Ökolandbau schützt Grundwasser: 2,73 Milliarden Kubikmeter 2025

Bio-Wasseruhr beziffert geschütztes Wasser 2025 auf 2,73 Milliarden Kubikmeter und verweist auf höhere Regenaufnahme ökologisch bewirtschafteter Böden

Neumarkt in der Oberpfalz. Ökolandbau schützt Grundwasser: Nach Angaben der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. wurden im Jahr 2025 auf deutschen Ökoflächen 2.732.075.940 Kubikmeter Wasser geschützt und sauber in die Grundwasserspeicher geleitet. Grundlage sind die aktuellen Daten der digitalen Bio-Wasseruhr des Verbands.

Infografik „Sauberes Grundwasser durch ökologischen Landbau im Jahr 2025“ mit 2.732.075.940 m³ und 11,7 Prozent Ökolandbau-Anteil.

Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. / Bio-Wasseruhr

Die Bilanz fällt in ein besonders trockenes Jahr. Für 2025 nennt die Pressemitteilung 642 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Damit habe die Niederschlagsmenge 17 Prozent unter dem langjährigen Mittel gelegen. Von Anfang Februar bis Mai sei es in Deutschland so trocken gewesen wie noch nie in diesem Zeitraum. Der Verband verweist hierzu unter anderem auf Daten des Umweltbundesamtes und des Deutschen Wetterdienstes. Auch für 2026 berichtet die Qualitätsgemeinschaft von anhaltender Niederschlagsarmut.

Knapp 1,94 Millionen Hektar Ökolandbaufläche

Nach Angaben der Qualitätsgemeinschaft wurden 2025 insgesamt 1.934.350 Hektar ökologisch bewirtschaftet. Der Anteil lag demnach bei 11,7 Prozent. In den Vorjahren waren es 11,5 Prozent im Jahr 2024 und 11,4 Prozent im Jahr 2023. Für 2020 nennt die Pressemitteilung 10,3 Prozent, für 2010 5,9 Prozent und für 2000 3,2 Prozent.

Die auf diesen Flächen geschützte Wassermenge fiel aufgrund der geringeren Niederschläge niedriger aus als in den beiden Vorjahren. Für 2024 nennt die Bio-Wasseruhr rund 4,0 Milliarden Kubikmeter, für 2023 rund 3,8 Milliarden Kubikmeter.

Verband verweist auf höhere Regenaufnahme

Für ökologisch bewirtschaftete Böden nennt die Qualitätsgemeinschaft eine um 137 Prozent beziehungsweise 2,37-mal höhere Regenaufnahme gegenüber konventionell bewirtschafteten Flächen. Als Grundlage führt sie den Thünen Report 65 an. Nach Darstellung des Verbands kann dadurch mehr Niederschlag in den Boden gelangen, während gleichzeitig weniger Wasser oberflächlich abfließt.

Die Qualitätsgemeinschaft verbindet diesen Effekt sowohl mit dem Umgang mit Trockenperioden als auch mit Starkregenereignissen. Die zentrale Aussage der Bio-Wasseruhr lautet: Ökolandbau schützt Grundwasser. Der Verband begründet dies insbesondere mit dem Verzicht auf Pestizide, Kunstdünger und weitere Chemikalien auf ökologisch bewirtschafteten Flächen.

Bis zu 1,8 Milliarden Euro Einsparpotenzial genannt

Auch einen wirtschaftlichen Effekt beziffert die Qualitätsgemeinschaft. Nach ihrer Berechnung könnten durch den geringeren Eintrag entsprechender Schadstoffe bis zu 1,8 Milliarden Euro an Kosten für die technische Wasseraufbereitung eingespart werden. Diese Kosten würden ansonsten von den Wasserversorgern und letztlich über die Wasserrechnung getragen.

Frank Stieldorf, Geschäftsführer der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser, spricht sich vor diesem Hintergrund für eine stärkere Förderung des ökologischen Landbaus aus. Aus Sicht des Verbands könne dieser dazu beitragen, Grundwasserressourcen auch unter zunehmend trockenen Bedingungen zu schützen.

Weitere Informationen bietet die Bio-Wasseruhr. Angaben zur Entwicklung der Ökolandbauflächen veröffentlicht zudem der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Informationen zur Niederschlagsentwicklung sind beim Umweltbundesamt abrufbar.