DGB OWL: Gleichstellung am Arbeitsmarkt – Demo in Bielefeld

DGB-Datenreport zeigt anhaltende Benachteiligung von Frauen – Aktionen rund um den 8. März in Ostwestfalen-Lippe.

Symbolbild Internationaler-Frauentag © DGB

Symbolbild Internationaler-Frauentag © DGB

Bielefeld. Gleichstellung am Arbeitsmarkt bleibt in Ostwestfalen-Lippe weiter ein zentrales Thema: Im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März macht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Ostwestfalen-Lippe auf die anhaltende Benachteiligung von Frauen aufmerksam. Grundlage ist der aktuelle Datenreport des DGB NRW, der vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule im Auftrag des DGB NRW erstellt wurde.

Die Zahlen sind eindeutig: Zwar ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in den vergangenen Jahren gestiegen, dennoch liegt ihre Beschäftigungsquote weiterhin deutlich unter der von Männern (56,1 Prozent gegenüber 64,9 Prozent). 76,1 Prozent aller Teilzeitstellen und 59,4 Prozent der Minijobs in NRW werden von Frauen ausgeübt. Zudem verdienen Frauen im Jahr 2025 in NRW im Schnitt 15 Prozent weniger pro Stunde als Männer (unbereinigter Gender Pay Gap).

„Die aktuellen Zahlen zeigen klar: Von echter Gleichstellung sind wir noch weit entfernt“, erklärt Lisa Marie Krätschmer, Gewerkschaftssekretärin beim DGB OWL. „Frauen sind oft besser qualifiziert, arbeiten aber häufiger in schlechter bewerteten und schlechter bezahlten Tätigkeiten. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich klug.“

Ein wesentlicher Grund für reduzierte Arbeitszeiten und unterbrochene Erwerbsbiografien ist die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit. Während Männer in NRW durchschnittlich rund 20 Stunden pro Woche für Haushalt und Pflege aufbringen, leisten Frauen fast 30 Stunden. Fehlende und unzuverlässige Kinderbetreuungsangebote verschärfen die Situation zusätzlich.

„Gleichstellung ist kein Nice-to-have, sondern Voraussetzung für eine starke Wirtschaft und eine gerechte Gesellschaft“, so Krätschmer weiter. „Wir brauchen eine verlässliche Kinderbetreuungs- und Pflegeinfrastruktur, bessere Arbeitszeitmodelle, mehr Tarifbindung und eine Aufwertung sozialer und frauendominierter Berufe. Politik und Arbeitgeber müssen endlich handeln.“

Größte Demonstration in OWL am 7. März in Bielefeld

Um den Forderungen des DGB und seiner Bündnispartner Nachdruck zu verleihen, geht der DGB OWL am 7. März in Bielefeld auf die Straße. Der Kreisfrauenausschuss des DGB ruft zu einer Demonstration und anschließenden Kundgebung auf.

Demo-Start ist um 16:30 Uhr am Hauptbahnhof Bielefeld. Von dort zieht der Demonstrationszug zum Theater am Alten Markt, wo im Anschluss eine Kundgebung stattfindet.

Ein besonderes Highlight: Die Künstlerin Mina Richman wird mit ihren Songs auf die Themen des Internationalen Frauentages aufmerksam machen und die Kundgebung musikalisch begleiten.