Trockenheit im Gemüsebau: Bewässerung wird zur Schlüsselfrage

Betriebe in Nordrhein-Westfalen bewässern zusätzlich – auf Flächen ohne feste Anlagen steigen Arbeitsaufwand und Kosten

Nordrhein-Westfalen. Die Trockenheit im Gemüsebau ist auf den Feldern in Nordrhein-Westfalen weiterhin deutlich zu spüren. Kulturen wachsen langsamer und einzelnes Gemüse bleibt kleiner als gewohnt. Die Betriebe reagieren mit zusätzlicher Bewässerung. Wo feste Anlagen fehlen, steigt der Arbeitsaufwand deutlich.

Blumenkohlpflanzen auf einem Gemüsefeld bei trockenem Sommerwetter, dahinter eine braune Ackerfläche unter blauem Himmel.

Wo der Regen ausbleibt, versorgen Gemüsebaubetriebe ihre Kulturen mit zusätzlichem Wasser. Besonders auf Freilandflächen ohne feste Bewässerungsanlagen steigt dadurch der Arbeitsaufwand.

Gemüse braucht während des Wachstums ausreichend Wasser. Bleibt der Regen über längere Zeit aus, kommen auf entsprechend ausgestatteten Flächen Beregnungsanlagen zum Einsatz. Wo diese Infrastruktur fehlt, müssen Beschäftigte beispielsweise mobile Leitungen und Regner aufbauen, versetzen und wieder abbauen oder das Wasser auf andere Weise zu den Kulturen bringen.

„Unsere Betriebe tun derzeit viel dafür, dass weiterhin regionales Gemüse aus Nordrhein-Westfalen geerntet werden kann“, sagt Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbands Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen. „Wo es möglich ist, bewässern wir die Kulturen gezielt. Aber Wasser, Technik und Arbeitszeit stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Die vergangenen Wochen zeigen, wie wichtig eine verlässliche Wasserversorgung für den regionalen Gemüsebau ist.“

Trockenheit wirkt sich auf Wachstum und Erträge aus

Wie stark fehlendes Wasser die Pflanzen beeinflusst, hängt von der jeweiligen Kultur, ihrem Entwicklungsstadium und dem Standort ab. Bei Kohlarten kann die Trockenheit beispielsweise dazu führen, dass kleinere Köpfe entstehen. Auch Salate, Möhren und andere Freilandkulturen reagieren auf Wassermangel.

Das bedeutet nach Angaben des Verbands nicht zwangsläufig einen Qualitätsverlust. Ein kleinerer Blumenkohl kann ebenso verarbeitet und gegessen werden wie ein größerer. Für die Betriebe können geringere Größen und Erträge dennoch wirtschaftliche Folgen haben. Gleichzeitig steigen die Kosten, wenn Pumpen und Beregnungsanlagen über viele Stunden laufen und Beschäftigte zusätzliche Zeit für die Bewässerung aufbringen müssen.

Wasserversorgung wird zur Standortfrage

Die gartenbaulichen Betriebe arbeiten bereits mit unterschiedlichen Bewässerungssystemen und passen ihren Anbau an die Bedingungen vor Ort an. Längere Trockenphasen setzen diesen Möglichkeiten jedoch Grenzen.

„Wer möchte, dass in Nordrhein-Westfalen regional Gemüse produziert werden kann, muss die Wasserversorgung der Betriebe mitdenken“, sagt Felten. „Wir brauchen Lösungen, die Wasser sparen und zugleich dafür sorgen, dass unsere Kulturen auch in trockenen Phasen ausreichend versorgt werden können.“

Für den Landesverband zeigt die Trockenheit im Gemüsebau, welche Rolle die Wasserversorgung für die regionale Produktion spielt. Der Verband setzt sich deshalb dafür ein, den Gartenbau in regionale Konzepte zur Wassernutzung einzubeziehen. Dazu zählen auch Möglichkeiten zur Wasserspeicherung und die Weiterentwicklung von Bewässerungssystemen.