- und Jugendgremien in den Kommunen, qualifiziert ihre Mitglieder und fördert die Vernetzung untereinander. Ziel ist es, die demokratische Teilhabe junger Menschen zu stärken.

Wald_Teambuilding: Teilnehmende des Kinder- und Jugendrates Bielefeld beim Workshop in Haus Neuland. © Haus Neuland / Julia Weiher

Wald_Teambuilding: Teilnehmende des Kinder- und
Jugendrates Bielefeld beim Workshop in Haus Neuland.
© Haus Neuland / Julia Weiher

„Wir wollen Kindern und Jugendlichen eine starke Stimme geben und sie darin unterstützen, ihre Kommune aktiv mitzugestalten“, erläutert Janika Hoppe, Projektleiterin der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Haus Neuland.

Mehr als 100 Kinder- und Jugendgremien in NRW

Mehr als 100 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen verfügen bereits über ein Kinder- oder Jugendgremium. Dort können junge Menschen ihre Perspektiven in kommunalpolitische Prozesse einbringen und an Entscheidungen mitwirken, die ihren Alltag und ihre Zukunft betreffen.

Welche Bedeutung diese Beteiligung für Jugendliche hat, zeigte in diesem Sommer ein Workshop des Jugendrats Hagen in Haus Neuland. Die Teilnehmenden beschrieben ihre Arbeit unter anderem mit Begriffen wie „Mitbestimmung“, „Beteiligung“, „Veränderung“, „Miteinander“, „Mitwirkung“ und „Vernetzung“. Sie verstehen sich als Sprachrohr für Kinder und Jugendliche in ihrer Stadt und wollen an Entscheidungen beteiligt werden, deren Auswirkungen sie selbst betreffen.

Rund 400 Teilnehmende pro Jahr

Die Angebote in Haus Neuland richten sich sowohl an bereits bestehende Kinder- und Jugendgremien als auch an Gruppen, die sich noch im Aufbau befinden. In Workshops und Qualifizierungen erarbeiten die jungen Engagierten gemeinsame Ziele, entwickeln konkrete Maßnahmen für ihre Ideen und beschäftigen sich mit der Zusammenarbeit innerhalb ihrer Gremien. Rund 400 Kinder und Jugendliche aus ganz Nordrhein-Westfalen nehmen pro Jahr an den Angeboten teil.

Inhaltlich reicht das Programm vom Einstieg in die ehrenamtliche Gremienarbeit über kommunalpolitische Entscheidungsprozesse bis zu Planspielen und Praxisbeispielen aus den jeweiligen Kommunen. Auch Rechtsextremismus und demokratiefeindliche Tendenzen werden thematisiert. Hinzu kommen Trainings zu Kommunikation und Moderation, Grundlagen des Projektmanagements sowie Methoden zur konstruktiven Konfliktlösung.

„Unser Ziel ist es, politische Bildung mit konkreter Handlungskompetenz zu verbinden“, erläutert Janika Hoppe. „Die Jugendlichen entwickeln ihre persönlichen Fähigkeiten weiter und erfahren ganz praktisch, wie entscheidend klare Kommunikation, gute Planung und verlässliche Zusammenarbeit für nachhaltige Beteiligungsprozesse sind.“

Janika Hoppe ist Projektleiterin der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente in Haus Neuland © Haus Neuland / Julia Weiher

Janika Hoppe ist Projektleiterin der Akademie für Kinder- und
Jugendparlamente in Haus Neuland
© Haus Neuland / Julia Weiher

Austausch über kommunale Grenzen hinweg

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung der Kinder- und Jugendgremien. Junge Engagierte aus unterschiedlichen Städten und Gemeinden treffen sich in Haus Neuland, tauschen Erfahrungen aus und lernen voneinander. Die dabei entstehenden Ideen und Kontakte können sie anschließend in ihre jeweiligen Kommunen mitnehmen.

„Viele Teilnehmende nutzen die Gelegenheit, andere engagierte junge Menschen aus verschiedenen Kommunen kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen“, sagt Janika Hoppe. „Dieser Austausch über die eigene Kommune hinaus stärkt das Gemeinschaftsgefühl und bringt neue Impulse für die Arbeit vor Ort.“

Teil der Jugendstrategie der Bundesregierung

Träger der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente ist der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB). In jedem Bundesland gibt es einen Akademie-Standort. Für Nordrhein-Westfalen übernimmt Haus Neuland diese Aufgabe und konzipiert und realisiert die entsprechenden Qualifizierungsangebote.

Die Akademie ist Teil der Initiative „Starke Kinder- und Jugendparlamente“, die Kinder- und Jugendgremien bundesweit durch Beratung, Qualifizierung und Vernetzung unterstützt. Zudem gehört sie zur Jugendstrategie der Bundesregierung. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. In seiner derzeitigen Form läuft es bis Juni 2027.

Nach fünf Jahren zieht Haus Neuland eine positive Zwischenbilanz. „Die vergangenen Jahre haben uns immer wieder gezeigt, wie wichtig kontinuierliche Begleitung, Qualifizierung und Motivation für eine lebendige Beteiligungskultur sind – und wie lebendig Demokratie wird, wenn junge Stimmen Raum bekommen“, sagt Janika Hoppe.