Landesverband setzt Pflegearbeiten fort und plant für den kommenden Winter die Erweiterung des artenreichen Waldbiotops
Extertal-Reine. Der Mittelwald bei Extertal-Reine wächst weiter: Auf dem Mühlenberg wurden die Arbeiten an der historischen Waldform fortgesetzt, für den kommenden Winter ist eine Erweiterung des Areals nahe der Grenze zu Niedersachsen geplant. Bereits im Frühjahr 2025 waren auf größeren Abschnitten zahlreiche Buchen entnommen worden.
Historische Waldform verbindet Hoch- und Niederwald
„Wir wollen auf dem Mühlenberg einen unter Naturschutzgesichtspunkten sehr wertvollen neuen Wald schaffen, einen Mittelwald“, erläutert Thomas Fritzemeier, Leiter des zuständigen Forstreviers Bösingfeld. Die aus dem Mittelalter stammende Waldform verbindet Hoch- und Niederwald. Während im Hochwald Bäume zur Holzernte heranwuchsen, diente der Niederwald unter anderem der Gewinnung von Brennholz und Rinde.
Beim Mittelwald besteht das Oberholz beispielsweise aus Eichen. Das Unterholz kann unter anderem aus Hainbuche, Feldahorn und Haselnuss bestehen und wurde traditionell alle 25 bis 30 Jahre zur Brennholzgewinnung auf den Stock gesetzt. Zudem wurden Mittelwälder als Waldweide für Haustiere genutzt. Durch diese besondere Struktur bieten sie sowohl Arten älterer Eichenwälder als auch Arten Lebensraum, die ansonsten auf Freiflächen vorkommen.
Auf dem Mühlenberg werden die Flächen schachbrettartig bearbeitet. Nach der Entnahme zahlreicher Buchen im Frühjahr 2025 pflanzte der Landesverband zwischen den verbliebenen jungen Eichen Hainbuchen, Feldahorn, Sommerlinden und Wildobst als Unterholz.

Thomas Fritzemeier neben einer dicken Eiche im Areal, das als Erweiterung des Mittelwaldes im Winter durchforstet wird. (Foto: LVL)
Schutz vor Wildverbiss
Bei Pflegearbeiten im Unterholz fiel nach Angaben Fritzemeiers ein hoher Wildverbiss auf. Einzelne Bäume wurden deshalb mit Wuchshüllen versehen. Junge Setzlinge erhielten außerdem ein Verbissschutzmittel auf Schaffettbasis. Der Geruch des Fetts soll Rehe davon abhalten, die Pflanzen zu verbeißen.
Im östlichen Bereich des Mühlenberges in Richtung der niedersächsischen Grenze soll der Mittelwald bei Extertal-Reine im kommenden Winter erweitert werden. Dabei sollen die Buchen entnommen und einzelne dicke Eichen mit gut ausgebildeten Kronen als Oberholz stehen bleiben. Das Unterholz wird auf den Stock gesetzt. Im Frühjahr 2027 will der Landesverband Hainbuche, Feldahorn und Elsbeere als ergänzendes Unterholz pflanzen.
Waldbiotope als Naturschutz- und Ausgleichsflächen
Susanne Hoffmann, Leiterin der Forstabteilung, verweist auf die wachsende Bedeutung artenreicher Waldbiotope. Die Erhaltung solcher Wälder und ihrer historischen Nutzungsform sei mit großem Aufwand verbunden. Mit Blick auf die Folgen des Klimawandels leisteten die Flächen jedoch wichtige Beiträge zum Umwelt-, Natur- und Artenschutz.
Der Landesverband legt solche Flächen auch als Ausgleichsflächen an. Eingriffe in die Natur, beispielsweise durch Baumaßnahmen, können damit an anderer Stelle ausgeglichen werden. Unternehmen, Vereine oder Behörden mit entsprechendem Bedarf können bei ihren Projekten unterstützt werden, während gleichzeitig neue wertvolle Biotope entstehen.






