Sehschwäche bei Kindern: AOK warnt zum Schulstart in Bielefeld

8,4 Prozent der AOK-versicherten Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren bekamen im vergangenen Jahr eine Brille verordnet.

Bielefeld. Sehschwäche bei Kindern sollte zum Schulstart nicht unentdeckt bleiben: Laut einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest bekam im vergangenen Jahr jedes zwölfte bei der AOK versicherte Grundschulkind in Bielefeld im Alter von sechs bis zehn Jahren eine Brille verordnet. Das entspricht 8,4 Prozent. Bei Kindergartenkindern zwischen drei und fünf Jahren waren es sechs Prozent.

Mädchen bei einem Sehtest hält eine Hand vor ein Auge; im Hintergrund ist eine Sehtafel zu sehen.

Ein Schulstart mit Sehdefiziten sollte verhindert werden. Deshalb sollten Eltern die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahrnehmen und bei Auffälligkeiten unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Foto: AOK/colourbox/hfr.

„Ein Schulstart mit Sehdefiziten sollte unbedingt verhindert werden. Sehprobleme zeigen sich meist durch Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Verhaltensauffälligkeiten der Kinder im Alltag. Dann sollten Eltern mit ihrem Kind unbedingt einen Augenarzt aufsuchen. Wichtig ist auch, die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wahrzunehmen“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Sehprobleme bleiben oft lange unentdeckt

Schlechtes Sehen verursacht häufig keine Schmerzen und wird von Kindern selbst oft nicht erkannt, weil ihnen der Vergleich fehlt. Im Schulalltag kann eine Fehlsichtigkeit dazu führen, dass Buchstaben und Zahlen an der Tafel verschwimmen oder Wörter beim Lesen nicht klar erkennbar sind. Mögliche Folgen sind schnellere Ermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten, Leistungsabfall und Motivationsverlust.

Junge mit Brille liest in einem geöffneten Buch vor einem Bücherregal.

Jedes zwölfte Grundschulkind in Bielefeld im Alter von sechs bis zehn Jahren (8,4 Prozent) bekam im vergangenen Jahr eine Brille verordnet. Foto: AOK/colourbox/hfr.

Eine Sehschwäche bei Kindern kann sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Augenbrennen, häufiges Zwinkern oder Blinzeln sowie wiederholtes Augenreiben zeigen. Auch ein sehr geringer Abstand zu Buch, Bildschirm oder Fernseher, eine schiefe Kopfhaltung, häufiges Stolpern, Balancestörungen oder zunehmende Schwierigkeiten bei Dämmerung und Dunkelheit können Warnhinweise sein. Hornhauttrübungen und grau-weißliche Pupillen können ebenfalls auf eine Sehschwäche hinweisen.

Ein erhöhtes Risiko für Fehlsichtigkeit nennt die AOK unter anderem bei Frühgeburten, Kindern mit Entwicklungsrückstand sowie bei familiärer Vorbelastung durch Schielen, starke Fehlsichtigkeit oder bekannte erbliche Augenerkrankungen.

Sehsinn wird bei der U9 untersucht

Bei den gesetzlich empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt wird kurz vor Schulbeginn im Rahmen der U9 auch der Sehsinn des Kindes untersucht. Ziel ist die frühzeitige Erkennung einer Fehlsichtigkeit. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dieser Untersuchungen für ihre Versicherten.

Wird eine Fehlsichtigkeit festgestellt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für die bei ihnen versicherten Kinder und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Kosten für Brillengläser in Höhe der sogenannten Festbeträge, erklärt Wehmhöner.

Quelle: AOK