Gewalt am Arbeitsplatz: DGB lädt zur Konferenz in Bielefeld ein

Am 19. November 2026 stehen Prävention, Deeskalation und der Schutz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst im Mittelpunkt

Bielefeld. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe gehören für zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Dienst und in gesellschaftlich wichtigen Berufsgruppen zunehmend zum Arbeitsalltag. Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen und Möglichkeiten zur Prävention aufzuzeigen, veranstaltet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am 19. November 2026 in Bielefeld die regionale Konferenz „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“. Die Teilnahme ist kostenlos.

© DGB Region OWL

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Betroffen sind unter anderem Beschäftigte bei der Polizei, Feuerwehr und im Rettungsdienst sowie Mitarbeitende in Krankenhäusern, Schulen, Behörden und im öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Auch Beschäftigte von Ordnungsämtern, Straßenreinigung und Müllentsorgung erleben nach Angaben des DGB zunehmend verbale und körperliche Gewalt.

Der Gewerkschaftsbund verweist auf eine deutliche Zunahme der Übergriffe. So habe sich die Zahl der Angriffe auf Bahnbeschäftigte innerhalb weniger Jahre nahezu verdreifacht. Auch die Zahl der Polizistinnen und Polizisten, die Opfer von Gewalttaten werden, erreiche regelmäßig neue Höchststände.

„Gewalt gegen Beschäftigte ist kein Kavaliersdelikt. Wer Rettungskräfte, Busfahrende, Pflegepersonal oder Lehrkräfte angreift, greift uns alle an. Wir sagen unmissverständlich: Null Toleranz bei Gewalt“, erklärt Clea Stille, Regionsgeschäftsführerin des DGB in Ostwestfalen-Lippe.

Konferenz beschäftigt sich mit Gewaltprävention und Deeskalation

Die regionale Konferenz am 19. November richtet sich an Betriebs- und Personalräte, Mitarbeitendenvertretungen, Arbeitgeber sowie weitere Interessierte. Veranstalter ist der DGB gemeinsam mit den Gewerkschaften EVG, GdP, GEW und ver.di in Kooperation mit Arbeit und Leben Herford.

Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Perspektiven auf Gewalt gegen Beschäftigte sowie konkrete Handlungs- und Präventionsmöglichkeiten. Eröffnet wird die Konferenz von Elke Hannack, stellvertretende Bundesvorsitzende des DGB.

Das Programm umfasst Vorträge, fachliche Impulse und verschiedene Workshops. Beteiligt sind unter anderem Präventionsnetzwerke, Projekte und die Organisation HateAid. Darüber hinaus wird ein Deeskalationstraining angeboten.

Die Teilnehmenden erhalten Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, bestehende Präventionsangebote kennenzulernen und sich mit Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Gewalt und Bedrohungen am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen.

Kampagne „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“

Die Konferenz ist Teil der DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“, die seit 2020 auf Gewalt gegen Beschäftigte aufmerksam macht. Die Kampagne setzt sich für den Schutz der Betroffenen ein und bietet unter anderem ein Hilfetelefon für Menschen an, die Gewalt am Arbeitsplatz erlebt haben.

In den vergangenen Jahren war im Rahmen der Initiative auch eine Wanderausstellung in Ostwestfalen-Lippe zu sehen. Sie zeigte Betroffene aus unterschiedlichen Berufsgruppen und wurde unter anderem in Rathäusern, Behörden und Bibliotheken präsentiert.

„Wir wollen mit der Ausstellung den betroffenen Kolleginnen und Kollegen ein Gesicht geben, auf die Problematik aufmerksam machen und Menschen zum Nachdenken anregen“, erläutert Clea Stille.

Kostenlose Teilnahme und Anmeldung

Die Konferenz „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ findet am Donnerstag, 19. November 2026, in Bielefeld statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist über die Internetseite von Arbeit und Leben Herford unter www.aul-herford.de möglich.

Weitere Informationen zur Konferenz stellt der DGB unter nrw.dgb.de bereit.