Legionellen in Bielefeld: Wasser nach Urlaub durchspülen

AOK rät nach längerer Abwesenheit zum Spülen der Leitungen und warnt vor zu niedrigen Warmwassertemperaturen

Bielefeld. Legionellen in Bielefeld können sich nach längerer Abwesenheit in stehendem Wasser vermehren. Die AOK rät deshalb dazu, nach der Rückkehr aus dem Urlaub alle Wasserleitungen vor der ersten Nutzung einige Minuten heiß und kalt durchzuspülen.

Person spült beim Duschen die Haare mit einer Handbrause unter fließendem Wasser.

Foto: AOK/Colourbox/hfr.

„Wer jetzt aus dem Urlaub kommt, sollte alle Wasserleitungen vor der ersten Nutzung einige Minuten heiß und kalt durchspülen. So wird stehendes Wasser aus den Leitungen entfernt und das Risiko einer Infektion reduziert. Während des Spülens möglichst den Raum verlassen oder gut lüften, um das Einatmen möglicher Aerosole zu vermeiden“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Warme Temperaturen begünstigen die Vermehrung

Nach Angaben der AOK gedeihen Legionellen besonders gut in warmem Wasser zwischen 25 und 45 Grad. Ab etwa 55 Grad werde ihre Vermehrung deutlich gehemmt, ab etwa 60 Grad sterben die Bakterien zunehmend ab. Die Hauswassertemperatur während einer Urlaubsreise aus Energiespargründen deutlich zu senken, sei deshalb nicht empfehlenswert.

„Die Bakterien gelangen durch das Einatmen feinster Wassertröpfchen in die Lunge, zum Beispiel beim Duschen“, erklärt AOK-Medizinerin Dr. Katja Schwarzenhölzer. Gefährdet seien insbesondere Menschen mit einer schwachen Immunabwehr, bestimmten chronischen Erkrankungen sowie ältere Menschen. Legionellen werden nach Angaben der AOK nicht von Mensch zu Mensch übertragen.

Eine Legionelleninfektion kann unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung und kann sich mit Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohem Fieber von mehr als 40 Grad entwickeln. Möglich sind auch Verwirrtheitszustände sowie Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen. Nach Angaben der AOK verläuft die Lungenentzündung häufig schwer und dauert rund vier Wochen. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen verlaufe sie tödlich.

Das Pontiac-Fieber ist dagegen eine mildere Form der Legionelleninfektion ohne Lungenentzündung. Zu den möglichen Beschwerden zählen Fieber, Unwohlsein, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Brustschmerzen und Husten. In der Regel heilt die Erkrankung laut AOK innerhalb von zwei bis fünf Tagen von selbst aus.

Großer Duschkopf mit laufendem Wasser vor einer blau gefliesten Wand.

Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Warmwasser-Speicher auf mindestens 60 Grad einstellen

Bei Häusern mit zentraler Wassererwärmung und zentralem Warmwasser-Speicher empfiehlt Wehmhöner, die Regler-Temperatur am Trinkwasser-Erwärmer auf mindestens 60 Grad Celsius einzustellen. Oberhalb von 55 Grad werde das Wachstum der Bakterien wirksam gehemmt. Legionellen können auch in kaltem Wasser vorkommen, vermehren sich bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius jedoch nicht nennenswert.

Wer Legionellen in Bielefeld nach einer längeren Abwesenheit vorbeugen möchte, sollte nach Empfehlung der AOK daher insbesondere stehendes Wasser aus den Leitungen entfernen und auf eine ausreichend hohe Warmwassertemperatur achten.